Persönliche Homepage von Gerhard Voigt

Home Was gibt's Neues? Inhalt Begrüßung Biographie UNESCO-Club Reisen Türkei Skandinavien Osteuropa Ungarn Naher Osten Iran In memoriam Schule und Politik Publikationen Soziologie Deutschland Staatsgesellschaft Globalisierung Artist's page Ronnenberg Weblinks Impressum

http://www.voigt-bismarckschule.de

 

Zur Seitennavigation
Zur vorhergehenden Seite der Autobiographie - Kapitel einer Autobiographie: Die Zeit der Reformen Anfang der 70er Jahre in der Bismarckschule Hannover
Zur nachfolgenden Seite der Autobiographie - Kapitel einer Autobiographie: Das Imperium schlägt zurück - Ritter, Tod und Teufel. Szenen und Gedankenspiele: Widerstand

Notizen und Skizzen zu einer Autobiographie: Überblick über die einzelnen Kapitel

   
   

 

     
   

Biographische Texte nach dem August 2009

I. Abschied

38 Jahre im Schuldienst an der Bismarckschule Hannover

II. so what?
Auseinandersetzung mit dem Alter in literarischen Zitaten

III. Zum Beginn des Schulneubaus
Eine Leserbriefkontroverse

II.

so what?

Eine Straßenkreuzung. Zwei Fahrzeuge rasen aufeinander zu. Wenn sie aufeinander treffen verursacht der Unfall nicht vorauszusehende Schäden, Leid, Tod? auf jeden Fall das Ende der Fahrt. – Wenn zwei Gedanken aufeinander treffen...? Wäre hier nicht ein Teilchenbeschleuniger ein besseres Bild? Mit unvorstellbarer Geschwindigkeit werden hier kontrollierte physikalische „Unfälle“ provoziert, in der Hoffnung, die Materie besser erkennen zu können – oder um Neues zu erzeugen, das von dem Aufprallort hinweggeschleudert wird... Wie kann eine solche Werkstatt von Gedankenbeschleunigern aussehen? Die eigenen Gedanken sind meist selbst dann wenn sie wirr sind doch vorhersehbar gleichgerichtet; nur selten prallen sie, Neues schaffend, aufeinander. In einer gesellschaftlich domestizierten Kommunikation versuchen rationale Diskurse solchen Aufeinanderprall zu generieren, meist mit eher drögen und wenig überraschenden Ergebnissen. Viel überraschender ist das spontane Kaleidoskop von gerade gelesenen oder plötzlich wieder assoziierten gedanklichen Fundstücken aus Literatur und Kunst – nicht, um hier fremde Gedanken wiederzugeben oder rational einzuordnen, sondern um sie als Funken sprühende neue Gedanken in die eigenen Gedankenkontexte einzubauen, diesen entweder unvermutete Dimensionen oder Tiefen zu erschließen oder den Leser zu Perspektiven in Metaebenen zu verleitend, wohl wissend, dass (gute) Literatur selbst schon eine Metaebene der Realität darstellt.

Perspektivismus

ist ein anderes Wort für seine Statik:

Linien anlegen,

sie weiterführen nach Rankengesetz –

Ranken sprühen –,

auch Schwärme, Krähen,

auswerfen in Winterrot von Frühhimmeln,

dann sinken lassen –

du weißt – für wen.1

Hier an ein Gedicht von Nietzsche zu denken, in dem die Krähen schwirren Flugs... Die Perspektiven aus meinem „Teilchenbeschleuniger“ verwinden sich zu einem Kaleidoskop von Zitaten, Erinnerungen, spontanen Einfällen und … Wünschen, dieses mitzuteilen – „bald wird es schneien, wohl dem, der jetzt – noch Heimat hat.“ – So wie aus der Commerzbank die Merzkunst und schließlich der Merzbau wurde, so wird aus dem Zitat die Zitadelle, von der ich meine persönliche Wahrheit zu beherrschen suche.

Die Zitatencollage im Folgenden ist kein plagiieren fremder Gedanken, sondern die Hommage an fremde Gedanken und Ausdrucksformen, die längst einen sicheren Platz in meiner eigenen Realität gefunden haben und den Leser auffordern, neben meinen Gedanken eigene Metaebenen der Realität zu finden... Es beginnt mit einem ungewöhnlich langen Zitat, das meine Freunde sicher auch im hiesigen Kontext entschlüsseln können. Aber Achtung: Die Mord- beziehungsweise Selbstmordüberlegungen von Frau Rosemarie Wun­derlich Hermans­son sind nicht der persönliche Berührungspunkt; aber wer hier eine Metaebene einzieht...

»Doch als sie ihren Rücken streckte und die vertrauten Mor­genschmerzen zwischen dem dritten und vierten Len­denwirbel spürte, kamen auch die Alltagsgedanken angeschlichen. Ein sicherer, wenn auch ziemlich lang­weiliger Balsam für die See­le. Sie empfing sie mit einer Art träger Dankbarkeit, schob die Hände in die Achseln und schlurfte ins Badezimmer. Man ist so schutzlos morgens, dachte sie. So nackt und bloß. Eine drei­undsechzigjährige Handarbeitslehrerin ermordet nicht ihren Mann, das ist vollkommen ausgeschlossen.

Sie war zwar außerdem auch noch Deutschlehrerin, aber das änderte die Tatsachen nicht nennenswert. Ließ sie in keiner Weise akzeptabler erscheinen. Was um alles in der Welt soll­te es in dieser Frage für einen Un­ter­schied machen, wenn sie Handarbeiten und Deutsch unterrichtete?

Das hieß dann wohl, der eigenen Wanderung im Jammertal ein Ende zu setzen, dachte Rosemarie Wun­derlich Hermans­son. Machte Licht, betrachtete ihr breites, glattes Gesicht im Spiegel und stellte fest, dass je­mand ein Lächeln daraufgeklebt hatte.

Warum lächle ich?, fragte sie sich. Es gibt doch weiß Gott keinen Grund zum Lächeln. Mir ist es noch nie schlech­ter in meinem ganzen Leben gegangen, und in einer halben Stunde wacht Karl-Erik auf. Was hatte der Schulleiter gesagt? Das tief klingende Erz, das ... das was? ... das dem heranwachsenden Geschlecht den mo­ralischen und wissenschaftlichen Reso­nanzboden verleiht? Wo zum Teufel hatte er das her? Dieses Ge­fasel. Jahrgang für Jahrgang, Generation für Generation, vierzig Jahre lang. Eine pädagogische Fichte.

Ja, Fläskbergson hatte Karl-Erik tatsächlich als pädagogische Fichte bezeichnet. Konnte darin ein Funken Iro­nie verborgen sein?

Vermutlich nicht, dachte Rosemarie Wunderlich Hermans­son und pflügte mit ihrer elektrischen Zahnbürste tief in die rechte Wange hinein. Vera Ragnebjörk, ihre einzige Kollegin in Sachen Deutsch, das in der Kym­linge-Schule am Ausster­ben war, pflegte zu behaupten, dass Fläskbergson die ironische Dimension ganz und gar fehle. Weshalb man mit ihm nicht wie mit einem normalen Menschen sprechen konnte, und vermut­lich war es diesem einzigartigen Mangel zu verdanken, dass er auch nach mehr als dreißig Jahren immer noch auf sei­nem Pos­ten als Schulleiter saß.

Fläskbergson war nur ein Jahr jünger als Karl-Erik, aber gut und gern vierzig Kilo schwerer, und bis zu dem trau­rigen Tag vor fast acht Jahren, als seine Ehefrau Berit umgekommen war, nachdem sie in Kitzbühel aus einem Skilift gefallen war und sich das Genick gebrochen hatte, hatten sie miteinander ver­kehrt. Zu viert. Zu Bridge­abenden oder so. Eine Theaterreise nach Stockholm. Eine Katastrophenwoche auf Kreta. Rosema­rie über­legte, dass sie Berit ein wenig vermisste, nicht jedoch Fläskbergson. Den Umgang mit ihm sozusagen.

Wa­rum stehe ich eigentlich hier und verschwende meine kostbaren Morgenminuten damit, an diese ein­di­men­sionale Null zu denken?, fragte sie sich schließlich. Warum sehe ich nicht lieber zu, in aller Ruhe meine Mor­genzeitung zu lesen? Offenbar bin ich dabei, die Kontrolle zu verlieren.

Aber auch bei Kaffee und Zeitung stellten sich keine besseren Gedanken ein. Es gab keine Lichtblicke. Als sie den Blick hob und auf die Küchenuhr schaute - ein Impulskauf bei IKEA für 49,50, vor langer Zeit, im Herbst 1979 und vermutlich unver­wüstlich - zeigte diese zwanzig Minuten nach sechs, es würde noch min­de­stens siebzehn Stunden dauern, bis ihr die Gnade zuteil werden würde, wieder in ihr Bett kriechen zu dürfen und einen weiteren düsteren Tag mit seinen Ereignissen hinter sich zu legen. Und zu schlafen, nur zu schlafen.

Heute war Sonntag. Es war ihr zweiter Tag als glückliche Pensionärin, die letzte bedeutungsvolle Ver­än­de­rung im Le­ben, bevor der Tod eintrat, wie eine freundliche Seele bemerkt hatte, und sie sagte sich, dass sie, hätte sie nur einen Zugang zu einer Waffe gehabt, bereits beim Aufwachen, als sie daran erstmals gedacht hatte, von ihr Gebrauch gemacht hätte. Sich eine Kugel in den Kopf geschossen, bevor Karl-Erik in seinem ge­streiften Pyjama in die Küche gekommen wäre, bevor er sich gestreckt und erklärt hätte, er habe ge­schla­fen wie ein Kind. Wenn diese Nahtod-Schilderungen stimmten, die sie gelesen hatte, hätte es anschließend in­teressant sein können, unter der Decke zu schweben und sein Mienenspiel zu betrachten, wenn er sie fände, über dem Tisch zusammengebrochen, den Kopf in einer großen, warmen Blutlache liegend.

Aber so etwas tut man nicht. Schon gar nicht, wenn man kei­ne gute Waffe hat und auch ein wenig an die Kin­der denken muss. Sie trank einen Schluck Kaffee, verbrannte sich dabei die Zungen spitze und schaltete wie­der ihr Alltagsgehirn ein. Was stand an diesem zweiten Tag nach einem langen Arbeitsleben auf dem Pro­gramm?«2

Hannover-Vorhersage: Es bleibt wechselhaft mit Regenschauern, gelegentlich kann es gewittern. Temperaturen bis 17 Grad. Der Westwind weht mäßig bis frisch und böig. Nachts um 12 Grad

Niedersachsen-Vorhersage: Heute setzt sich das kühle Wetter mit Schauern fort. Nur örtlich gibt es freund­lichere Abschnitte. Temperaturen von 16 bis 18 Grad. In der Nacht klart es zeitweise auf.

NP 5. September 2009, S. 28.

Ja, so sieht es aus. Vorhersagen oder Rückblicke? Ja, so ähnlich war der 6. September, soweit er bis jetzt verlaufen ist.

Vor allem: Die Perspektiven ändern sich. Es ist nicht leicht, auf Teilhabe verzichten zu müssen und entfernter Be­obachter zu sein. Wie schon Mick Jaegger, Keith Richard, Andrew Oldham ("Rol­ling Stones", 1964) sangen:

It is the evening of the day,

I sit and watch the children play.

Doing things I used to do

They think are new,

I sit and watch as tears go by.

Sich einfach durch sinnlosen Aktivismus zu betäuben, ist auch nicht nützlich. Aber sind nicht doch noch Rechnungen offen in der eigenen Bilanz, die den Graben zwischen Vorher und Nachher überbrücken: Fortzuführendes, Abzuschließendes, zu Verbesserndes? Ich meine nun gar nicht die großen Pläne, in die noch so viel Zeit und Lebensenergie zu stecken wäre, son­dern das, was vorher geplant und jetzt weiter zu führen ist. Und das was deutlich macht: Ziele und Träume haben sich doch nicht verändert. So ist ein weiteres altes Lied von Gene Rakin, 1968, zu erinnern:

Just tonight I stood before the tavern,

Nothing seemed the way it used to be.

In the glass I saw a strange reflection,

Was that lonely fellow really me?

Those were the days, my friend,

We thought they'd never end,

We'd sing and dance forever and a day,

We'd live the life we choose,

We'd fight and never lose,

For we were young an sure to have our way.

Through the door there came a familiar laughter,

I saw your face and heard you call my name,

Oh, my friend, we're older but no wiser,

For in our hearts the dreams are still the same.

Gottfried Benn schrieb einen nachdenkenswerten Essay über „Altern als Problem für Künstler“. Doch die Abgehobenheit und Besonderheit des Künstlertums, die mit seinen Vorstellungen von dem Selbstzweck der Kunst, vor allem des Wortes einhergeht – seine bissigen Bemerkungen über die Kunst als Therapeutikum legen Zeugnis davon ab, obwohl gerade bezo­gen auf die Musik diese Haltung in seinem Werk erhebliche Ambivalenzen aufweist – und auf das alttestamentarische Dik­tum „Am Anfang war das Wort“ – der mittelalterliche Nominalismus der sofort weitere literarische Bezüge hervorbe­schwört, so den „Namen der Rose“ von Umberto Eco –, konstruieren auch eine Abgehobenheit, die weitere berufsspezifi­sche Essays provozieren könnte, so die Reflexion über das Altern als Problem für Lehrer und Lehrerinnen. Auch damit es dann nicht eventuell heißt:

»Du kannst es nicht lassen.«

»Ich langweile mich«, sagte Marian. »Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich langweile. Jetzt bin ich schon fast zehn Jahre im Ruhestand, und ich kann dir sagen, jeder Tag in dieser Hölle ist wie eine ganze Ewigkeit. Wie tau­send Jahre jeder einzelne Tag.«

»Da wird doch einiges für Senioren gemacht«, sagte Erlen­dur. »Wie wär' s mit Bingo?«

»Bingo«, schnaubte Marian.3

Ich greife gerne auf literarische Texte unterschiedlichster Art und Herkunft zurück, um mir selbst gedankliche Erweiterun­gen zu schaffen. Dabei geht es auch um das Konzept der Individualisierung und des Individualismus, dessen Ambivalenz, wenn nicht Dialektik strukturell im Konzept des Unterrichtens aufscheint. Soeben lese ich eine für mich sehr interessante Aussage des Lyrikers – er bevorzugt statt Lyrik den Begriff Dichtung – Gerhard Falkners in einem Interview mit Martina Sulner in der Hannoversche Allgemeine Zeitung:

Dichtung dient der „Individualitäts­sicherung“, sagen Sie. Warum stößt sie in unserer hoch individualisierten Gesellschaft dennoch auf so wenig öffentliche Resonanz?

Das liegt daran, dass wir uns nicht aussuchen können, was wir wollen, sondern ausgesucht werden von dem, was uns will. Unsere eigentliche Rolle im Leben ist schließlich nicht mehr die des Menschen, sondern die des Kunden. Wir sind nicht mehr Adressant, sondern Adressat. Unsere hoch individualisierte Gesellschaft lasse ich aus diesen Gründen mal dahingestellt, denn die ist sicher eher das Delirium in der Folge der gegenwärti­gen, fieberhaften Entsubjektivierung des Menschen. Die „öffentliche Resonanz“ ist der umkämpfteste Raum, den es gibt. Sie ist die einzige und unschlagbare Supermacht. Zu ihr verhält sich das Gedicht nicht wie die Mücke zum Elefanten, nicht wie das Sandkorn im Getriebe, sondern wie das blanke Nichts zum universellen Allerlei.4

Was fehlt nun wirklich? Unterrichten als Tätigkeit und Sinnproduktion ist nur noch nostalgische Reminiszenz. Vage Hoff­nung einer Wiederaufnahme und Weiterentwicklung in Seminaren, Vorträgen oder Erwachsenenbildung? Sicher aber nicht mehr in den marode gewordenen Strukturen der traditionellen Schule. Schülerinnen und Schüler sind zu vermissen, sie ha­ben Herausforderungen, Anregungen und Kommunikation provoziert, die zur eigenen Weiterentwicklung führten. Doch auch hier scheint das Diktum von Falkner dominant zu sein: „Wir sind nicht mehr Adressant, sondern Adressat.“ – Unter­richtsvorbereitung, formale Pflichten, Klausuren, Zensuren Zeugnisse... das war das, was ich immer gehasst habe und was mir in der Erinnerung den Ruhestand wieder erträglicher werden lässt!

»Doppelstunde mit der naturwissenschaftlichen Unterprima. Die Sache beunruhigte mich nicht besonders. Eine reife, homogene Klasse, da würde keiner gleich ins Sekretariat rennen... Während ich darauf wartete, dass der Zug vorbeifahren würde, ging ich die ersten Minuten der Stunde durch. Das war eine Regel, die ich Laufe der Jahre gelernt hatte – zu unterrichten ist ungefähr wie Schach spielen. Plane nie mehr als zwei, drei Züge, der Rest ist sowieso unübersehbar.«5

Daneben das Ende bestimmter Hierarchien und bürokratischer wie verrechtlichter Rahmenstrukturen – das könne Anlass zur Fortführung von Diskursen über notwendige Änderungen in unserem Bildungssystem sein, das eben selbst diskursori­entiert, freier und situativ flexibler werden müsste – in Umkehrung des pädagogisch-bildungspolitischen Paradigmenwech­sels, den wir beobachten und für den unsere Kultuspolitik ebenso steht wie zumindest teilweise meine ehemalige eigene Schule.

In diesen Bereichen möchte ich dann auch gerne weiter arbeiten – in Diskursen, im Gespräch und publizistisch. Ich habe den Übergang in den Ruhestand zunächst einmal genutzt, um in diesem Bereich drei thematisch-didaktische Internet-Do­maines zu konzipieren und im Web zugänglich zu machen in der Hoffnung, über meinen alten engen Bekanntenkreis hin­aus Resonanz, Gesprächsstoff und eventuell Mitarbeiter zu finden, da ich gerne neue, interessante Beiträge aufnehmen möchte. Damit könnten, wenn alles gut geht, diesen Web-Sites auch Plattformen für innovative Entwicklungen im Bereich zwischen gesellschaftswissenschaftlicher Wissenschaft und Fachdidaktik werden, auch wenn zunächst als „Eröffnungsbi­lanz“ ältere und schon publizierte Aufsätze noch einmal nachzulesen sind: http://www.iran-didaktik.de – http://www.polen-didaktik.de – http://www.tuerkei-didaktik.de

Ich träume für den Abschluss meiner fachlichen Aktivitäten von einem kleiner interessierten „Netzwerk“ von Kolleginnen und Kollegen auch aus dem universitären Bereich und natürlich nicht begrenzt auf Deutschland. Dazu soll auch der Kon­takt über „facebook“ und andere Netzwerke dienen, die ich während meiner aktiven Zeit aus Gründen der Diskretion noch nicht genutzt hatte, die aber jetzt im Ruhestand durchaus eine sinnvolle Funktion erfüllen können.

Man sieht mich daher in letzter Zeit trotz einiger gesundheitlicher Einschränkungen vor allem bei der Arbeit am PC und bei der Suche nach neuen Fachautoren und aktuellen und interessanten neuen Publikationen – Hinweise darauf sind mir mehr als nur lieb!

Bei dieser Gelegenheit möchte ich voller Dankbarkeit mich an mein ehemaliges Kollegium wenden und hier vor allem an jene, die die Idee dazu hatten, mir zwei „maßgeschneiderte“ Bücher zuzueigenen, die ich noch nicht kannte und die ich in­tensiv durchgearbeitet habe – wobei ich die Nennung der Titel unbedingt als Leseempfehlung verstehen will: Almásy, La­dislaus (Lazlo) E., 1997: Schwimmer in der Wüste. Auf der Suche nach der Oase Zarzura. Neuauflage des Werks Unbe­kannte Sahara von 1939. Mit einem Vorwort von Raoul Schrott und Michael Farin, ergänzenden Kapiteln der ungarischen Ausgabe von 1934 sowie einem Geheimdokument über Almásys Operation Salam von 1942. 2., verbesserte und ergänzte Auflage. Innsbruck (Haymon Verlag). – Und: Trojanow, Ilija, 2006: Der Weltensammler. Roman. München/Wien (Carl Hanser Verlag). – Über das Leben von Richard Francis Burton, 1821-1890.

Ich beabsichtige, wenn es möglich ist, mit Trojanow in Korrespondenz zu treten, da ich einige wichtige Fragen gerne zur Sprache bringen möchte, die zum Beispiel auch in einem Zeitungsinterview mit ihm angesprochen wurden.6

Ob ich auch versuche, mit Raoul Schrott ins Gespräch zu kommen, weiß ich noch nicht. Einerseits hat er selbst die Reisen von Ladislaus Almásy in der Sahara „nachgereist“ und darüber einen Bericht geschrieben, doch konzentriert sich das Ge­spräch mit und über ihn heute vornehmlich auf seine historischen Troja/Homer-Thesen, die er nach der gerühmten Neu­übersetzung der „Ilias“ entwickelt hat. Ob ihn jetzt Zarzura noch interessiert, weiß ich nicht.7

Gerhard Voigt

Ronnenberg, im Oktober 2009

1967!

Anmerkungen:

1    Gottfried Benn, Statische Gedichte. Aus: Gesammelte Werke (Dritter Band): Gedichte. Herausgegeben von Dieter Wellershoff. Wiesbaden 1960 (Limes Verlag), S. 236 - Erstveröffentlichung in Statische Gedichte, Zürich 1948..

2    Håkan Nesser: Mensch ohne Hund. München 2007 p. 10-12.

3    Indriđason, Arnaldur, 2007: Engelsstimme. Island Krimi (Erlendurs fünfter Fall). Aus dem Isländischen von Coletta Bürling. 4. Auflage {Röddin 2002/dt. 2006} Bergisch Gladbach {Bastei Lübbe Taschenbuch Band 15440}: 62.

4    „Wenn man Glück hat, erschrickt man“. Was können Gedichte? Fragen an Gerhard Falkner, Gast beim hannoverschen „Gegen­strophen“-Fest. 07.10.2009 / Hannoversche Allgemeine Zeitung, Seite 9, Ressort: KULT. Interview: Martina Sulner.

5    Håkan Nesser: Barins Dreieck. München 2008. p 334.

6    Ilija Trojanow: Der Blick von Außen ist immer frisch und notwendig. Begegnung mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow über die Relevanz des Islam in unserer Zeit. Interview von Eren Güverci. Veröffentlicht in: Islamische Zeitung, 27.04.2006. http://erenguevercin.wordpress.com/ilija-trojanow/

7    Sonst ergänzen sich meine Überlegungen mit einer Vielzahl von Façetten auf meiner im ersten Abschnitt dieser Textseite "Abschied".
Über direkte Kommentare dazu freue ich mich eventuell auf: bismarckschule.voigt@gmx.de

   
   

Verantwortlich für diese Seite

Gerhard Voigt, OStR i.R. - Kontakt vgl. Impressum

bismarckschule.voigt@gmx.de

Bearbeitungsstand: 2Oktober 2009.

Letzte Bearbeitung: 19.01.2011 / 23.02.2012

   
   

 

     
   

top

   

Navigation:

 Der Homepage untergeordnete Seiten:  Was gibt's Neues? ] Inhalt ] Begrüßung ] Biographie ] UNESCO-Club ] Reisen ] Türkei ] Skandinavien ] Osteuropa ] Ungarn ] Naher Osten ] Iran ] In memoriam ] Schule und Politik ] Publikationen ] Soziologie ] Deutschland ] Staatsgesellschaft ] Globalisierung ] Artist's page ] Ronnenberg ] Weblinks ] Impressum ]

Übergeordnete Ebene: Home ] Biographie Überblick ] Ahnen: Louis Bonnet ] Großeltern Voigt ] Bericht von Mutter ] Kindheit ] Chemiestudium ] Strassenbahn ] Wahl des Faches Geographie ] Studienbeginn ] Arbeitsschwerpunkte ] Gewerkschaft und Parteipolitik ] Polnische Woche ] Die Reformphase ] Pensionierungsrede ]

Übergeordnete Seite: Nach oben ] Weiter ]

Gleiche Ebene und Homepage: Home ] Nach oben ] [ So what? ] Zum Beginn des Schulneubaus ]

Untergeordnete Ebene:

Web-Fassung: 31.01.2006 / rev. 13.05.2012- Verantwortlich: Gerhard Voigt <bismarckschule.voigt@gmx.de>
Texte aus der der Verbandszeitschrift »politik unterricht aktuell« unter www.pu-aktuell.de
Info über die Verbandstätigkeit unter: http://www.politiklehrerverband.org