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In memoriam
An der Bismarckschule Hannover haben im Laufe
der Zeit viele herausragende Persönlichkeiten gewirkt, deren Tod dem
UNESCO-Club Anlass ist zu ehrendem Gedenken.
Dabei spielt ihr Engagement für den
UNESCO-Gedanken, die internationalen Perspektiven des Leitbildes der Schule
eine besondere Rolle.
In der Erinnerung wird deutlich, dass von
diesen Kollegen und der Erinnerung an ihr Wirken auch heute noch
fortdauernde Impulse ausgehen - dass wir von ihnen noch lernen können und
sollen.
In diesem Sinne erinnern wir zunächst auf
den folgenden Seiten an
Ulrich
Bauermeister (†)
Schulleiter der
Bismarckschule Hannover 1985-1998:
mit dem Wiederabdruck der
Festschrift zum
Abschied und zu seinem 60ten Geburtstag
Eine intensive schulpolitische und
curriculare Reformarbeit und Reformorientierung erfuhr an der
Bismarckschule Hannover neue Anstöße und eine ungeahnte Blüte in der
Direktoratszeit von Ulrich Bauermeister. In der Zeit von 1975 bis
1998 gelang es ihm, in der Bismarckschule Hannover ein Klima
durchzusetzen, das von Liberalität und pädagogischer
Innovationsorientierung geprägt war.
Ulrich Bauermeister verstand und
vermochte es, das Kollegium gegen „Disziplinierungsbemühungen“ und
„Hereinregieren“ durch Schulaufsicht und Schulbürokratie abzuschirmen. In
diesem offenen Raum konnte sich ein Klima interkultureller Offenheit und
internationaler Zusammengehörigkeit entwickeln, dessen Früchte sich in
Schulpartnerschaften, zum Beispiel mit Polen, Ungarn oder der Türkei,
zeigten. Beteiligung an Lehrerfortbildungsmaßnahmen, Teilnahme an
überregionalen Tagungen und wissenschaftlicher Austausch banden die
Bismarckschule Hannover bewusst und nachhaltig ein in innovative
fachliche, pädagogische und didaktische Diskurse.
Pädagogik „diente“ nicht nur dem
Vollzug administrativer Vorgaben sondern wurde gefördert als ein
phantasieanregendes Experiment – mit offenem Ausgang, verbunden aber auch
mit dem Risiko des Scheiterns. Wenn in dieser Zeit die Bismarckschule
Hannover internationales Ansehen erworben hat und wenn Publikationen, die
ihren Ursprung dem kreativen und liberalen Stil der Schule verdanken, in
einer breiteren wissenschaftlichen und pädagogischen Öffentlichkeit
wahrgenommen worden sind, war dies durchaus nicht für alle Beteiligten
unproblematisch.
Engere, affirmative Pädagogik-Ansätze
und ‑Vorstellungen verursachten und begründeten immer stärker einen
gewissen Widerstand von Kollegen- wie von Elternseite gegen die
„Unkalkulierbarkeit“ und die immer größer werdenden Zahlen ausländischer
Schülerinnen und Schüler in der Schule – und gegen das interkulturelle
Selbstverständnis dieser UNESCO-Projekt-Schule, dem Ulrich Bauermeister in
den letzten Jahren durch das Voranschreiten einer tragischen Erkrankung
immer weniger Widerstand entgegensetzen konnte. Zu seinem sechzigsten
Geburtstag 1999 kurz nach seiner vorzeitigen Pensionierung, gaben wir noch
einen Sammelband mit Aufsätzen heraus, die sein Lebenswerk würdigen. Der
Text wird nachfolgend auch im Internet publiziert. Am 18. Juni 2004 ist
Ulrich Bauermeister gestorben.
Hans-
Albrecht Gütte
(†)
* 22. 01. 1927 † 09. 01. 2007
in Potsdam in
Hannover
Musik- und
Erdkundelehrer an der Bismarckschule Hannover
Er lebte für die Musik und wie viele
Künstler konnte er Menschen nicht verstehen, die nicht ebenso wie er in einer
musikalischen Welt aufgingen. Er litt an den Schülerinnen und Schülern, die in
ihrer musikalischen Ignoranz die Musik als lästiges Nebenfach zur „Entspannung“
mit Jux und Unfug, Unaufmerksamkeit und Quatscheritis missbrauchten. Er war eben
Künstler, Musiker von ganzem Herzen, so dass in diesem großen Herzen wenig Platz
für die Finessen der Pädagogik blieb.
Bilder aus einer
Aufführung der Dreigroschenoper
mit der Theater-AG der Bismarckschule Hannover
Regie: Till Büthe - Musik: Hans-Albrecht Gütte
Dr. Edigna Schrembs
(†)
Ministerialrätin im Niedersächsischen Kultusministerium im Ruhestand
* 15.7.1930 † 6.11.2003
Die besondere Bedeutung der
Reformbestrebungen an der Bismarckschule Hannover ist nur im Rahmen der Schulreform in Niedersachsen
zu würdigen. Informell wurden diese Bestrebungen auch nach der politischen
Wende in Niedersachsen weiter entwickelt durch den "Emder Arbeitskreis",
der hier in Gedenken an Dr. Edigna Schrembs als Initiatorin und zentrale
Persönlichkeit der Schulreform in Niedersachsen eine Anzahl erinnernder
Beiträge gewidmet ist:
Emder Arbeitskreis -
Geschichte einer Bildungspolitischen Initiative
Jürgen Wolf: Gedanken zur Tätigkeit von Edigna Schrembs
Eckart Jander / Gerhard Voigt:
Was soll Schule leisten,
was kann unsere Schule leisten?
Edigna Schrembs / Jürgen Wolf:
Bildung ‑ ein
Kernproblem der inneren Schulreform
Lothar Nettelmann: Noch einmal: Edigna Schrembs
– Beispiel für die Reform
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