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Gerhard Voigt
Oberstudienrat i.R.
Notizen zu einem kommentierten
Lebenslauf
durchgesehen und ergänzt X/2004, VIII/2005, VII/2008,
XII/2008, XII/2009
neu formatiert 22.10.2011

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Biographie
* 7. April 1944
Ich wurde am 7.4.1944 in Wiesbaden geboren. Mein Vater, Rüdiger Voigt,
1917-1989,
war Lehrer in den Fächern Geschichte, Deutsch, Latein und in den
Werte-Fächern. Nach dem Krieg und nach Abschluss seiner
Berufsausbildung ging er nach Hannover an die Freie Waldorfschule, wo er
bis zu seiner Pensionierung unterrichtete.
Meine Mutter, Elisabet
Voigt, geb. Tappermann, 1919-2008, war ebenfalls Geschichts- und
Deutschlehrerin, hat aber als Mutter und Hausfrau ihren Beruf nicht
ausgeübt. In den Jahren danach folgten mir noch drei jüngere
Geschwister. Meine Familie väterlicherseits wurde durch Berufstraditionen von
Pastoren und Offizieren bestimmt; mein Großvater war Kapitän
z.S. im Verwaltungsdienst [»Die
Großeltern väterlicherseits«], zuletzt in der »Schiffsabwicklung« im
Reichsmarineamt in Berlin, während die Familie an der Küste geblieben ist.
Für die väterliche Seite meiner Familie waren Krieg, Niederlage und
politische Umbrüche existentielle Verunsicherungen, die sich dann in
einem religiösen und in Ansätzen über meinen Vater auch pazifistischen
Erziehungsmilieu ausdrückten. |

Mutter und Vater |
Mein Vater war bezeichnenderweise in den fünfziger und
sechziger Jahren in seiner Schule der einzige Geschichtslehrer, der sich
mit seinen Klassen intensiv um die Zeitgeschichte und eine kritische
Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit bemühte, was wohl auch eine
wahrscheinlich schmerzhafte Auseinandersetzung mit seiner eigenen
Geschichte bedeutete. Er engagierte sich stark in der Anthroposophie,
lehnte aber jeden Dogmatismus und jedes Sektierertum ab. So blieb
meine Mutter noch Jahrzehnte der evangelischen Kirche verbunden, der ich
selbst auch angehöre.
Meine Mutter stammte aus einer westdeutschen, nach
dem 1. Weltkrieg verarmten Kaufmannsfamilie mit engen Beziehungen in
den westeuropäischen Raum. Liberalität und Intellektualität sind ein Erbe
aus der mütterlichen Linie meiner Familie. Interessante Aspekte zur
Geschichte des westrheinischen Bürgertums ergeben sich aus der
Beschäftigung mit der Vorfahrenlinie Bonnet aus Meisenheim am Glan,
mit der ich mich seit 2007 näher beschäftigt habe. Ein erster Bericht über
meinen Ur-Ur-Großvater Louis "Hottel" Bonnet [»Ahnen
und Vorfahren«]
ist noch gesondert
eingefügt unter:
Ahnenreihe: Familie Bonnet aus Meisenheim.
Durch diese Veröffentlichung erhielt ich im Herbst 2008 einen erfreulichen
Kontakt zu einem weiteren Angehörigen dieser Stammbaumlinie, Hans Bonnet,
der mir noch wichtige Ergänzungen zum "Stammbaumgeflecht der Bonnets sowie
eine Chronik der Brauerei Bonnet in Meisenheim zur Verfügung stellen
konnte.
Meine eigenen Grundorientierungen folgten weniger den
religiösen und vor allem nicht den anthroposophischen
Familientraditionen, sondern einem liberal-bürgerlichen, vor allem aber
individualistischen Lebensentwurf, der sich auch in meiner Schulzeit
behauptete, deshalb aber auch seit Beginn der Dienstzeit als Lehrer
bewusst sozialintegrative und kompensatorische pädagogische
Ansätze wichtig werden ließ.
Schulzeit
und erste berufliche Orientierungen
1950 – 1963 – 1969
Seit 1950 besuchte ich die
Freie Waldorfschule Hannover, die ich 1963 mit dem Abitur
abschloss. Die ersten Schuljahre waren belastet durch eine durch
Wohnraummangel in Hannover bedingte Einschulung erst mitten im Schuljahr
und eine nachfolgende halbjährige Erkrankung, der in den folgenden Jahren
dauernde »Kränklichkeiten« folgten. Es entwickelte sich bei mir ein
vorwiegend pessimistisches Welt- und Menschenbild, aus dem aber zu dieser
Zeit noch nicht ein Anstoß zum kritischen Handeln folgte, sondern
tendenziell die individualistische Ab- und Ausgrenzung aus sozialen
Bezügen, die Konzentration auf eine Welt der (Fach-) Bücher und die
selbstständige Konzentration auf fachliche Interessengebiete, die oftmals
durchaus nicht alterstypisch waren. (Vgl. meine
Reflexionen zu
einer Kindheit in der Nachkriegszeit.)
Interessengebiete
Seit meinem zehnten
Lebensjahr las ich wissenschaftliche Expeditionsberichte vor allem von
Fritjof Nansen, aber auch von Sven Hedin und anderen Geographen,
wobei mich nicht die äußeren Abenteuer, sondern die fachlichen und
geographischen Ergebnisse der Expeditionen am meisten interessierten.
Fiktionale Abenteuerbücher konnten mich daher auch nicht reizen. Mit der
Biographie von Nansen verbindet sich für mich letztlich auch
die einzige lebenslange Identifikation mit einer Person, der ich
eine grundlegende Vorbildlichkeit zuordnen kann. Der
naturwissenschaftliche Ansatz war mir zunächst auch besonders wichtig. Von
allen Schulfächern interessierte mich das Fach Chemie am meisten,
in dem ich meinen Mitschülerinnen und -schülern weit voraus war. Daneben
verdanke ich den Angeboten meiner Schule aber auch intensive Beschäftigung
und Interessen im musischen Bereich. Acht Jahre erhielt ich
Geigenunterricht; noch im Studium habe ich im Collegium Musicum der
Technischen Universität Hannover mitgespielt und auch im Hochschulchor
gesungen. Mehr Begabung hatte ich aber im bildnerischen Bereich und habe
mich lange und intensiv mit Malerei und Graphik beschäftigt und als Schüler auch ausgestellt.
Später konnte ich diese Fähigkeiten in der Kartierungspraxis im Fach
Geographie ebenso nutzen wie in meiner publizistischen und
herausgeberischen Praxis, wo sich der Schwerpunkt dann auf Frage der
Typographie und des Layouts konzentrierte.
Berufswahl
Die Berufswahl erfolgte
dann durchaus nicht bruchlos. Zunächst war es für mich klar, Chemie
studieren zu wollen. 1963 nahm ich dieses Studium an der Universität des
Saarlandes in Saarbrücken auf – auch weil diese Hochschule keine
Studiengebühren nahm, was für die beengten finanziellen Verhältnisse
meiner Familie wichtig war –, merkte aber sehr schnell, dass meine
Vorstellungen von diesem Studium völlig falsch gewesen waren. Noch vor
Abschluss des ersten Semesters erkrankte ich schwer. Heute glaube ich,
dass
dies vor allem psycho-somatische Gründe hatte. Zu Beginn des zweiten
Semesters entschloss ich mich dann, dieses Studium aufzugeben. [»Entfernungen
vom Erinnern«, »Auf
der Suche«]
Straßenbahn
Zunächst hatte ich dann
auch keinen Mut zu einem Studienfachwechsel sondern suchte mir noch 1963
einen Job zum Geldverdienen bei der Straßenbahn Hannover (ÜSTRA) zunächst
als Schaffner und mit Beginn des 21. Lebensjahres als Straßenbahnfahrer.
Kurzfristig war ich damit der »jüngste Straßenbahnfahrer Deutschlands«!
Diese drei Jahre bei der ÜSTRA waren für mich wichtiger, als ich zunächst
annehmen konnte. Mein Gesellschaftsbild wandelte sich von Grund auf. Ich
trat in die Gewerkschaft ein und wurde dann auch Mitglied der SPD. Zum
ersten mal bekamen die Kategorien »Solidarität« und
»Professionalität« konkrete Bedeutung. Es entwickelten sich
grundsätzliche Fragen an die Gesellschaft und die Politik, die sich auf
meine spätere erneute Studienfachwahl auswirkten. Auch meine eher
konservativ und moralisch geprägte Auseinandersetzung mit der deutschen
Zeitgeschichte in der Tradition meiner familialen Sozialisation rückte
durch die konkret Erfahrung mit Herrschaftsstrukturen und Sozialer
Ungleichheit in neue Zusammenhänge. Diese Auseinandersetzung mit der
Zeitgeschichte und mit der damals von mir so wahrgenommenen herrschenden
Klassengesellschaft wurde zum Motiv sowohl praktischen politischen
Engagements wie meiner wissenschaftlichen Arbeit. So beendete ich 1966
meine Zeit bei der ÜSTRA (nicht ohne Auseinandersetzungen mit der
Betriebshierarchie) und begann – nach dann aufgegebenen Überlegungen zu einer Ausbildung im
bildnerisch-künstlerischen Bereich – zum Sommersemester 1966 erneut das
Studium an der Technischen Hochschule, bzw. später Universität
Hannover mit den Fächern Geographie und Wissenschaft von der
Politik. Doch auch während des Studiums war es aus finanziellen
Gründen notwendig, regelmäßige Jobs anzunehmen. Ich arbeitete während
dieser Zeit als Fernfahrer in einer Brauerei, mehrfach als Schreibkraft
beim ADAC (Versicherungsabteilung) und beim Finanzamt Hannover-Land
(Lohnsteuerabteilung). 1969 habe ich in der Zeit des
Bundestagswahlkampfes neben dem Studium ein halbes Jahr
als Bundestagsassistent beim nachmaligen parlamentarischen Staatssekretär
und Bildungsminister MdB Helmut Rohde (SPD) gearbeitet. [»Bei
der ÜSTRA«]
Familie
Im Jahre 1967 erfolgte die
Heirat mit Jutta, geb. Eichel. Die Schwiegereltern stammten aus Ostpreußen
und kamen zum Kriegsende nach Niedersachsen. Schwiegervater Otto war als
Gärtner im Gartenamt der Landeshauptstadt Hannover beschäftigt; meine
Schwiegermutter lernte ich bei der gemeinsamen Arbeit im Fahrdienst der
Straßenbahn Hannover kennen. 1968 und 1973 wurden meine zwei Töchter
Carmen und Natascha geboren.
Mit der Familie
unternahmen wir mehrere große Ferienreisen nach Ungarn, Österreich und
Polen. Meine Frau und Natascha begleiteten auch die weiter unten noch
erwähnten Ferienfahrten mit Schülergruppen zum Nordkap und in den Orient.
Der Vater von Gerhard und
die Oma mütterlicherseits starben nach schweren Krankheiten in den 80er
bzw. 90er Jahren und liegen in Hannover bzw. Laatzen bestattet. Ihrem
ehrenden Andenken sollen auch diese Zeilen dienen.
2008 verstarb Jutta Voigt.
Studium 1966
– 1971
Hauptfächer
In meinen Hauptfächern fand ich günstige Studienbedingungen vor, da die
gesellschaftswissenschaftlichen Fächer in Hannover erst im Aufbau und die
Studentenzahlen entsprechend gering waren. Im Fach Soziologie galt eine
Teilnehmerbegrenzung der Seminare und Übungen auf 25 Studentinnen und
Studenten. dennoch konnte ich alle gewünschten Veranstaltungen besuchen
und konzentrierte mich bei Prof. von Ferber vor allem auf
sozialwissenschaftliche Methodik und die »Medium Range Theory«
nach Merton. Daneben konnte ich gute Lehrveranstaltungen zur
Theoriegeschichte hören. Prof. von Oertzen vermittelte in seinen
Lehrveranstaltungen Kenntnisse über die Arbeiterbewegung, die
Sozialdemokratie und die politische Situation in der Bundesrepublik
Deutschland. Hier wurde an den Problemen gearbeitet, derentwegen ich das
Fach Wissenschaft von der Politik gewählt hatte. Zeitweilig
konnte ich mich auch an praktischen Auswertungsarbeiten für ein
Forschungsprojekt von Oertzens beteiligen. Noch intensiver war
die Arbeit im Fach Geographie
Geographie
Die Lernanforderungen
waren sehr stark auf die praktische Geländearbeit konzentriert mit einer
Fülle von Exkursionen, Geländepraktika und Studienfahrten. Gerade diese
Aufgaben eröffneten mir ein vertieftes Verständnis für den didaktischen
Kontext von Arbeitsform und inhaltlicher Vermittlung.
Auch wenn das Selbstverständnis der universitären Geographie kaum
pädagogische Inwertsetzungen mit einschloss, zeigte es sich, dass immanente
Fachstrukturen und universitäre Lernstile in diesem Fach didaktische
Potentiale implizierten, die es dann galt, in die Schulpraxis zu
übertragen.[»Die
Wahl des Studienfaches Geographie«]
Geländeerfahrungen:
Mehrere meiner mich dann
lebenslang begleitenden fachlichen und regionalen Interessenschwerpunkte
wurden durch geographische Arbeit »vor Ort« evoziert und vertieft. Am Ende
des ersten Semesters nahm ich an einer Studienfahrt nach Ungarn
unter der Leitung des Dozenten Dr. Achenbach (später Professor in
Kiel) teil, so dass ich die politischen und sozio-ökonomischen Wandlungen
in diesem Land von 1969 bis heute kontinuierlich verfolgen konnte, wobei
mir in der Folge persönliche universitäre Kontakte und Freundschaften –
wie auch in den anderen Ländern, mit denen ich mich intensiver
beschäftigt habe – zu Gute kamen.
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Nordafrika: |
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Im zweiten Semester hatte ich das ungewöhnliche Glück,
dass mir Dr. Achenbach anbot, ihn im Frühjahr 1967 bei einer
Kartierungsexpedition im östlichen Algerien zu begleiten. Mehrere
Wochen praktischer Geländearbeit zu zweit im Gebiet des Djebel Aurés und
des Djebel Nemencha an der Grenze zu Tunesien im Rahmen des
Afrika-Kartenwerkes der Deutschen Forschungsgemeinschaft konnten
mich intensiv in die geographischen Probleme der ariden Regionen und die
gesellschaftlichen und sozio-ökonomischen Konfliktlagen eines
Entwicklungslandes wenige Jahre nach dem Ende eines blutigen
antikolonialistischen Befreiungskampfes einführen. Über die
geographischen Fragestellungen hinaus weckte dies auch mein Interesse
an der arabisch-islamischen Kultur und Geschichte. Auch wenn eine große
Exkursion nach England und mehrere intensive Geländestudien im
norddeutschen Raum eine thematische Vereinseitigung nicht zuließen,
konzentrierte sich meine fachlichen Arbeitsschwerpunkte zunehmend auf
den Raum Nordafrika und Vorderasien, also das Gebiet, das üblicherweise
als »Orient« bezeichnet wird. Über die eher affirmative und z.T.
eurozentrische Perspektive der Fachgeographie hinausgehend konnte ich
aber nun die kritischen sozialwissenschaftlichen Ansätze meines zweiten
Studienfaches einbringen. [»Die
Algerienreise 1967«]
Iran
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Batna: Moschee
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Durch persönliche Freundschaften begründet, lenkte sich meine
Aufmerksamkeit zuletzt auf Iran, wo die politische Situation
unter dem Regime von Šah Mohammad Reza Pahlawi II.
zunehmend gespannter und repressiver wurde und sich politischer
Widerstand gerade auch unter Exiliranern in Deutschland zunehmend
deutlicher öffentlich artikulierte. Eine Forschungsreise nach Iran
wurde für mich immer interessanter, vor allem deshalb, weil
persönliche Kontakte mir vertiefende Einblicke und
Informationsmöglichkeiten in mehreren Regionen des Landes
versprachen.
Ich hatte dann die
Gelegenheit, diesen Plan einer
Iran-Reise 1970 im Zusammenhang mit meiner schriftlichen
Staatsexamensarbeit zu realisieren und geographische Studien in Zentral-
und Südwestiran zu unternehmen. (Ein
Fotoalbum dazu findet sich auch auf dieser Web-Site!.) Das Thema meiner
Examensarbeit lautete »Physisch-geographische Grundlagen des
Lebensraumes zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes.
Ergebnisse von Untersuchungen in Fars während einer Reise im September und
Oktober 1970. Schriftliche Hausarbeit für die Fachwissenschaftliche
Prüfung für das Höhere Lehramt im Fach Geographie. Vorgelegt am
Geographischen Institut der Universität Hannover im März 1971«.
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Iran: Schiraz,
Bagh-e Eram,
mit Wilfried Eilers |
Staatsexamen
So
konnte ich mein Staatsexamen nach Abschluss des Studiums in der
Regelstudienzeit von acht Semestern in den Fächern Geographie, Politik
und Pädagogik mit der Qualifikation »mit Auszeichnung bestanden«
absolvieren
Beruf als Lehrer seit 1971
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Referendariat
Zur zweiten Phase
meiner Ausbildung
wurde ich als Referendar der Bismarckschule Hannover zugewiesen und habe
1972 mein Zweites Staatsexamen bestanden. Als Schriftliche Hausarbeit habe
ich ein empirisches Projekt in einem Kurs der Sekundarstufe II im Fach Gemeinschaftskunde zum Thema
»Soziale Ungleichheit« dokumentiert. Schon im Referendariat deutete sich eine
berufliche Konzentration auf den Kursunterricht in der gymnasialen
Oberstufe an. Die Bismarckschule Hannover war in Hannover eines der ersten
Gymnasien, das die reformierte Kursstufe, zunächst nach dem »Buxtehuder
Modell«, einführte. Die an diesem Modellversuch beteiligten
Fachkollegen wirkten dann auch mit an der Weiterentwicklung und
generellen Einführung des Kursmodells durch das Niedersächsische
Kultusministerium. Das gab mir die Gelegenheit – unmittelbar nach der
Einsetzung in eine Planstelle als Studienassessor an der
Bismarckschule Hannover – selbst an der Sekundarstufen II Reform
teilzunehmen.
S
II-Reform
Reform der
Sekundarstufe II (Gymnasiale Oberstufe - Kursstufe) |

Bismarckschule
Hannover:
Blick vom "Turm"
auf Dach und Nordturm |
Ich erhielt in der Zeit von 1973 bis
1977 eine
wachsende Zahl von Verlagerungsstunden, um and der Arbeit für das
Kultusministerium in der »Kommission B für das
gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld zur Reform der Sekundarstufe
II« beim Niedersächsischen Kultusminister mitzuarbeiten. Neben der
Beteiligung an den Grundsatz- und Lernzielgruppen war ich Mitverfasser
von drei Kursmodellen, die in den so genannten »Handreichungen«
veröffentlicht wurden, bzw. im letzten Falle veröffentlicht werden
sollten. Es handelte sich um einen Erdkunde-Projektkurs »Wirtschafts-
und sozialgeographische Feldstudien«, einen kombinierten Grund- und
Leistungskurs im Fach Erdkunde »Sozioökologie« und einen
Soziologie-Leistungskurs »Soziale Ungleichheit«. Letzterer wurde
nach dem Regierungswechsel in Niedersachsen aus politischen Gründen von
der Veröffentlichung ausgeschlossen. Eine Publikation erfolgte dann
durch die GEW Niedersachsen. Für das Jahrbuch zum hundertjährigen
Bestehens der Bismarckschule Hannover im Herbst 2006 habe ich einen
Artikel über diese Reformzeit geschrieben, der eine Verbindung
herzustellen versucht zwischen dem Generationserfahrungen meiner
Generation, die mit großem Reformwillen und eher linken politischen
Grundüberzeugungen ihren Berufseinstieg begingen und als junge Lehrer oder
Lehrerinnen neue pädagogische Paradigmen ebenso erprobten, wie dass sie
sich aktiv an den schulpolitischen Umformungen beteiligten. Mein Weg in
diesem Bereich begann mit der Berufung in die Reformkommission B, von der
ich eben schon gesprochen hatte. Mein Artikel trägt den Titel
"Die
Zeit der Reformen Anfang der 70er Jahre in der Bismarckschule Hannover".
Im gleichen Kontext veröffentliche ich auch einen Artikel über die
Geschichte des UNESCO-Clubs der Bismarckschule Hannover,
der
innerschulisch vieles von den interkulturellen und projektorientierten
Reformansätzen umsetzen konnte, die in der Reformphase auch in der
Schulpolitik zum Tragen gekommen waren und die in der heutigen Zeit immer
mehr in Vergessenheit zu geraten drohen oder von der offiziellen
Schulpolitik in Niedersachsen in der Zeit des Kultusministers Busemann
ganz bewusst anathematisiert werden. Dazu lohnt es sich dann wieder, auf
die Ansätze des Emder Arbeitskreises zurück zu sehen, dessen Résumé
ebenfalls auf dieser Internetseite veröffentlicht werden (ursprünglich
erschienen in "politik unterricht aktuell", vgl. auch die Web-Site
http://pu-aktuell.de .
Rahmenrichtlinien
Auch nach der Beendigung
der Sekundarstufen II-Reformkommissionen konnte ich mehrfach an
Rahmenrichtlinien-Kommissionen vor allem im Fach Erdkunde für
das Niedersächsische Kultusministerium mitarbeiten, obwohl ich immer
wieder auch verbandspolitisch motivierte politische Kontroversen
mit dem »Dienstherren« auszufechten hatte und Anfang der achtziger Jahre
disziplinarische Maßnahmen wegen kritischer schulpolitischer Äußerungen
abwehren musste – unterstützt von meinem Rechtsanwalt Gerhard Schröder.
Berufspolitik
Aus Protest gegen die Politik des Kultusministerium habe ich dann auch
mehrere Jahre eine Beförderung zum Oberstudienrat demonstrativ abgelehnt,
um mich nicht Loyalitätskonflikten auszusetzen. Diese Konflikte standen
auch im Zusammenarbeit meiner Arbeit in der GEW und als Vorsitzender des
1978 in Hannover gegründeten Verbandes der Politiklehrer e.V.,
der sich für ein an Emanzipationsforderungen orientiertes Fach Politik
einsetzt.
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UNESCO-Arbeit:
Die UNESCO-Projekt-Schule |
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Die Bismarckschule Hannover führte nicht nur sehr früh die
reformierte Kursstufe ein –parallel zum Übergang von der reinen
Jungenschule mit mathematisch-naturwissenschaftlichem und
neusprachlichem Schwerpunkt zur Koedukation –, sondern war in den
fünfziger Jahren auch eine der ersten so genannten »UNESCO-Modellschulen«.
Diese Selbstverpflichtung führte zu einer internationaleren Ausrichtung
der schulischen Curricula und im Laufe der Zeit zu einer Fülle von
UNESCO-Projekten, internationalen Kontakten und Schulpartnerschaften. Aus
der Zeit meines Wirkens an der Bismarckschule Hannover sollen mehrere
Projektschwerpunkte hervorgehoben werden, die für meine eigene Arbeit
besonders wichtig wurden |
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Arbeitsschwerpunkt Polen |
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Mit der Veränderung der politischen
Paradigmen in der Bundesrepublik Deutschland in den siebziger Jahren ergab
sich auch für die UNESCO-Projekt-Schulen in Deutschland die Chance einer Umorientierung und eines Neubeginns, indem die
internationalen Kontakte nicht mehr nur traditionell in Richtung
Westeuropa geknüpft wurden – das zentrale politische Thema der fünfziger
Jahre mit ersten Schulpartnerschaften mit den Niederlanden, Großbritannien
und mit Frankreich –, sondern bewusst in die neue »Entspannungspolitik«
zwischen West und Ost gestellt wurde. Bezogen auf die deutsche
Geschichte war bevorzugter Partner zunächst Polen. Unter diesem Aspekt
konnte ich 1977 mit einer Schülergruppe eine »Polnische Woche« in
einem Freizeitheim der Stadt Hannover durchführen, die gerade durch die
Dokumentation der Situation im Zweiten Weltkrieg mit Okkupation,
Genozid- und KZ-Herrschaft, aber letztlich auch der Befreiung Polens
und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung erhebliches und z.T.
aggressives öffentliches Aufsehen erreichte. Nach diesem thematischen
Neubeginn erfolgten die ersten Reisen mit Schülergruppen nach Polen
und die Gründung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover e.V.,
an der Kolleginnen und Kollegen der Bismarckschule Hannover maßgeblich
beteiligt waren. Durch die in den achtziger Jahren begründete
Schulpartnerschaft mit dem V. Liceum in Poznan konnte sich dieser
Arbeitsschwerpunkt bis heute verstetigen und wurde in mehreren
Publikationen dokumentiert.
Auf mehreren Routen haben
Gruppen der Bismarckschule alle Regionen Polens erkundet. Im
Oberschlesischen Industrierevier (GOP) besuchten wir Betriebe der
Montanindustrie, darunter des Museumsbergwerk von
Tarnowskie Gory.
Wichtig waren auch die
Besuche in Posen (Poznań),
wo unsere Schule eine Schulpartnerschaft mit dem V. Lyzeum unterhält.
Aber auch die Stadt selbst gehört zu den
besonders sehenswerten Orten in Polen. Posen ist Partnerstadt von
Hannover. Im Herbst 2008 wurde in einem Festakt des 25jährigen Bestehens
dieser Schulpartnerschaft gedacht und die Fortführung des
Schüleraustauschs mit Polen feierlich beschlossen und besiegelt!
Anfangs waren die Grenzübertritte von Polen zur DDR und umgekehrt die
aufregendsten Erlebnisse. Hier daher eine Abschiedsgruppenaufnahme mit
unserem Busfahrer Albert Grund kurz vor Forst. Über die Erlebnisse an den
Grenzen habe ich auch einen
Aufsatz geschrieben, der in "politik
unterricht aktuell" veröffentlicht worden ist
[›Grenzen‹ und ›Blöcke‹:
Nationalstereotypen und symbolisches Alltagsverhalten in Europa. Mit
Schülern im Ausland: Blockdenken, Transformationsprozesse und
Zivilgesellschaft im unmittelbaren Erleben: Beispiele aus der DDR, aus
Polen und aus Ungarn]. |

Kraków Marianska

Tarnowskie Gory


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Arbeitsschwerpunkt
Türkei
Es war nur folgerichtig,
nach diesem Schritt in den Bereich der West-Ost-Beziehungen auch die
andere paradigmatische Dichotomie der deutschen Politik bewusst in die
UNESCO-Arbeit mit einzubeziehen: den Nord-Süd-Konflikt, der in den
didaktischen Konzepten der Fächer Erdkunde und Gemeinschaftskunde
zunehmend einen immer wichtigeren Stellenwert einnahm. Auf der Grundlage
persönlicher Kontakte konnte ich für die Bismarckschule Hannover seit 1985
eine Schulpartnerschaft mit der Istanbul Lisesi aufbauen und noch
im gleichen Jahr die erste Türkei-Reise mit einer
Schülergruppe organisieren. In den folgenden Jahren entwickelte sich ein
regelmäßiger Wechsel von Besuchen in den Partnerstädten, bei denen die
die Unterbringung der Schülerinnen und Schüler in Gastgeberfamilien eine
besondere Rolle spielte. Leider findet der Türkei-Kontakt seit der
Einsetzung eines neuen Direktors vor vier Jahren keine Unterstützung mehr,
so dass seit 1995 keine Schülergruppen der Bismarckschule Hannover mehr in
die Türkei reisen konnte. Insgesamt verschiebt sich das Lernklima der
Schule seither parallel zu den restaurativen Tendenzen der heutigen Schul-
und Bildungspolitik immer mehr hin zu affirmativen und kognitiv
ausgerichteten Lernkonzepten im Rahmen einer moralorientierten,
restaurativen Werteerziehung, wie sie zuletzt in den fünfziger Jahren
bestimmend gewesen war. Die
Lernmöglichkeiten in der Türkei sind vielfältig. Gerade für den
gesellschaftswissenschaftlichen Bereich ist zum Beispiel der Kontakt mit
dem "informellen Sektor" der Wirtschaft sehr aufschlussreich und nicht nur
unter dem Wertbegriff "Armut" zu fassen. Schuhputzer und andere
"Armutsdienstleitungen" sind durchaus angesehene Berufe, so dass die
Scheu, ihre Dienste in Anspruch zu nehmen, durchaus unangebracht ist. Es
hat aber etwas mit den gesellschaftlichen Verwerfungen und
Transformationen beim Aufbau einer modernen
Staatsgesellschaft zu tun. Die Partnerschule der Bismarckschule Hannover ist die traditionelle
bilinguale Schule (Anadolu Lisesi) Istanbul Lisesi, mit der von Mitte der
80er bis Mitte der 90er Jahre ein regelmäßiger Schüleraustausch
organisiert werden konnte, der von unserer Seite dann immer mit einer etwa
zehntägigen Busrundfahrt durch die West- und Zentraltürkei verbunden
wurde. Leider haben die personellen Veränderungen in den Schulleitungen
beider Schulen und ein verändertes Lernklima diesen Austausch dann zum
Einschlafen gebracht. Einige Berichte wurden darüber jedoch
veröffentlicht, als
Heft (=
Publikationsverzeichnis) und als
Internetpublikation
("Ein Jahrzehnt Türkeipartnerschaft").
In den Osterferien 2005
konnte nach zehnjähriger Pause wieder eine
Türkeifahrt mit Schülerinnen und Schülern der Bismarckschule Hannover
stattfinden. Auch wenn der Schulleiter diese Aktivitäten immer noch
totschweigt, war diese Fahrt mit 19 Teilnehmern und Teilnehmerinnen vor
allem aus den zehnten Klassen ein voller Erfolg. Begleitet hat uns mein
Kollege Dr. Nettelmann, der eine großartige Hilfe für das gesamte Projekt
war. In einem gemieteten Kleinbus besuchten wir nach unserem Aufenthalt an
der Istanbul Lisesi, bei dem die Schülerinnen und Schüler wieder in
Familien untergebracht waren, Ankara, Kappadokien (Gülşehir) und Konya.
Leider haben Geldmangel und die Kürze der Zeit nur ein knappes Programm
zugelassen; doch war die Resonanz sowohl bei unseren Teilnehmerinnen und
Teilnehmern wie bei unseren Gastgebern überaus positiv und drängt nach
einer Gegeneinladung ebenso wie nach einer Wiederholung unserer
Türkeifahrten. Auf der Web-Site des UNESCO-Clubs haben wir schon einen
kurzen
Reisebericht und ein
Fotoalbum von unserer Türkei-Reise veröffentlicht. Einen Überblick
über unsere gesamten
Türkei-Aktivitäten findet man ebendort. Diese Web-Site wir 2011
aufgegeben. Die Seiten sind übernommen worden auf die vorliegende
Internet-Publikation.
Mehr
als ein Jahrzehnt Türkei-Partnerschaft der Bismarckschule Hannover - Ein
Rückblick
Aufenthalt in Istanbul und Unterbringung in Familien durch die Istanbul
Lisesi
Türkei-
Rundfahrt Ankara, Kappadokien, Konya, Istanbul. Studienfahrt in den Osterferien 2005
Fotoalbum Philipp Brix (2005)
Fotoalbum Türkei
Fotoalbum Günter Fuchs (1996)
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Konya bei Nacht

Sultanhani Aksaray
Seldschukische Karavanseray

Izmir


İstanbul
Lisesi
historisches Bild |
UNESCO-Club
Gleichzeitig initiierten wir die
Gründung eines rechtsfähigen und gemeinnützigen Vereins, des
UNESCO-Clubs für die
UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover,
e.V., der bei der Konzeption von Partnerschaften,
Schulpatenschaften – z.Zt. mit Institutionen in Bolivien – und bei anderen
schulischen Veranstaltungen und ihrer Dokumentation in einer
Schriftenreihe (Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule
am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V., die regulär über den
Buchhandel bezogen werden kann und die ich selbst betreue und redigiere)
als Träger auftreten kann.
»Eine-Welt-Laden«
Der UNESCO-Club
ermöglichte daher auch die Gründung und den Betrieb
des »Dritte-Welt-Ladens« in der Bismarckschule Hannover, der dann in
»Eine-Welt-Laden« umbenannt wurde und von einer Arbeitsgruppe aus der
Schüler- und Lehrerschaft getragen und betreut wird und den Schülerinnen
und Schülern der Schule fair gehandelte und ökologisch nachhaltig
erzeugte Produkte aus dem Bereich Nahrungs- und Genussmittel, Papierwaren
und Kunstgewerbe anbietet. Leider musste der Eine-Welt-Laden 2002
geschlossen werden, da die Schulleitung auf der Priorität der Nutzung als
Klassenraum bestand und nicht bereit oder in der Lage war, in unserem
Schulgebäude adäquaten Ersatzraum bereit zu stellen. Es ist bedauerlich,
dass diese wichtige und erfolgreiche Lernmöglichkeit für die Schülerinnen
und Schüler verloren gegangen ist.
Studienfahrten
Erhebliche Konflikte in
der Schule entbrannten in den achtziger Jahren um die Bedeutung von in
den Unterricht, insbesondere die Kurse der Sekundarstufe II einbezogene
regelmäßige Studienfahrten. Ich stellte mich dabei in aller Konsequenz auf
den Standpunkt, dass Studienfahrten als zentrale Aufgaben der Schule nicht
in Arbeitskampfzusammenhänge hineingezogen werden dürfen und
grundsätzlich nicht disponibel sein sollten. Trotz einer folgenden
Polarisierung im Kollegium setzte sich diese Position mehrheitlich durch,
so dass regelmäßig Studienfahrten angeboten und durchgeführt werden.
Neben den genannten Fahrten nach Polen habe ich mich bemüht, vor allem
Ungarn als Thema und Studienfahrtziel regelmäßig einzubringen. Auch dieser
Arbeitsschwerpunkt wurde durch Berichte in der Schriftenreihe des
UNESCO-Clubs publiziert und dokumentiert.
Multiplikatorenarbeit
Ein wichtiger Aspekt der
UNESCO-Projekt-Schul-Arbeit ist, dass die internationale und
interkulturelle Arbeitsperspektive nicht nur schulintern zum Tragen
kommt, sondern Modellcharakter beansprucht, der Entwicklungen in
der Öffentlichkeit und in der Schul- und Bildungspolitik initiiert. Wir
haben daher ausgehend von der Arbeit einer UNESCO-Projekt-Schule an
der Bismarckschule Hannover versucht, folgende über die gemeinsame Arbeit
von Eltern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern
hinausgehende Auswertungsschwerpunkte zu setzen, die einen wichtigen Teil
meiner Arbeitszeit bis heute beanspruchen:
-
Unsere Arbeit findet im Kontakt mit der örtlichen Öffentlichkeit statt;
die Tageszeitungen von Hannover berichten regelmäßig über unsere
Arbeit.
-
Größere Projekte werden grundsätzlich in Zusammenarbeit mit externen
Institutionen, z.B. den Trägern der Politischen Bildung durchgeführt;
städtische Stellen und Kommunalpolitiker werden einbezogen.
-
Ergebnisse und Erfahrungen der UNESCO-Projekt-Schul-Arbeit werden in
Tagungen und Lehrerfortbildungsveranstaltungen vorgestellt und damit
einer kritischen Diskussion unterzogen. Letztlich soll hier eine
Verknüpfung mit fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Auswertung
und mit dem universitären Bereich möglich werden. Dazu dient dann vor
allem auch die
-
Publikation einer eigenen Schriftenreihe (Schriftenreihe des
UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover)
und die Beteiligung an verschiedenen
-
Forschungsvorhaben im Bereich der Fachdidaktik, der Politischen Bildung
und des Interkulturellen Lernens.
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Reisen mit Schülerinnen und Schülern
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Zur Ergänzung der
offiziellen Programme der UNESCO-Projekt-Schul-Arbeit der
Bismarckschule Hannover konnte ich einen besonderen Beitrag leisten,
indem ich mehrfach größere Auslandsreisen in den Ferien anbot, die auf dem
Prinzip der Eigenverantwortlichkeit und der wissenschaftspropädeutischen
Vorbereitung und Auswertung fußten. Im Vordergrund stand dabei auch die
Chance, eigene regionale Kompetenzen umzusetzen und zu vermitteln.
Folgende Reisen mit Schülerinnen und Schülern der Bismarckschule wurden
von mir durchgeführt und sind in ihren Ergebnissen in meiner
wissenschaftlichen Arbeit ausgewertet worden: [»Inhaltsverzeichnis (Index der Reisen)«] |
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1974 Iran.
Mit zwei VW-Bussen fuhr
eine Gruppe von 9 Teilnehmern auf dem Landwege durch Jugoslawien und die
Türkei nach Iran
(Presseberichte). Nord- und Nordostiran, Tehran, Esfahan und Shiraz waren
Schwerpunkte des regionalen Programms, das in einer Reihe von
Zeitungsberichten dokumentiert wurde. In Shiraz haben wir uns besonders
lange und gern aufgehalten, nachdem wir in Eghlid familiäre Betreuung
durch die Familie Mostafawi genossen hatten. Ein sehenswertes Denkmal in
dieser Stadt ist das Grabheiligtum des lokalen Heiligen Shah Cheragh.
An der Hauptausfallstraße
finden wird die "Blumenuhr", wie überhaupt die sorgfältig gepflegten
Rasen- und Rosenrabatten ein Kennzeichen dieser Stadt sind, der "Stadt der
Rosen, der Dichter, der Nachtigallen und des Weines" ... |

Shiraz /
Shah Cheragh |
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Shiraz /
Blumenuhr |
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1980 Nordafrika.
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Wiederum mit zwei Fahrzeugen und diesmal
12 Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnte eine inhaltlich sehr
ertragreiche Reise durch Marokko, Algerien und Tunesien unternommen
werden. |

Algerien /
Dj Nemenchas |
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Vor allem auch Informationsbesuche bei
Entwicklungsfachleuten in den deutschen Botschaften der drei Länder haben
das fachliche Bild ergänzt. Auf der Gebirgspiste
von Khanga Sidi Nadji in Ostalgerien kommen wir durch eine echte
Wüstengebirgslandschaft. Die Hitze erreich zeitweise fünfzig Grad im
Schatten, das Sonnenlicht ist grell: ein bleibender Eindruck für ein Gruppenphoto am VW-Bus. |
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1983 Nordkap.
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dass von Hannover aus das
Nordkap genauso weit entfernt ist wie die zentrale Sahara, wird erst bei
der langen aber äußerst interessanten
Autofahrt durch Schweden und Finnland und die Rückfahrt entlang der
norwegischen Küste deutlich. |

Am Nordkap |
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Direkt am Nordkap findet sich eine
stilisierte Weltkugel als Landmarke für den Blick nach Norden, dort wo die
Polarforscher wie Nansen ihren Weg gesucht haben. Hier stellt sich unsere
Reisegruppe zu einem Gruppenphoto zusammen. Von dieser
Fahrt existiert hier auch ein
Fotoalbum mit Bildern aus Norwegen.
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1987 Orient.
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Die aufwendigste Reise
bildete den bisherigen Abschluss dieses Programms: mit vier Fahrzeugen
und zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch die Türkei, Syrien und
Jordanien, einer Überfahrt auf die Sinai-Halbinsel, Besuch von Kairo und
Alexandria und einem Abschluss in Israel mit einer Schiffsrückfahrt von
Haifa nach Piräus. Auf den Web-Seiten des UNESCO-Clubs ist der
Umfangreiche Bericht über diese Orientreise wiedergegeben. |

Am Golf von Aqaba |
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Um auch hier einige
Fotos zeigen zu können, ist eine
Photoalbumseite beigefügt worden. Ein
kleiner Einblick soll die Badeidylle darstellen am Strand von Aqaba in
Jordanien: >50° C Lufttemperatur, >80 % Luftfeuchtigkeit, neblig-schwül,
Wassertemperatur ca. 30° C und das "kalte" Wasser der Duschen nicht viel
kühler... |
Frustrationen am Ende meiner beruflichen Laufbahn (2003)
In der Schule hat sich
gegenüber den achtziger und neunziger Jahren vieles geändert, und ich
meine: nicht zum besseren. Viele in den siebziger und achtziger Jahren
erkämpfte Positionen und pädagogischen Innovationen werden dem sich
wandelnden Zeitgeist einsprechend zurück gedreht. Im Mittelpunkt steht,
ganz im Sinne des derzeitigen Kultusministers in Niedersachsen und eines
falsch verstandenen Ergebnisses der internationalen PISA-Studie, ein Schul- und Schülerbild, das auf die autoritären
Strukturen früherer Jahrzehnte zurückweist:
Politische Arbeit seit 1971
SPD
[»Gewerkschaft
und Parteipolitik - Vierzig Jahre Sozialdemokrat...«]
Vor allem in den siebziger
und achtziger Jahren war ich aktiv an der politischen Arbeit und der
Willensbildung in der hannoverschen Sozialdemokratie beteiligt.
Nach meiner Tätigkeit als Bundestagsassistent verwarf ich jedoch die
Option einer Berufsperspektive als Politiker, die mir zunächst in der
Kommunalpolitik angetragen wurde, da mir die Arbeit in der Schule und
parallel dazu in der Politischen Bildung als Erfolg versprechender
erschien. Die politische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland in
den neunziger Jahren entfremdete mich aber immer mehr der SPD, ohne dass
andere Parteien mir jemals näher gestanden hätten. Vor allem die
Ausländer- und Asylpolitik der SPD und der Bundesregierung auf Grund
der damit verbundenen Menschenrechtsproblematik kann von mir
nicht mitgetragen werden. Nur folgerichtig ist es, dass auf Landesebene die
Bildungs- und Schulpolitik nach meiner Überzeugung verfehlten
herkömmlichen politischen Paradigmen verpflichtet bleibt und dass, wie
insgesamt in der Politischen Kultur Deutschlands und der darauf
aufbauenden Politischen Bildung, ein grundlegender Paradigmenwandel
dringend einzufordern ist. Zunächst hoffte ich, durch die
Verbandsarbeit
im von mir auch heute
wieder geleiteten
Verband der Politiklehrer einen Ansatzpunkt öffentlicher
politischer Wirksamkeit zu finden. Parallel zu dem politischen Versagen
der GEW meldete sich aber auch der Großteil der Politiklehrerinnen und
-lehrer aus der öffentlichen Diskussion über die Politische Bildung ab.
Durch die mangelhafte Einstellungssituation von Politikunterrichtenden in
allen Bundesländern sind auch von jüngeren Kolleginnen und Kollegen keine
nennenswerten und wirksamen Impulse zu einer inhaltlichen Diskussion über
die Zukunft der Politischen Bildung erfolgt und zu erwarten. So bleibt
derzeit eigentlich nur der Versuch, auf wissenschaftlicher Ebene Zeichen
zu setzen und die didaktische Grundsatzdiskussion in der Hoffnung auf
einen noch möglichen Paradigmenwandel am Leben zu erhalten
DPG
Ich bin seit ihrer
Gründung Mitglied in der
Deutsch-polnischen Gesellschaft Hannover, e.V., aus der ich wegen
Vereinsinterner Intrigen und Querelen, die zur Abwahl meines Freundes Dr.
Lothar Nettelmann als Vorsitzendem, 2003 ausgetreten bin.
DTA
Seit
der Gründung bin ich 1996 Mitglied bzw. Vorstandsmitglied, seit Juli 2004
als Vorsitzender, in der
Deutsch-Türkischen Vereinigung für Sozial- und Geisteswissenschaftlichen
Austausch, Hannover, e.V., die am Soziologischen Institut der
Universität Hannover gegründet wurde und vor allem regelmäßige
sozialwissenschaftliche Colloquien in Deutschland und in der Türkei
veranstaltet. Nachdem die langjährige Initiatorin und Vorsitzende der
DTA, Prof. Dr. Elçin Kürşat, im Herbst 2004 ihre Professur
an der der Universität Hannover aufgibt, um zurück in die Türkei
überzusiedeln, habe ich den Vorsitz der DTA übernommen. Die Web-Site der
DTA -
http://www.dta-uni-hannover.de/ - wird von mir gestaltet und -
möglichst - aktuell gehalten. Auf dieser Web-Site wird auch - mit tiefem
Bedauern - dargestellt, wie eine rechtliche Intrige eines DTA-Mitgliedes
und eine darauf folgende Prozessflut noch zur Zeit des Vorsitzes von
Elçin
Kürşat
diese zur Aufgabe zwingt und den Verein finanziell und personell so
schwächt, dass auch meine intensiven Bemühungen als ihr Nachfolger es
nicht erreichten, die DTA vor der Insolvenz zu bewahren, so dass dieser
Verein heute nicht mehr besteht. Die Arbeit an der Web-Site habe ich nicht
eingestellt und betreibe sie auf eigene Kosten weiter, weil mir die Ziele
eines verstärkten kulturellen und wissenschaftlichen Kontaktes zwischen
Deutschland und der Türkei wie eh und je von besonderer Bedeutung sind und
ich hoffe, dass meine Kontakte mir helfen werden, meine wissenschaftliche
Arbeit über dieses Thema nach meiner Pensionierung im Sommer 2009 zu
intensivieren und weiter zu führen können.
Tagungen, Referate seit
1978
Lehrerfortbildung
Ich bin regelmäßiger
Mitarbeiter bei Lehrerfort- und -weiterbildungsveranstaltungen des
Niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfortbildung (NLI), sowohl als
Referent als auch als Tagungsleiter. Schwerpunktthemen sind dabei Polen,
Türkei und Islam, aber auch sozialwissenschaftliche Grundsatzfragen oder
die Thematik der Schlüsselprobleme. Im Rahmen der
Lehrerfortbildungsveranstaltungen betreute ich auch Religionskundliche
Seminare zum Thema Islam – einmal mit ausschließlich türkischen Grund-
und Hauptschullehrern des »muttersprachlichen Unterrichts« – und zum
Interkulturellen Lernen. 1998/99 konnte ich wesentlich den
gesellschaftswissenschaftlichen Themenbereich einer größeren
Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahme für Unterrichtende für das
Fach »Werte und Normen« planen und durchführen.
UNI
Göttingen
In den achtziger Jahren
arbeitete ich mehrere Jahre lang mit dem Institut für Politikdidaktik
der Universität Göttingen, Prof. E.-A. Roloff, zusammen in der
regelmäßigen Veranstaltung von Kontaktseminaren, in denen
politikwissenschaftliche Themenbereiche für Studentinnen und Studenten
als Hauptseminar, für externe Teilnehmerinnen und Teilnehmer als
offizielle Veranstaltungen der Lehrerfortbildung angeboten wurden.
Vorübergehend wurde diese Arbeit ergänzt durch einen Lehrauftrag am
Institut zum Themenbereich Dritte-Welt-Didaktik. In diesem
Zusammenhang betreute ich eine empirische Untersuchung über die
mentalen Einstellungen und Stereotypen von niedersächsischen
Gymnasiasten zum Thema »Dritte Welt« [Internetpublikation:
Arbeiten zur Dritte-Welt-Didaktik und Globalisierung].
Tagungen
Neben Tagungen, die ich
selbst für den Verband der Politiklehrer veranstaltet habe, bin ich
regelmäßig als Referent zu Tagungen der Friedrich-Ebert-Stiftung, der
Konrad-Adenauer-Stiftung, des SSIP und der Niedersächsischen
Landeszentrale für Politische Bildung aufgetreten mit den gleichen
Schwerpunktthemen wie in der regulären Lehrerfortbildung. Ein
Arbeitsschwerpunkt war dabei die Teilnahme an
Lehrerfortbildungsveranstaltungen in den neuen Bundesländern. Für den
Verband der Schulgeographen wie für das SSIP vertrat ich
entwicklungspolitische Themen. Nach einer großen Tagung zur Politischen
Bildung in Grevesmühlen 1998 zum Thema »Krise der Politik – Krise der
Politischen Bildung«, die in einem gewichtigen Themenband dokumentiert
wird, soll dieses Programm in Schwerin in einer Folge von Tagungen im
Zweijahresrhythmus verstetigt werden.
Publikationen
Viele der genannten
Veranstaltungen finden ihren Niederschlag in Aufsätzen und Publikationen.
Daneben publiziere ich regelmäßig in fachpädagogischen Zeitschriften und
arbeite an Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien mit. Das dokumentiere
ich in einer beigefügte
(Auswahl-) Literaturliste.
Persönliches um die Jahrtausendewende
Äußere Lebensumstände
Einige der in der Biographie
aufgeführten Rahmenbedingungen und Beziehungen wurden aufgegeben. Das
parteipolitische Engagement habe ich abgebrochen, da sich die Politik der
SPD immer weiter in eine konservative Richtung hin bewegte, so vor allem
in der restriktiven Ausländerpolitik von Innenminister Schily und der
restaurativen Bildungspolitik in Niedersachsen unter der damaligen
SPD-Kultusministerin. Ich dachte, dass es nicht schlimmer kommen könnte,
habe mich dabei aber getäuscht. Der CDU-Kultusminister Busemann übertrifft
alle meine negativen Erfahrungen und Erwartungen, indem er zurück steuert
in eine reaktionäre Klassenschule, in der kognitives Pauken und (soziale)
Auslese Ziel und Charakter der Schulbildung geworden sind und die
pädagogischen Konsense und Fortschritte der letzten dreißig Jahre einfach
beiseite geschoben werden. Eigentlich freue ich mich erstmals auf die
Pensionierung in spätestens fünf Jahren, um diese Katastrophenschule
hinter mir zu lassen, in der weder Schulleitung noch das (erfreulich) jung
gewordene Kollegium den Mut zu nachhaltigem Aufbegehren und Widerstand
haben.
Da auch die GEW keinen
konstruktiven Beitrag zu einer "Wende in die Zukunft" aufbringt und
aufgebracht hat, sondern tendenziell die Kämpfe der Vergangenheit in immer
neuen Aufführungen weiter durchspielt, habe ich auch diese Organisation
verlassen in der Hoffnung, dass sich die Gewerkschaften zu konstruktiveren
dialogischen Zukunftsperspektiven durchringen können.
Die neusten
bildungspolitischen Diskussionsbeiträge der SPD in Niedersachsen und in
Schleswig-Holstein geben dagegen wieder etwas Mut und die Hoffnung, dass
sich diese Initiativen nicht wieder ins überkommenen Schulstrukturdebatten
erschöpfen, sondern dass diesmal aus den Krisenbefunden der Bildung
inhaltliche innovative Konzepte entwickelt werden. Das würde die ehemalige
SPD-Kultusministerin Jürgens-Pieper aber sicherlich intellektuell
überfordern!
Leider sind auch andere
Arbeitsfelder, die sich für innovative Konzepte anbieten, von der
personellen Auszehrung bedroht und werden zunehmend Querulanten,
Prozesshanseln und profilierungssüchtigen Vereins-Egomanen überlassen, die
eine sachliche Arbeit kaum noch möglich erscheinen lassen. Das ist in der
Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover so geschehen, die wohl jetzt in
den letzten Zügen liegt, als auch in der
Deutsch-Türkischen Vereinigung für Sozial- und Geisteswissenschaftlichen
Austausch, Hannover, e.V., die durch völlig überflüssige Klagen und
Prozesse in die Insolvenz und damit 2004 in die Auflösung getrieben wurde.
Unsere bisherige hoch verehrte Vorsitzende, Prof. Dr. Elçin Kürşat, hat
das Handtuch geworfen und sich als Pensionärin in die Türkei zurück
gezogen. Seit Herbst 2004 versuchte ich als Interims-Vorsitzender noch zu
retten was zu retten war. Im Frühjahr 2006 haben sich diese Hoffnungen
auch verflüchtigt und der Verein konnte die notwendige Insolvenz wegen
völligen Mangels an Mitteln nicht durchführen und gilt damit faktisch als
aufgelöst. Dennoch hoffe ich, dass die inhaltliche Arbeit, insbesondere
die deutsch-türkischen Tagungen, unter einem anderen organisatorischen
Dach weiter geführt werden kann und dass die eingeführte Web-Site unter
dem Namen
www.dta-uni-hannover.de weiterhin Bestand haben wird.
Leider sind auch die
beiden anderen von mir vertretenen Vereine, der
UNESCO-Club Hannover [Wer ist der UNESCO-Club für
die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover?
Eine Vorstellung. Manuskriptfassung]
, dessen
Aufgaben ich auch auf dieser Web-Site vorstelle, und der
Verband der Politiklehrer, zu dessen Bedeutung für mich an
anderer Stelle etwas gesagt wird, von der für unsere Zeit typischen
Auszehrung betroffen: Mitgliederschwund, Desinteresse an inhaltlicher
Mitwirkung, finanzieller Nullstand, der nur durch die Zuwendungen von zwei
bis drei Vorstandsmitgliedern vor der Insolvenz bewahrt bewahrt wird, so
dass letztlich die Arbeit nur noch virtuell im Internet stattfindet - der
Aufgabe, der ich mich heute vor allem widme. Auch unsere
Verbandszeitschrift "politik unterricht aktuell" ist in der
Internet-Ausgabe der Printausgabe um etwa drei Jahre voraus! Der
Arbeitsschwerpunkt Türkei findet seit kurzem einen eigenen Auftritt auf
der Internet-Seite
http://www.tuerkei-didaktik.de, die von dem "Netzwerk Interkulturelle
Kommunikation", an dem die drei genannten Verbände beteiligt sind,
herausgegeben wird.

Pläne
Mit meinen persönlichen
Plänen ist es nicht mehr weit her. Mit meiner Pensionierung im Sommer 2009
fehlen schulische Perspektiven vor allem auch die Pläne für Studienfahrten
und integrierte Projekte. In der derzeitigen schulpolitischen Situation
ist dies aber wohl ohnehin ein Trauern um bessere Zeiten. Als Witwer fehlt
mir dann auch weitgehend der familiäre Rahmen für weitere Pläne.
Das Wichtigste, was ich in der nächsten Zeit noch leisten und
fertig stellen will, ist die Arbeit an meinem großen Iran-Buch zur
didaktischen und sozialwissenschaftlichen Bedeutung der Islamischen
Revolution in Iran ("Die Islamische Revolution in Iran als
Gegenstand der Politischen Bildung und als Herausforderung für den
sozialwissenschaftlichen Unterricht. Untersuchungen zum Paradigmenwandel
in der Politischen Bildung und zum Diskurs in der Politikdidaktik.")
Damit knüpfe ich an meine geographischen Anfänge an und möchte so den
Erkenntnisfortschritt dokumentieren und gleichzeitig Landmarken für einen
pädagogischen Paradigmenwechsel setzen. Die Arbeit an diesem Buch musste
durch persönliche und familiäre Schicksalsschläge und eigene Arbeitsüberlastung
über jetzt bald vier Jahre hin unterbrochen werden, doch habe ich die
Hoffnung noch nicht aufgegeben, vor allem da das Rohmanuskript eigentlich
fertig ist...
Ein wesentlicher Teil
meines Engagements richtete sich viele Jahre darauf, Schülerinnen und
Schülern durch Studienreisen einen neuen Blick auf die Welt, Weltoffenheit
und neue soziale Lerndimensionen zu eröffnen. Auf mehreren Ebenen wird
dies zunehmend behindert. Zunächst sind hier didaktisch-curriculare
Veränderungen, die das erfahrende und entdeckende Lernen auch von den
zeitlichen Möglichkeiten her in den Hintergrund treten lassen. Von
Schülerschaft und Elternschaft geht hier kein Impuls aus, da der äußere
Leistungsdruck so erhöht worden ist, dass als "zusätzlich" wahrgenommene
Angebote der Schule eher als Behinderung für einen guten Schulabschluss
denn als zentrale Chance der Bildung und des Lernens für das Leben
verstanden werden. Die Zahl der freiwilligen Teilnehmerinnen und
Teilnehmer wird immer geringer. So werde ich, wenn das Alter und meine
Kräfte es zulassen wohl diese Ziele abseits der eigenen Praxis
schulpolitisch und fachlich weiter verfolgen in der Hoffnung, doch noch
das eine oder andere bewirken zu können.
In der Schule selbst
nehmen die organisatorischen Schwierigkeiten zu. Viele Kolleginnen und
Kollegen fassen den Ausfall einzelner Stunden ihres Faches zu Gunsten von
Exkursionen und Studienfahrten eher als persönlichen Affront und
unzumutbare Belastung auf denn als gemeinsames Wirken an einem
pädagogischen Leitbild. Die Fragmentierung der Bildung in Fächer und
"verbindliche" Wissenshäppchen spiegelt die soziale und kulturelle
Fragmentierung unserer Gesellschaft wider anstatt ihr in der Schule ein
integratives Bildungsangebot entgegen zu setzen, das sich weniger an
kognitiven Wissenskanons sondern an den primären "soft skills"
orientiert...
Am 1. August 2009 endete meine schulische
Laufbahn mit der Pensionierung.
Meine Abschiedsrede an die "School-Community"
ist hier ebenfalls abgedruckt:
"Pensionierungsrede"
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