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Gerhard Voigt
Polen im Unterricht
1. Zur Auswahl der Unterrichtsgegenstände im
Erdkundeunterricht
Ein zentrales Problem – sowohl für die Ersteller von
Rahmenrichtlinien wie für den Schulpraktiker, der seinen konkreten
Unterricht plant und vorbereitet – ist die sinnvolle und begründbare
Auswahl der Themen und - im Erdkundeunterricht - der zu behandelnden
Beispielräume. Nachdem sich der, verständliche, Wunsch, möglichst die
ganze Erde als „räumliches Kontinuum“ (so noch im Entwurf der
Rahmenrichtlinien für die Klassen 7-10 im Gymnasium in Niedersachsen von
1990; vgl. FILIPP 1989) im Erdkundeunterricht erfahrbar und bekannt zu
machen ebenso wie die Hierarchisierung der Stoffe nach einem räumlichen
Ordnungsprinzip „vom Nahen zum Fernen“ (vgl. VOIGT 1993[1]) als Illusion
herausgestellt hat, da aus diesen abstrakten Kategorien sich kein
konkretes, zeitlich und didaktisch abgrenz- und gliederbares
Unterrichtskonzept entwickeln lässt, nachdem auch der Konsens darüber,
was „man wissen muss, um als gebildeter Mensch gelten zu können“, in
unserer pluralistischen Gesellschaft verloren gegangen ist, entsteht ein
wachsender Legitimations- und Begründungszwang für alle didaktischen
Auswahlentscheidungen und alle inhaltlichen Setzungen in der
Unterrichtsplanung.
Der noch in den siebziger Jahren darüber geführte
Streit, welchen quantitativen Rang z.B. das Thema Polen, das durch die
vielbeachteten Verhandlungen in der deutsch-polnischen
Schulbuchkommission im Georg-Eckert-Institut (vgl. die
„Schulbuchempfehlungen“ 1977; MERTINEIT 1977) parallel zur „neuen
Ostpolitik“ der Bundesrepublik Deutschland plötzlich aktuell und
umstritten geworden war, in den Lehrplänen der Fächer Erdkunde,
Geschichte und Gemeinschaftskunde haben sollte, ist in seinen damaligen
Begründungslinien heute überholt. Weder reicht es aus, Polen allein wegen
seiner staatlichen Nachbarschaft, noch wegen der unheilvollen
zeitgeschichtlichen Verstrickungen in der Okkupationszeit 1939-45,
noch wegen der langen gemeinsamen oder gegnerschaftlichen Geschichte
in Mitteleuropa über die notwendigen (aber selbst da oft
vernachlässigten) Grundkenntnisse hinaus, die es selbstverständlich zu
vermitteln gilt, als eigenständiges Schwerpunktthema zu legitimieren.
Eine heutige curriculare Entscheidung für das Thema
„Polen“ setzt eine didaktische Analyse des Gegenstandes voraus, die die
(mögliche) Lerngruppe, den didaktischen Kontext wie die konkrete
Unterrichtssituation (einschließlich der jeweiligen tagespolitischen
Bezüge) mit einschließt. Jede Entscheidung für ein Thema ist gleichzeitig
eine Entscheidung gegen eine größere Anzahl anderer Themen. Daher sollten
Themen und Beispielräume jeweils danach zu Schwerpunktthemen ausgewählt
werden, in welcher Weise sie unterschiedliche und differenzierte
Lernprozesse, die über den konkreten inhaltlichen Ansatz hinausweisen, in
Gang setzen können.
Das nachfolgende Unterrichtskonzept zum Thema „Polen“
will diesem Ansatz folgen und versteht sich nicht als Beitrag zum
„Konkurrenzkampf der Themen“, sondern als Themenangebot, das, sorgfältig
in bestimmten Unterrichtssituationen und Unterrichtszusammenhängen
abgewogen, wesentliche Lernprozesse, die über die engere geographische
Länderkunde hinausweisen, möglich machen kann. Dazu muss aber zunächst
etwas über Polen selbst gesagt werden.
2. Didaktische Dimensionen des Themas „Polen“
Der Geograph wird beim Thema Polen zunächst zwei
auffällige Charakteristiken wahrnehmen: die zumindest im Westen und im
Osten wenig einleuchtende staatliche Grenzziehung und im polnischen Gebiet
selbst die auffällige regionale Disparität. Wirtschaftsstruktur,
Bevölkerungsverteilung und Qualität des ökonomischen Wandels zeigen
deutliche Süd-Nord-, West-Ost- und zentral-periphere Gefälle. Die
Erklärung dieser Phänomene ist keineswegs durch die reine Raumanalyse und
erst recht nicht durch die Bewertung der naturgeographischen Geofaktoren
zufrieden stellend zu erhalten. Andererseits dürften beide Beobachtungen
in ihrer Entstehung miteinander verknüpft sein: durch die Besonderheiten
und Brüche des polnischen Staates.
Notwendig ist schon zum Verständnis der
geographischen Großstrukturen der historisch-geographische und damit
tendenziell interdisziplinäre Ansatz. Die Grenzziehungen reflektieren die
wechselvolle staatliche Geschichte Polens von den Polnischen Teilungen,
dem Wiedererstehen Polens nach dem ersten Weltkrieg, der deutschen
Okkupation 1939 und der Neubestimmung des polnischen Territoriums durch
den Potsdamer Vertrag und die Verträge, die jetzt zur mitteleuropäischen
Friedensregelung geführt haben.
Alte Grenzen im heutigen polnischen Territorium sind
noch als strukturelle Bruch- und Schwächezonen im Wirtschaftsraum wie
vor allem in der infrastrukturellen Ausstattung, alte räumliche Einheiten,
die über die heutigen Grenzen hinausreichen, als periphere Ausrichtungen
der wirtschaftlichen Aktivitäten zu erkennen. Als Beispiel sei hier die
mangelnde Kapazität der Süd-Nord-Magistrale vom Oberschlesischen
Industrierevier (GOP) zu den Ostseehäfen der „Dreistadt“ (Danzig, Zopot,
Gdingen) zu nennen, die das wirtschaftliche Wachstum behindert und in der
Streikzeit um 1980 Angelpunkt von Protestaktionen war, die mit minimalen
Mitteln das Funktionieren der polnischen Volkswirtschaft kurzfristig lahm
legen konnte.
In diesem Zusammenhang können im Unterricht nicht nur
Kenntnisse über die spezifische Situation in Polen, sondern vielmehr auch
allgemeine Einsichten über den historisch-geographischen Zusammenhang von
staatlichen Veränderungen, Raumstrukturen und Problemen der ökonomischen
Integration eines Raumes über alte trennende Strukturen hinweg vermittelt
werden. Die Übertragbarkeit dieses Ansatzes z.B. auf die Situation in
vielen, willkürlich aus Kolonialinteressen heraus zugeschnittenen Staaten
in der Dritten Welt und ihren daraus resultierenden politischen und
sozioökonomischen Konflikten ist offensichtlich.
In einem weiteren Schritt der didaktischen
Sachanalyse wird der augenblickliche Wandel in Polen zu thematisieren
sein. An dieser Stelle seien einige Grundzüge der heutigen polnischen
Situation charakterisiert, wobei die herangezogenen Tabellen und Karten
gleichzeitig auch als Unterrichtsmaterialien verwendet werden können.
Die ökonomische Krise in Polen kündigte sich schon
seit längerem an. Die auf Wachstum des Lebensstandards und der
Konsumgüterproduktion gerichtete Wirtschaftspolitik der Ära Gierek führte
zu einer nicht rückzahlbaren Staatsverschuldung und zum Ende beinahe
jeder notwendigen Kapitalerhaltungs- oder gar Zukunftsinvestition,
wodurch die polnische Volkswirtschaft den technologischen Anschluss an
die internationale Entwicklung in den meisten Sektoren verlor - was eine
heutige Modernisierung der Wirtschaft umso teurer und schwieriger
macht (vgl. NETTELMANN/VOIGT 1986). Gründe liegen sowohl in der
Zinsentwicklung auf den internationalen Kapitalmärkten und der
internationalen Nachfrage- und in Teilen der Schwerindustrie
Überangebotskrise, die Polen nicht zu vertreten hat, wie andererseits
in system- und politikbedingten Fehlentwicklungen im Lande selbst, die
sich mit Planungs-Chaos, mangelnden Re-Investitionsquoten, im
sozialistischen Planungssystem verwurzelter Vernachlässigung der
Entwicklung rohstoff- und energiesparender Technologien und Defiziten im
Ausbau einer modernen Infra- und Versorgungsstruktur beschreiben
lassen. Das legt es nahe, sich grundsätzlicher und kritischer mit dem
Begriff der „Krise“ zu beschäftigen.
Eine differenzierte Analyse zeigt, dass gerade im
Bereich der ehemaligen sozialistischen Planwirtschaften deutlich
zwischen Transformationskrisen, Strukturkrisen und Systemkrisen zu
unterscheiden ist. Transformationskrisen im Übergang zur
Marktwirtschaft sind vorübergehende Umstellungs- und
Koordinationsprobleme, partielle Ungleichzeitigkeiten und
Dissynchronisationen zwischen den Wirtschaftssektoren, den
Wirtschaftsräumen und den gesellschaftlichen Formationen (Staat,
Unternehmungen, Verbände). Doch legt die Analyse von
Transformationskrisen die Prognose nahe, dass hier vor allem die
Selbstregelungskräfte des Marktes und die Entscheidungswege des
politischen Systems mittelfristig wieder zu einem stabilen Zustand führen
werden.
Anders sieht es bei einer Diagnose als
„Strukturkrise“ aus. Zunächst sind damit die räumlichen und sektoralen
Disparitäten gemeint, von denen wir oben mit Bezug auf die polnische
Geschichte gesprochen haben. Aus der historischen Geographie wissen wir um
die große Persistenz räumlich verfestigter Strukturen sogar über einen
mehrfachen Funktionswechsel hinweg. Was im Kleinen im Bereich der
Stadtgeographie – z.B. in der Erhaltung und neuen Nutzung historischer
Stadtkerne oder alter Befestigungsanlagen, die gerade deshalb auch in
Polen eine identitätsstiftenden Rolle für die Bevölkerung spielen –
selbstverständlich ist, kann in den wirtschaftsräumlichen Strukturen
ebenfalls beobachtet werden, wobei hier die Erhaltung von wertvollen
vernetzten Infrastrukturen, Basisinvestitionen und der Entwicklung
von wirtschaftlichen Agglomerationsvorteilen die wesentlichen
strukturkonservierenden Faktoren sind. In Zeiten der ökonomischen Krise
verstärken sich in vielen Fällen die regionalen Disparitäten und die
Vorteile der hochagglomerierten Wirtschaftsräume (über alle
Auffälligkeiten dezentraler Neuinvestitionen hinweg). Diese
Strukturkrise verlangt daher ein bewusst zukunftsgerichtetes
Planungskonzept; das „freie Spiel der Marktkräfte“ führt im Gegensatz zur
Transformationskrise nicht zur Lösung sondern gerade zur Verstärkung von
Strukturkrisen. In Polen ist dies vor allem an der Karte der
wirtschaftsräumlichen Differenzierung der Entwicklungschancen (vgl. Karte
MAT 5) deutlich zu erkennen: Kapital zieht Kapital, Wachstum zieht
Wachstum an.
Systemkrisen schließlich sind grundlegende Probleme
in der Steuerung und Anpassung gesellschaftlicher Strukturen, die nur in
Teilbereichen deckungsgleich sind mit den Krisen im
politisch-staatlichen oder ökonomischen Steuerungssystem (Planwirtschaft,
Marktwirtschaft: vgl. die „Transformationskrisen“!), in einem tieferen
Sinne aber auf Grundstrukturen der Politischen Kultur eines Landes bzw.
einer Gesellschaft zurückzuführen sind und damit die
Krisenlösungskompetenz und das Alltagsverhalten gegenüber Konflikten und
Problemen meint.
Gerade hier leistet das Thema Polen einen bedeutenden
Erkenntniszuwachs, wenn die historisch-gesellschaftlichen Bedingungen der
Politischen Kultur thematisiert oder in eine komparative
Unterrichtsstrategie einbezogen werden.
Es sei hier kurz der grundlegende, vergleichende
Ansatz charakterisiert, um zu verdeutlichen, wie hier das Thema Polen
einen Beitrag zur interdisziplinären thematischen Arbeit leisten kann.
Unterrichtlicher Ausgangspunkt ist die entweder in Polen selbst gemachte
oder aus geeigneten Quellen (vgl. VOIGT 1993[2], S. 45 ff.) erarbeitete
Beobachtung, dass gewisse Züge des Alltagsverhaltens, z.B. im Umgang mit
lokalen Problemen oder in der Kommunalpolitik, aber auch im
gesellschaftlichen Umgang miteinander, aus deutscher Perspektive
überraschend erscheinen und nicht immer sofort nachvollziehbar sind. Drei
solche Beispiele sind im Material 6 vorgestellt und interpretiert. Ohne
hier eine ausführlichere gesellschaftswissenschaftliche Begründung
ausführen zu können (ich folge hier den Konzepten von ELIAS, KRIPPENDORFF
und SMOLICZ), fallen folgende, pauschalisiert formulierte Charakterzüge
polnischen Alltagsverhaltens auf: Staats- (und Institutions‑)ferne und
Staatsskepsis, Ablehnung einer abstrakten Staatsraison oder eines
allgemein formulierten Allgemeinwohles, Alltagsanarchismus und
Widerstandsbereitschaft, positive Bewertung „subversiver“
Interessendurchsetzungen, Gruppen- und Familiensolidarität,
Gastfreundschaft und ritualisiertes Höflichkeitsverhalten. In drei
Schritten einer historischen Analyse können diese Züge der Politischen
Kultur Polens als sinnvoller kollektiver Erfahrungsschatz des polnischen
Volkes und als historisch begründete Überlebensstrategien
herausgearbeitet werden:
1. In der Neuzeit und im 20. Jahrhundert erlebte
Polen staatliche Herrschaft vor allem als Oktroi, Okkupation und
Fremdherrschaft (Polnische Teilungen, Naziokkupation und
Ausrottungsversuch der polnischen Kultur und Identität, Volksrepublik in
Abhängigkeit von der sowjetischen Hegemonialmacht) oder als halbherzige
und schwache Versuche, polnische Interessen durchzusetzen (Polen nach dem
Ersten Weltkrieg, Reformbestrebungen der Volksrepublik jeweils nach
Unruhen und Aufständen). Der Staat wird grundsätzlich als Gegner oder
bestenfalls als notwendiges Übel erlebt; Gegenstrategien zu entfalten
erscheint und ist sinnvoll und für das Überleben erfolgsversprechend.
2. In der Adelsrepublik der Szlachta-Gesellschaft
mit ihrem Wahlkönigtum herrschte eine bizarre Melange anachronistischer
Freiheitsvorstellungen aus dem freibäuerlichen Mittelalter (liberum
veto und Konföderationsrecht im Sejm, vgl. JERNSSON 1971, S.59 und
NETTELMANN/VOIGT 1986, S.24), der Macht feudaler Magnatenfamilien vor
allem im litauischen Landesteil und moderner liberaler
Gesellschaftsideen, die auf die Französische Revolution befruchtend
einwirkten und zum Schreckensbild der absolutistischen und
restaurativen Monarchien West- und Mitteleuropas und Rußlands wurden. An
diesen inneren Anachronismen und Spannungen zerbrach schließlich das
polnische Staatswesen (vgl. u.a. JERNSSON 1971, HOENSCH 1983, RHODE 1983).
In der Politischen Kultur blieb als gemeinsamer Nenner der
gesellschaftlichen Fraktionierungen die Idee der persönlichen Freiheit
und Integrität und die Ablehnung der Zumutungen einer Staatsraison
erhalten.
3. Noch weiter zurück führt die historische Analyse
in die Gründungsphase des Piastenstaates, die im deutlichen Gegensatz
zu der lokal kaum gebundenen germanischen Kriegerstamm-Gesellschaft zum
Ausgang der Völkerwanderungszeit steht, aus der sich, mit Einbeziehung
römischer Imperiumsideen, schließlich das römisch-deutsche Frankenreich
mit seiner allein militärische Interessen repräsentierenden fränkischen
Grafschaftsordnung entwickelt. In Polen bleiben aber am Ende der
Völkerwanderungszeit die freien, grundgebundenen und ökonomisch in
Subsistenzwirtschaft weitgehend autarken Bauernfamilien
gesellschaftsbestimmend. Es ist hier von einer nicht-etatistischen
Vergesellschaftung zu sprechen. Die innergesellschaftliche
Befriedungsfunktion vollzieht sich über die frühslawische
Bruderschaftsideologie, in die später christliche Wertvorstellungen
einfließen, und den darauf aufbauenden Konsens über Gleichwertigkeit und
Integrität der Bauernfamilien, die damit zur Grundlage eines Bauernadels
werde, der Szlachta, die noch in der Neuzeit zeitweise über 30 % der
Gesamtbevölkerung ausmacht und die ihre Interessen in der
Adelsversammlung, dem Sejm, unter Gleichen aushandelt. Der Frieden im
täglichen Umgang wird durch einen ausgeprägten Ehrenkodex gesichert, der
sich in Höflichkeit und Gastfreundschaft ausdrückt. Es ist für
weiterführende Vergleiche interessant, dass eigentlich in allen
Gesellschaften, in denen sich starke staatliche Zentralgewalten nicht
herausgebildet haben oder diese nur oktroyiert waren, ähnliche
gesellschaftliche Umgangsstile und Freiheitsideen, aber auch die Betonung
der Schutzfunktion von Familie, Gentes, Clan oder Klientel entwickeln
konnten, so z.B. im Nahen Osten, der dabei erstaunliche Parallelen zur
Politischen Kultur Polens aufweist (vgl. KIPPENBERG 1981, S.223 f., VOIGT
1988, S.24-31). Erst als der mittelalterliche Grundkonsens des
gegenseitigen Respekts verloren geht, wird das liberum veto zu einem
politischen Destruktionsmittel, das schließlich die gesellschaftliche
Einheit zersprengt. Es wird deutlich, dass sich hier im Unterricht
kritische und auf die gesellschaftlichen Grundwerte hinzielende
Vergleiche der Politischen Kultur und des Grundverständnisses der
eigenen gesellschaftlichen Identität anbieten, die im Sinne der
politischen Bildung zu einer Erweiterung der gesellschaftlichen
Konfliktbewältigungskompetenz hinführen.
Kommen wir schließlich noch einmal auf die
didaktischen Fragestellung zum Anfang dieses Kapitels zurück, so ist
festzuhalten, dass eine rein strukturell-aktualistische Analyse des
heutigen Staates Polens viele wichtige Fragen offen lässt. Gerade in
Polen sind die Formen des Umgangs mit der Krise, sind aber auch
überraschend positive Erfolge der heutigen Reformpolitik nur dann
angemessen zu verstehen, wenn der historische Hintergrund mit
berücksichtigt wird. Gleichzeitig ist für ein Engagement der deutschen
Wirtschaft in Polen, das von beiden Staaten durchaus gewünscht und
gefördert wird, nur dann Erfolg versprechend, wenn die polnische
zeitgeschichtliche Erfahrung bekannt und berücksichtigt ist, da diese
auch das Wirtschaftsverhalten sowohl der Arbeiter wie der polnischen
Unternehmer prägt. Darüber hinaus liegt das Potential der unterrichtlichen
Beschäftigung mit Polen in der Möglichkeit der Verallgemeinerung der
Krisenanalyse, die Vergleiche mit anderen ehemaligen RWG-Staaten und mit
den Krisenerscheinungen im Gebiet der ehemaligen DDR sinnvoll erscheinen
lässt, und in einer interdisziplinären Behandlung der allgemeinen
Probleme der Politischen Kultur und der Krisenlösungskompetenz einer
Gesellschaft, was wiederum den Vergleich mit Deutschland herausfordert
(wobei Deutschland sicherlich nicht immer als überlegen erscheinen wird!)
– es ist also für den Schüler von Polen für die eigene Lebenssituation
zu lernen.
3. Unterrichtskonzeptionen zum Thema Polen
Die bisherigen Ausführungen haben gezeigt, dass eine
Vielzahl geographischer, ökonomische, politischer und historischer
Zugänge zum Thema Polen bestehen, die je nach curriculare Einbindung und
Situation in der Lerngruppe unterschiedlich gewichtet und angeordnet
werden können. Das folgende Schema zeigt ein Konzept für eine
umfangreichere Unterrichtseinheit, die von der geographischen Analyse
ausgeht und in die historische und gesellschaftswissenschaftliche
Dimension vorstößt, dabei aber Alternativen im Ablauf und im Umfang offen
lässt.
Unterrichtsmodell „Polen in der Krise“:
|
Einstiegsphase |
Krisensymptome:
Arbeitslosigkeit
Beispiel: Werft |
MAT 1, Vergleich
MAT 2 |
|
Krisenlösung
[Vergleich RGW] |
Daten zur Wirtschaft
Privatisierungen
Regionale Verteilung |
MAT 3, Zeitungen
MAT 4
MAT 5, Atlas |
|
Analyse
[Verallgemeinerung] |
-
Krisenbegriffe
-
Krisenlösung im Alltag
-
Gesellschaftliche Konflikte
|
vgl. Text
MAT 6, Vergleich
MAT 7 |
|
Historische Vertiefung
[Vergleich!] |
-
Regionale Disparitäten
-
Verschiebungen Polens
-
Politische Kultur, Sejm, Szlachta, liberum veto
|
MAT 8
Geschichtsatlas
Text, Referat, Geschichtsbuch |
|
Deutsch-polnische Nachbarschaft |
-
Struktur des Grenzraumes
-
Migrationen
-
Schülerkontakte, Besuche, Schulpartnerschaften
|
Zeitungen
aktuelle Materialien
|
Literatur:
Deutsch-Polnische Schulbuchkommission:
Empfehlungen für Schulbücher der Geschichte und Geographie in der
Bundesrepublik Deutschland und in der Volksrepublik Polen. Schriftenreihe
des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung 22.Band.
Braunschweig 1977.
Marek Dutkowski und Gerhard Voigt: Werftkrise:
Krisendynamik und Raumwirksamkeit. Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie.
33.Jg., H.3, 1989. S.136-150
Norbert Elias: Über den Prozeß der
Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. 2.Bd.
Frankfurt/M. 1976 {1936} (suhkamp taschenbuch wissenschaft)
Feo Jernsson: Polen. Gesellschaft, Wirtschaft
und Staat im Wandel. Geschichte und Staat Band 156. München 1971 (Olzog)
Jörg K. Hoensch: Geschichte Polens. Stuttgart
1983 (UTB)
Hans G. Kippenberg: Jeder Tag `Ashura, jedes
Grab Kerbala. Zur Ritualisierung der Straßenkämpfe im Iran. In:
Religion und Politik im Iran. mardom nameh - Jahrbuch zur Geschichte und
Gesellschaft des Mittleren Orients. Frankfurt/M. 1971 (Syndikat)
Bronisław Kortus: Wirtschaftlich-räumliche
Wandlungsprozesse in Polen. Politik Unterricht Aktuell [Verband der
Politiklehrer Hannover], Heft 1/93, S. 11-16
Ekkehart Krippendorff: Staat und Krieg. Die
historische Logik politischer Unvernunft. Frankfurt/M. 1985 (edition
suhrkamp 1305)
Walter Mertineit: Bericht über die
deutsch-polnischen Schulbuchkonferenzen. Aus Politik und
Zeitgeschichte, B 47/77, 1977. S.23-41
Lothar Nettelmann: Zu den gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen deutsch-polnischer Jugendarbeit als Folge des
politischen Paradigmenwechsels
in Polen und ihrer Bedeutung für die Träger politischer Bildung in
Deutschland. In: Junge Deutsche und Polen begegnen sich.
Schüleraustausch und Studienreisen. [Schriftenreihe des UNESCO-Clubs
für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V.].
Hannover 1983. S. 9-26
Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt: Polen -
Nation ohne Ausweg? Eine Einführung in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft,
Kultur und Umwelt. Geschichte und Staat Band 274. München 1986 (Olzog)
Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt:
Internationale Herausforderungen. Die Bismarckschule Hannover stellt ihre
UNESCO-Arbeit vor. [Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die
UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V.]. Hannover
1992
Gotthold Rhode: Geschichte Polens - Ein
Überblick. Darmstadt 1983 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft)
J. J. Smolicz: Verinnerlichte Werte und
kulturelle Identität. In: Volker Nitzschke, Hg., Multikulturelle
Gesellschaft - multikulturelle Erziehung? Stuttgart 1982 (Metzler)
Gerhard Voigt: Tradition oder Umbruch?
Erlebnisse im Nahen Osten. [Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die
UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V.]. Hannover 1989
Gerhard Voigt und Marek Dutkowski: Die
Danziger Werft: Symbol der Krise und der Erneuerung. Praxis Geographie
Jg.22, H.4, 1992. S.26-31
Gerhard Voigt: Zur Analyse der aktuellen
Krisen in Osteuropa und in der Dritten Welt – Möglichkeiten und Grenzen
geographischer und politologischer Entwicklungsmodelle. Oldenburger
Vor-Drucke Heft 167/92. Zentrum für pädagogische Berufspraxis der Carl v.
Ossietzky-Universität Oldenburg 1992
Gerhard Voigt: Interkulturelle Erziehung im
Geographieunterricht und in der politischen Bildung. Zeitschrift für den
Erdkundeunterricht. 1993[1]
Gerhard Voigt: Polenreisen in Zeiten der
gesellschaftlichen Krise. In: Junge Deutsche und Polen begegnen sich.
Schüleraustausch und Studienreisen. [Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für
die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V.]. Hannover
(2.Aufl.) 1993[2]. S.39-76
Materialien:
MAT 1: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im
Krisenjahr 1990
|
Beschäftigte in Danzig: |
463.000 |
100,00 |
|
Arbeitslose: |
|
|
|
Monat |
Polen |
Danzig |
Danzig i.% |
|
Jan. 1990 |
55.774 |
1.481 |
0,32 |
|
Feb. 1990 |
152.192 |
4.439 |
0,96 |
|
MΣrz 1990 |
266.572 |
2.992 |
0,65 |
|
Apr. 1990 |
351.138 |
9.875 |
2,13 |
|
Mai 1990 |
443.183 |
11.688 |
2,52 |
|
Jun. 1990 |
568.161 |
14.571 |
3,15 |
|
Jul. 1990 |
699.262 |
18.102 |
3,91 |
|
Aug. 1990 |
820.283 |
21.211 |
4,58 |
|
Sept.1990 |
926.382 |
24.280 |
5,24 |
|
Okt. 1990 |
1.008.416 |
27.466 |
5,93 |
|
Nov. 1990 |
1.089.072 |
30.462 |
6,58 |
|
Dez. 1990 |
1.124.753 |
31.636 |
6,83 |
|
Mittel: |
625.432,33 |
16.517 |
3,57 |
MAT 2: Die Krise auf der Danziger Leninwerft
(heute: Danziger Werft)
Die Danziger Werft ist ein ehemaliger Musterbetrieb
der polnischen Schwerindustrie mit starker Exportorientierung und
gleichzeitig ein Symbolbetrieb für den gesellschaftlichen Umbruch, da hier
die unabhängige Gewerkschaftsbewegung ‑ Solidarność entstand – mit Lech
Wałesa an der Spitze –, und hier die „Danziger Vereinbarungen“ 1980
ausgehandelt und verabschiedet wurden. Die Privatisierungskonzepte dieser
Werft sollten Musterbeispiele für die ökonomische Transformation werden
und mündeten in ein Desaster! Verhandlungen mit einer amerikanischen
Interessentin polnischer Herkunft, Frau Piasecka-Johnson, scheiterte,
nachdem eine Expertenprüfung die Rentabilität und Entwicklungsfähigkeit
des Betriebes verneinte - sehr zur Enttäuschung der polnischen Behörden.
Frau Barbara und ihre Experten
[„Hintergründe der Werftverträge“, Gazeta Gdańska,
3.4.90 und 4.4.90]:
»Der Zusammenstoß der westlichen Geschäftswelt mit
der polnischen Kuriosität, die sich „sozialistische Wirtschaft“ nennt,
verursachte bei vielen Beobachtern einen Schock. Die Amerikaner haben in
ihren Arbeiten den für die polnische Seite unwichtigen Aspekten Beachtung
geschenkt. Z.B. haben sie sich mit der Belastung, die die Werft für die
Umwelt darstellt, beschäftigt. Sie entdeckten, dass beim
Verwaltungsgericht eine Klage der Anwohner der an die Werft grenzenden
Jaracza-Straße erhoben wurde, weil sie von der Werft regelmäßig durch
Cyanid, das beim Galvanisieren entstand, vergiftet worden sind. Sie haben
auch nach der Verschmutzung der Danziger Bucht durch die Werftabfälle
gefragt, vermutend, dass es dort, wo die Werft straffrei ausging, dies
einer neuer Aktiengesellschaft nicht gelingen würde. Man soll auch gleich
die Kosten für den Umweltschutz dazu rechnen. Wenn es ein Gesetz gibt,
dann eben deswegen, damit man es einhält – verkündeten die Experten den
über solche Genauigkeit staunenden Polen. Unbegreiflich war für die
Amerikaner die Tatsache, dass das Werftgelände nicht rechtlich geregelt
ist, wie auch die Tatsache, dass die Vermessungsergebnisse von dem, was in
den Plänen steht, abweichen. Die polnische Seite wurde durch die Frage
nach dem so genannten „Bonus“ für Geschäftspartner, also zusätzliche
Vorteile für die Mitarbeit in Form von Rabatt, Gratifikation und
dergleichen, überrascht. Man hat zwar das Wort „Bestechung“ nicht genannt,
aber die amerikanischen Juristen wollten keine Unklarheiten.
Der Versuch der Umgestaltung der Danziger Werft in
eine Aktiengesellschaft mit einer Beteiligung des amerikanischen Kapitals
in Höhe von 55 % wurde in einer nicht gerade geeigneten Zeit unternommen.
Man sollte bedenken, dass im letzten Jahr noch kein Konzept für die
Privatisierung großer Unternehmen existierte. „Das war ein Zusammenprall
der polnischen Wirklichkeit mit der Denkweise von Professionalisten, die
sich im großen Geschäft auskennen. Er hat in der schwierigsten aller
denkbaren Regionen Polens stattgefunden: in der emotional geladenen Werft
mit der bestorganisierten Belegschaft der Welt, die erwartete, dass die
Verhandlungen die sich in einer kritischen Lage befindende Werft in ein
gut prosperierendes Unternehmen verwandeln“, behauptet einer der an den
Verhandlungen teilnehmenden polnischen Experten.
»Das Ökonomische Komitee des Ministerrates (KERM)
diskutierte gestern über die Zukunft der Danziger Werft als einer
Aktiengesellschaft des Fiskus. Es wurde zugleich bemerkt, dass es keine
Gründe vorliegen, der Werft die Steuer auf überdurchschnittliche Einkommen
und auf die Gewinne des letzten und des laufenden Jahres zu erlassen. Der
Fiskus wird auch nicht die finanziellen Verpflichtungen der Werft, deren
Gesamtsumme ca. 120 Mrd. Złoty beträgt, übernehmen. Der Beschluss des KERM
bildet für die Werft eine Möglichkeit, neue Verträge abzuschließen. Sie
bringt sie aber zugleich in eine sehr schwierige finanzielle Lage. Nach
den Prognosen der Mannschaft, die sich mit dem Drehbuch der Umwandlung der
Werft in eine AG befasst hat, wird das Unternehmen (auch nach dem Anfang
einer normalen Produktion) Verluste erwirtschaften. Der Engpass wäre erst
im Jahre 1992 durchschritten. Entschieden werden muss auch über die
Beteiligung der Mitarbeiter am Kapital. Die Werftarbeiter wollen für sich
ungefähr 20 % des Aktienkapitals behalten. Mit einem gewissen Optimismus
kann man die Entwicklung betrachten, wenn man die große Zahl der Anfragen
von Auftraggebern betrachtet, die mit der Werft einen Kontrakt über
Schiffsneubauten abschließen wollen.«
Ist dies auch in den neuen Bundesländern typisch, wie
in Polen in diesem Beispiel?
Sicher nicht in den erkannten Planungsmängeln und
auch nicht in dem Versuch, diese möglichst sinnvoll zu korrigieren.
Typisch und von üblichen Lösungen in Deutschland abweichend war es jedoch,
dass die zentrale Planungsbehörde, die Genehmigungsbehörde – also der
Staat –, nicht informiert und in die Korrektur nicht mit einbezogen wurde.
Ich interpretiere dies mit dem, meist durchaus berechtigten Misstrauen der
fachlich kompetenten Bauleiter vor Ort, ob die Veränderungsvorschläge in
der Planungsbürokratie überhaupt verstanden, sinnvoll umgesetzt und
jemals rechtzeitig an die Baustellen zurück gegeben worden wären.
Kennzeichen des polnischen Verhaltens: Mut zur eigenen Initiative,
Improvisationstalent und Ablehnung bürokratischer Genehmigungsverfahren.
Problem dieses Vorgehens: nicht beteiligte Interessen, wie der
Straßenbau, die durchaus auch Aspekte des Gemeinwohls repräsentieren,
werden nicht beteiligt und in der nächsten Handlungsrunde selbst wieder
zur Improvisation gezwungen. Das Endergebnis wirtschaftlichen und
planerischen Vorgehens ist in Polen, verallgemeinert man dieses Beispiel,
weitaus weniger vorhersehbar als in Deutschland; merkwürdigerweise
funktioniert es aber doch, oft besser als Großprojekte bei uns.
Ein negativeres Beispiel soll diese Grundeinstellung
noch verdeutlichen. In Gdynia (Gdingen) befand sich jahrelang ein
staatliches Betonplattenwerk mitten in einer neu gebauten Wohnsiedlung und
störte die Wohnqualität durch Emissionen und Lärm ganz erheblich, vor
allem da die Straßen nicht für die schweren LKW ausgebaut waren.
Ursprünglich war dieser Standort wegen der kurzen Wege zu den Baustellen
durchaus sinnvoll; später stellte der Staat einen Ersatzstandort bereit
und verfügte den Umzug. Nichts geschah. Der angestellte Direktor
verweigerte einfach die Kooperation. Das hatte sicher auch Gründe im
politischen Machtkampf in der PVAP in Gdingen, in der der Direktor zur
privilegierten Nomenklatura zählte und zur Kooperation mit
übergeordneten Stellen in der staatlichen Hierarchie in Warschau nur gegen
weitere Einfluss-Konzessionen bereit war. Wichtigere Begründung war
jedoch, dass er die Produktionsunterbrechung während des Umzuges nicht
für wirtschaftlich tragbar hielt. Damit hatte er die Unterstützung der
übrigen Beschäftigten. Interpretation: die lokalen Machthaber und
Honoratioren haben eine sichere Hausmacht und dadurch größeren Einfluß als
zentralstaatliche Institutionen, die sich oft nicht gegen sie durchsetzen
können. Loyalität gegenüber dem Staat und einem wie auch immer definierten
abstrakten Gemeinwohl wird weder erwartet noch gewährt. Respekt genießt
derjenige, der sich gegen den Staat durchsetzt, selbst wenn er formal
selbst Staatsbeamter ist.
Ein drittes Beispiel, wieder aus Gdingen: die längst
notwendige Hafenerweiterung konnte über Jahrzehnte nicht durchgeführt
werden, obwohl die Planungen abgeschlossen, die notwendigen Grundstücke im
Besitz des Staates und sogar schon Überquerungsbrücken für Straße und
Eisenbahn über das noch nicht gebaute neue Hafenbecken hinweg fertig und
im Betrieb waren. Grund: auf dem staatlichen Grund und Boden hatten sich
ohne Rechtstitel seit Jahren Besitzer von in Eigenarbeit erstellten
Einfamilienhäusern angesiedelt. Die Sympathie der Bevölkerung lag
eindeutig auf der Seite der Häuslebauer. Einen drastischen politischen
Konflikt, den eine Zwangsräumung verursacht hätte, konnte und wollte der
Staat nicht riskieren; die Tradition der Aufstände und Unruhen und ihre
Konsequenzen wie Regierungssturz und Legitimationsverlust des Systems ist
allen Regierenden nur allzu gut im Bewusstsein. Nun wird von der Stadt
mit hohem finanziellen Aufwand Haus für Haus abgekauft und neuer Wohnraum
bereit gestellt. Der Hafenausbau hat begonnen.
Quelle:
Gerhard Voigt: Polenreisen in Zeiten der gesellschaftlichen
Krise. In: Junge Deutsche und Polen begegnen sich. Schüleraustausch und
Studienreisen. [Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am
Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V.]. Hannover (2.Aufl.) 1993. S.
39-76 [Zitat: S. 50f.]
Arbeitsauftrag für den Unterricht:
Jedes Volk hat im Laufe seiner Geschichte spezifische
Fähigkeiten entwickelt, mit gesellschaftlichen, politischen und
wirtschaftlichen Krisen umzugehen. Die deutsche und die polnische Art der
Krisenbewältigung ist durchaus unterschiedlich, aber nicht ungleichwertig!
Interpretiere aus MAT 6 die besonderen Formen des Umgangs in Polen mit
staatlichen Autoritäten und vergleiche das mit den deutschen Traditionen.
Welche Vorteile und welche Nachteile sind mit diesen unterschiedlichen
Verhaltensweisen verbunden?
Das nachfolgende Arbeitsmaterial soll einleiten in
eines Diskussion über die besonderen historischen Erfahrungen Polens, die
sich sowohl auf die staatlichen Grenzen wie auf die Herrschaftsform und
ihre mangelnde Legitimität beziehen. Daraus sollen mit MAT 8 die
wirtschaftsräumlichen Konsequenzen der polnischen Geschichte –
räumlich-strukturelle Disparitäten – entwickelt werden.
MAT 3: Ökonomische Daten von Polen
Polen: Entwicklung des BSP pro Kopf in US-$
|
1990 |
1700 US-$ |
|
1991 |
1700 US-$ |
|
1992 |
1870 US-$ |
|
1993 |
2250 US-$ |
|
1994 |
2430 US-$ |
|
1995 |
2810 US-$ |
|
1996 |
3230 US-$ |
|
1997 |
3590 US-$ |
MAT 4: Fertiggestellte Schiffstonnage in Polen in
Mio gt.
|
Jahr |
Mio. gt |
Rang international |
|
1970 |
4,14 |
7 |
|
1975 |
7,35 |
7 |
|
1978 |
7,02 |
7 |
|
1979 |
4,63 |
7 |
|
1980 |
3,62 |
8 |
|
1981 |
2,83 |
8 |
|
1982 |
2,98 |
8 |
|
1985 |
3,60 |
7 |
|
1986 |
3,75 |
7 |
|
1987 |
2,88 |
8 |
|
1990 |
0,103 |
11 |
|
1993 |
0,325 |
0 |
|
1994 |
0,514 |
0 |
|
1995 |
0,52 |
0 |
|
1996 |
0,615 |
8 |
|
1996 |
0,626 |
6 |
MAT 5:

MAT 6: Fertiggestellte Handelsschiffe 1990 – 1997
in Mio. gt (Brutto-Tonnen; nach ISL)

MAT 7: Gesellschaftliche Konflikte
Machtausübung und gesellschaftliche Transformation
Um die Problematik dieses Transformationsprozesses zu
begreifen, ist es notwendig, die Formen der Herrschaft bzw.
Herrschaftsprozesse in diesen innergesellschaftlichen und
zwischenstaatlichen Machtstrukturen in ihrer Interdependenz zu diesen
östlichen Gesellschaften zu skizzieren. Eine an sich nötige Darstellung
der Wesensmerkmale dieser östlichen Gesellschaften selbst kann nur
begrenzt erfolgen. Für die vorliegende Problematik ist dabei das
Verhältnis Russland - Polen von besonderer Bedeutung.
Polen betreffend lässt sich die Reproduktion dessen,
was man weiß zumindest bis in die Literatur aus der Zeit der dreißiger
Jahre des 19. Jahrhunderts nachweisen, als die Polenbegeisterung nach dem
vom zaristischen Russland niedergeschlagenen Novemberaufstand (1831) in
Deutschland, das im Begriff war, sich als Nation zu definieren und als
Einheitsstaat herauszubilden, abgeklungen war und sich in ihr Gegenteil
verkehrte. Es fand dann in der Nazi-Ideologie seine höchste Perversion.
Die Problematik lässt sich u.a. an dem seit dem 18. Jahrhundert mehrfach
instrumentalisierten Stereotyp der polnischen Wirtschaft deutlich machen.
Lenin hat mit Hilfe von aus der Reichskriegskasse
bezahlten Revolutionären mit militärischer Gewalt die Macht errungen, und
diesen Vorgang als Revolution definieren können. Er, wie auch seine
Nachfolger, setzten zugleich aufgrund ihres historischen Interpretations-
und Definitionsmonopols die uneingeschränkte Gültigkeit ihrer Darstellung
von Verlauf und Ziel dieser Revolution in ihrem Lande durch. Das mehrfache
(insgesamt siebenmalige) Umschreiben der ‚Geschichte der russischen
Revolution‘ sowie die Vernichtung der vorherigen Darstellungen durch
seine Nachfolger sind hinlänglich bekannt. Die Zahl der dem Machterhalt
Lenins und seiner Nachfolger dienenden Menschenopfer wird in den
Schätzungen der ehemaligen UdSSR mit zwanzig Millionen angegeben, Während
der Glasnost-Phase wurde in der sowjetischen Presse auch die Zahl von bis
zu fünfzig Millionen genannt.
Die Aufzwingung eines ökonomischen Systems und die
erzwungene und kontrollierte permanente Beschäftigung mit diesem
Leninismus machte die polnische Nation sehr sensibel für die zu
verschweigenden Anteile dieser Geschichte. Für Polen ist dabei nicht die
Zahl wichtig, sondern die Tatsache, dass der Sachverhalt im Zuge von
Glasnost und Perestroika nach und nach von sowjetischen Kommunisten
zugegeben werden müsste! Im Westen hatte man das ständige Insistieren
polnischerseits und das bewusste Offenhalten dieser nationalen Wunde nicht
verstanden. Angestrebte Verständigung bedeutete dort zugleich, wegen des
höheren Zieles den Mantel des Vergessens zu akzeptieren. Vorrangiges Ziel
in Deutschland war die Auseinandersetzung um die Bewältigung der eigenen
Schuld!
In Polen misst man der Tötung von fünfzehntausend
polnischen Offizieren bei Katyn eine höhere Bedeutung zu. Dieser aus der
polnischen Geschichte heraus – weil für die Nation von existentieller
Bedeutung – als traumatisch verstandene Vorgang hat in Polen gleichen Rang
wie das direkte und indirekte Zu-Tode-Bringen eigener Bevölkerung durch
die russischen Kommunisten. Auch die Tötung von in den dreißiger Jahren in
die Sowjetunion geflüchteten Angehörigen der Polnischen Kommunistischen
Partei – es wurde faktisch die gesamte Kommunistische Partei Polens durch
Stalin liquidiert – wird in Polen im Zusammenhang mit einer primär Polen
betreffenden Verschweigung von Verbrechen gesehen. Wesentlich war dabei,
dass es sich um Polen handelte, die in der Sowjetunion umgebracht worden
sind.
Im Vergleich dazu hat die Ermordung deutscher
Kommunisten in der Sowjetunion sowie die Auslieferung an Nazi-Deutschland
in bewusster Kenntnis der Tötung dieser Menschen in Konzentrationslagern
keine entsprechenden Reaktionen deutscherseits hervorgerufen.
Wahrscheinlich deckt die Interpretation alles ab, der Kalte Krieg habe die
Problematik überlagerte. In Polen erfolgte die besondere Beachtung und
Gewichtung u.a. auch dadurch, weil das Sprechen über diesen Teil der
Geschichte während der Zeit des Stalinismus bei Strafe verboten war.
Lothar Nettelmann: Zu den gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen deutsch-polnischer Jugendarbeit als Folge des
politischen Paradigmenwechsels in Polen und ihrer Bedeutung für die Träger
politischer Bildung in Deutschland. In: Junge Deutsche und Polen begegnen
sich. Schüleraustausch und Studienreisen. [Schriftenreihe des UNESCO-Clubs
für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V.].
Hannover (2.Aufl.) 1993. S. 9-26 [Zitat: S. 11f.]
MAT 8: Regionale Disparitäten
Im Zuge der Systemwandlung der Wirtschaft, d.h. der
Privatisierung und Einführung der freien Marktwirtschaft, finden manche
Gebiete Chancen für schnellere Entwicklung als Standorte neuer Industrien
und anderer moderner Aktivitäten. Als solche kann man schon heute die
Regionen von Poznań, Warschau, Gdansk, auch Wroclaw, Szczecin, Krakau und
Bielsko-Biala aufzeigen. Diese Gebiete weisen auch den höchsten
Privatisierungsgrad und zugleich die niedrigsten Arbeitslosenquoten auf.
Diese Regionen sind wirtschaftlich differenziert und
multifunktionell und deshalb relativ krisenwiderstandsfähig. Diese
Gebiete weisen auch deshalb größere Konzentration des ausländischen
Kapitals auf. Das räumliche Bild des Privatisierungsprozesses weist zwei
Merkmale auf:
a. es treten einige Zentren auf in denen sich die
privaten Firmen konzentrieren – es sind die Stadtregionen von Pozńan,
Warschau, Lodz und auch Gdansk, Krakau und Bielsko-Biala,
b. es ergibt sich eine deutliche dualistische
Einteilung Polens – in den westlichen, unternehmungsaktiven Teil und in
den östlichen, passiven Teil.
Für den westlichen Landesteil sind das angrenzende
Deutschland und Westeuropa von ausschlaggebender Bedeutung. Die privaten
Firmen, vor allem die Handelsfirmen, nehmen geschäftliche Kontakte
hauptsächlich mit den westlichen Ländern auf, darunter vor allem mit
Deutschland.

Abb. 1:
Regionalstruktur in Polen 1991 – Vorreiter im Wandlungsprozess –
Unterentwickelte Gebiete – Traditionelle Industriegebiete
Quelle: J. Szlachta, 1991
Abb. 2:
Polen:
Raummuster des Privatisierungsprozesses 1991
Anzahl
der privaten Firmen auf je 10.000 Einwohner
Quelle: Matykowski, Stryjakiewicz, 1991
Es ist interessant diese räumliche Struktur mit der
räumlichen Verteilung der Arbeitslosen zu vergleichen. Allgemein kann man
feststellen, dass die Gebiete die den höchsten Privatisierungsgrad
aufweisen, zugleich durch niedrige Arbeitslosenquoten gekennzeichnet
sind.
Dagegen werden traditionelle Industriegebiete wie die
Kohlenreviere von Walbrzych/Waldenburg und Oberschlesien wie auch Lódż mit
der Monokultur der Textilindustrie wegen Strukturschwäche an Bedeutung
verlieren. Diese Strukturkrise macht sich besonders im Gebiet von
Walbrzych und Lódż bemerkbar.
Im Kohlenrevier von Walbrzych-Nowa Ruda werden alle
vier Kohlengruben samt den Kokereien etappenweise geschlossen. Nach dem
Abbau von staatlichen Zuschüssen ist der Kohlenabbau hier höchst
unrentabel. Es gibt hier auch andere strukturschwache Industrien wie
Textil, Glas und Porzellan-Industrie. Die Zahl der Arbeitslosen steigt.
Man versucht in diesem Krisengebiet verschiedene Umstrukturierungsmodelle
anzuwenden (französische Experten waren auch daran beteiligt). In Lódż
sind vor allem die großen staatlichen Textilbetriebe im Krisenzustand
wegen Absatzschwierigkeiten. Durch den Arbeitsplatzverlust werden hier
vor allem Frauen betroffen, deren Anteil in der Beschäftigung in dieser
Industrie 60 – 70 % beträgt. Die Wojewodschaft Lódż weist deshalb die
höchste Zahl der arbeitslosen Frauen auf.
Krisenempfindlich sind auch die wirtschaftlich
schwachen Gebiete im Norden und Nord-Osten Polens.
Eine andere Kategorie der Krisengebiete bilden
mehrere Städte, nämlich Standorte mit meist nur einem großen
Industriebetrieb. Viele dieser Betriebe – meistens Rüstungsbetriebe –
gerieten jetzt in Krise und damit auch die ganze Stadt. Diese
Einzelbetriebe waren fast der einzige Arbeitsplatz für die Einwohner,
trugen auch größtenteils die soziale Infrastruktur der Stadt. Es sind
etwa 60 solcher krisenbetroffener Standorte im Lande, z.B. Starachowice
(LKW-Fabrik), Mielec (Flugzeugfabrik), Swidnik (Hubschrauberfabrik),
Stalowa Wola (Stahlhütte mit Rüstungsproduktion) aber auch
Textilstandorte, wie Zambrow und Fasty (im Nord-Osten Polens).
Infolge dieser eben besprochenen räumlichen
Auswirkungen bilden sich zurzeit in Polen neue Gebiete der aktiven,
positiven Entwicklung sowie auch Krisengebiete (oder Problemgebiete).
Diese Situation benötigt einer neuen Regionalpolitik, sowohl des Staates
wie auch seitens der regionalen und lokalen Selbstverwaltung. Es werden
zurzeit in jeweiligen Fällen Hilfsmaßnahmen unternommen um die
Krisenerscheinungen zu mildern. Z.B. für die Wojewodschaften Lódż und
Walbrzych sowie für andere Gebiete mit über 20 % Arbeitslosenquote wurden
finanzielle Anreize für neu entstehende Firmen eingeführt und auch andere
spezielle Mittel zu Verfügung gestellt.
In den räumlich-wirtschaftlichen Wandlungen in Polen
nehmen eine spezielle Stellung die Grenzgebiete ein. Diese Gebiete waren
im vorigen System aus militärisch-politischen Gründen wirtschaftlich
diskriminiert und vernachlässigt. Jetzt unter neuen geopolitischen
Bedingungen und im Rahmen internationaler Zusammenarbeit werden diese
Gebiete neue Chancen haben sich wirtschaftlich zu entwickeln. In erster
Linie werden es wohl die Gebiete entlang der deutsch-polnischen Grenze
sein.

Abb. 3:
Arbeitslosenquote in Polen 30.9.1992 in %
Quelle: Gospordarka Narodowa, Nr. 10-11, 1992
Quelle für MAT 8: Bronisław Kortus:
Wirtschaftlich-räumliche Wandlungsprozesse in Polen Druckausgaben. In: Die
Wandlungsprozesse in Osteuropa am Beispiel Polens. Studien und Berichte –
Themenheft von »Politik Unterricht Aktuell« I/1993 [April]. Herausgegeben
vom Verband der Politiklehrer e.V., Hannover. Vorsitzender: Gerhard Voigt.
MAT 9: Der Kampf für die Freiheit Polens

Danzig: Arbeiterdenkmal vor der Danziger Werft

Warschau: Ghetto-Denkmal
Überall in Polen finden wir Denkmäler für polnische
Soldaten und Widerstandskämpfer, die im Kampf um die Freiheit Polens
getötet wurden. Im 18. und 19. Jahrhundert besetzten Russen, Österreicher
und Deutsche Polen und teilten die „Kriegsbeute“ unter sich auf. Polen
kämpften für ein freies Vaterland, das erst nach dem Ersten Weltkrieg
Wirklichkeit wurde.
Aber Frieden mit den Nachbarn erlebte Polen immer
noch nicht. Der Zweite Weltkrieg begann mit dem Überfall der Deutschen
Truppen auf Polen unter dem Befehl der Nationalsozialistischen
Reichregierung Hitlers.
Polen wurde besetzt und kam unter eine grausame und
blutige Zwangsherrschaft. Die auf der ganzen Welt berüchtigten
Konzentrationslager der Nazis (Auschwitz, Majdanek, Treblinka und
Sobibor), in denen Millionen Menschen, neben Juden auch viele Polen,
ermordet wurden, entstanden in Polen. Kaum eine Familie in Polen hat nicht
Familienangehörige durch die Deutsche Besetzung und im Befreiungskrieg
verloren. Es ist selbstverständlich, dass dies in Polen nicht einfach
vergessen werden kann und dass der gemeinsame Wunsch nach guter und
friedlicher Nachbarschaft erst einmal mit Furcht und Misstrauen fertig
werden muss.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmte nun die
kommunistische Sowjetunion die polnische Politik. Wieder kämpften Polen
mit Streiks und Demonstrationen für Freiheit und Bürgerrechte, wieder
verloren viele ihr Leben.
Nicht nur die Denkmäler erzählen davon: Fast jede
polnische Familie hat in unserem Jahrhundert Tote in Kriegen und im
Widerstand gegen fremde Herrscher zu beklagen. Das ist in Polen nicht
vergessen.
M 10: Alltagserfahrungen im Streikzeitalter
Streik in der Kopalnia Wujek!
Agatas Großvater ist im Bergbau bei einem Unfall ums
Leben gekommen. Trotzdem wurden ihr Vater wie auch seine Brüder Bergleute.
Die Arbeit in der Kohlegrube Kopalnia Wujek bei Kattowitz, einer der
größten in Polen, war hart und gefährlich. Die Arbeitszeiten waren lang,
oft musste der Vater von Agata Nachschichten fahren oder Überstunden
machen. Als im Herbst 1982 die Preise für immer knappere Lebensmittel und
Kleidungen wieder einmal erhöht wurden und die Betriebsleitung
gleichzeitig immer höheren Arbeitseinsatz verlangte, lag Streik in der
Luft.
Miliz und Militär wollten einen Streik mit allen
Mitteln verhindern. Panzer fuhren auf, als der Vater von Agata im Bergwerk
war. Nun beschlossen die Kumpel, ihren Betrieb zu besetzen und bis zum
Ende des Streiks unter Tage zu bleiben. Die Familien mussten Essen kochen
und in die Grube bringen. Aber das Militär schlug die protestierende Menge
zusammen und eroberte mit Waffengewalt die Grube zurück. Neun Bergarbeiter
sollen in diesen drei Streiktagen getötet worden sein.
"Dieser Streik scheiterte zwar," erzählt Agatas
Vater, "aber letztlich haben wir doch gewonnen: 1989 musste die Regierung
nach weiteren Streiks und Protesten endgültig abtreten und Lech Walesa,
der Vorsitzende unserer unabhängigen Gewerkschaft, konnte zum
Staatspräsidenten von Polen gewählt werden!"
Dokument Information
Aus dem Manuskript veröffentlicht und revidiert.
Vorgesehen für die „Zeitschrift für den Erdkundeunterricht“ 1994. –
Zusammenstellung der Unterrichtsmaterialien revidiert (X/2011)
Fassung: 28.10.2007 / 18.10.2011
Internet Publikation für den Verband der Politiklehrer e.V., Hannover
Vorsitzender: Gerhard Voigt, OStR i.R. (seit 2009). Potsdamer Str. 20,
30952 Ronnenberg / Region Hannover
Kontakt vgl. Impressum (vgl. Seitennavigation)
auf
http://www.voigt-bismarckschule.de und
http://www.polen-didaktik.de
am 18.10.2011 |