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Gerhard Voigt, Marek
Dutkowski:
Werften an der polnischen
Ostseeküste
Im alten Schiffbauland Polen verändern sich
auch die Werftstandorte
Vorschläge für den Unterricht in den Sekundarstufen I und II
(revidierte Fassung aus dem Manuskript 2011 - Historisches Dokument zur
ökonomisch-politischen Wende von 2000)
Werften gehören zu den traditionellen
Industriebranchen, an denen sich sowohl wirtschaftlicher Strukturwandel
als auch politisch-ökonomische Transformationsprozesse ablesen lassen. Die
didaktische Bedeutung erschließt sich daher vor allem durch die
Möglichkeiten, allgemeine wirtschaftsgeographische Einsichten über
politisch-gesellschaftliche Transformationsprozesse und ihre
sozioökonomischen Folgen zu vermitteln. Zu thematisieren sind dabei auch
auch die differenzierten ökonomischen Wandlungsprozesse der Industrie
und ihre Raumwirksamkeit.
In den vergangenen zehn Jahren hat in Polen ein
fundamentaler Wandel sowohl der politischen Verhältnisse als auch der
sozioökonomischen Strukturen stattgefunden, der die Entwicklung des
polnischen Schiffbaus, einer für das Land bedeutsamen Schlüsselindustrie
im Bereich der Ostseeküste, maßgeblich beeinflußt hat. Wie überall im
Bereich der traditionellen Industriebranchen – Kohle- und Stahlindustrie,
Schiffbau – findet eine firmenrechtliche Umstrukturierung statt vor
allem mit dem Ziel der (Welt-) Marktorientierung, der
Produktivitätssteigerung und der Erzielung von Unternehmensgewinnen, die
in der Wirtschaft der vorherigen Volksrepublik Polen keine wesentliche
Rolle spielten, vor allem kein Kriterium für den wirtschaftlichen Erfolg
darstellten, der allein volkswirtschaftlich und nicht
betriebswirtschaftlich verstanden wurde. Diese Systemtransformation ist
daher auch als nachholende Entwicklung hin zu einem »freien Markt«
zu verstehen. Sie hat tiefgreifenden Folgen für die Beschäftigtenstruktur
mit hohen Arbeitslosenzahlen und für die raumstrukturellen Wandlungen in
den Werft- und Hafenstädten, wo die genutzten Werftareale durch
rationellere Fertigungsmethoden (Neuinvestitionen in sogenannte
„Kompaktwerften“) und durch die Aufgabe von Nebenbetrieben und
werfteigenen Wohnvierteln – besonders in Danzig – schrumpfen.
Weltweit ist der Schiffbau in der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts zu einer „Schlüsselindustrie“ geworden. Sein
technisch-ökonomisches Innovationspotential hat die Werftindustrie in der
Folgezeit aber an andere, modernere, Branchen – Fahrzeugbau,
Elektroindustrie, Chemie und letztlich Elektronik und Biotechnologien –
abgeben müssen. Zur Einordnung der Werftindustrie in
wirtschaftsgeschichtliche Zusammenhänge bietet sich der Rückgriff auf
das Theorem der „Kondratieffschen Wellen“ an (vgl. Material 1).
Grundsätzlich ist dabei festzuhalten, daß von den jeweiligen
Leitindustrien einer Kondratieffschen Welle die wesentlichen
technologisch-innovativen Impulse ausgehen, die zu einem
Modernisierungsschub in der Wirtschaft, aber auch im Wachstum und Ausbau
der jeweiligen Industriestädte führt. So können manche Industriestädte
in ihrer Hauptentwicklungs- und Strukturierungsphase einer bestimmten
Kondratieffschen Welle zugeordnet werden (vgl. Material 2: Phasen des
Schiffbaus in Polen). Je weiter diese Modernisierungsphase zurück liegt,
wenn keine kontinuierliche Anpassung an folgende industrielle
Entwicklungen erfolgt ist, desto größer sind heute die aktuellen
Anpassungs- und sozialräumlichen Integrationsprobleme. Das gilt vor
allem auch für den traditionell vom Schiffbau geprägten Industrieraum der
Dreistadt Gdansk-Sopot-Gdynia, dessen Modernisierungsbedarf in Hinblick
auf Flächennutzung, Industriekonzentration und Infrastruktur erheblich
ist (vgl. Material 3: Karte der urbanistischen Strukturprobleme der
„Dreistadt“).
Im Prozeß der ökonomischen Transformation zeigten
sich gerade aber in dem traditionellen Industriezweig der Werftindustrie,
daß unter der inflexiblen, wenig auf Rentabilität ausgerichteten
Wirtschaftsplanung, wesentlich, für die neue Weltmarktkonkurrenz
unabdingbar werdende Innovationsphasen versäumt worden sind. In einer
durch amerikanische Industrieanalytiker Ende der 80er Jahre vorgenommen
Firmenstudie über die Danziger Werft im Vorfeld einer möglichen, dann aber
auf Grund der gewonnenen Einsicht aufgegebenen, Übernahme durch
amerikanische Kapitalgeber, ergaben sich folgende systemtypische
Strukturdefizite:
– kaum finanzielle und materielle Rücklagen,
– relativ geringere Arbeitsproduktivität als im
Weltmaßstab,
– Überalterung der Firmenanlagen und Maschinen,
hohe Ausfallzeiten, kaum Reparaturmöglichkeiten,
– ineffiziente Arbeitsorganisation, inflexible
Zuordnung zu Planungsvorgaben,
– Unklare rechtliche Situation (Firmenrecht,
Arbeitsrecht, Betriebsverfassung, Umweltschutz etc.),
– deutliche Widersprüche zwischen
rechtlich-planerischen Vorgaben und realer Firmenaktivität.
Je größer und traditioneller strukturiert ein
polnischer Werftbetrieb Anfang der 90er Jahre war, desto mehr widersetzte
er sich einer modernisierenden Transformation. Andere Schiffbaustandorte,
vor allem Szczecin, gewinnen zunehmend größere Bedeutung und ziehen mehr
Investitionen auf sich (vgl. Material 4: Karte der Werftindustrie 1980
und 1998). Zudem findet eine deutliche Verschiebung zugunsten anderer
Branchen statt. Dieser Prozeß ist in typischer Weise widersprüchlich, da
er einmal die polnischen Bemühungen um Investitionen in
Zukunftstechnologien (Computer- und Informationstechnik), zum anderen
aber die für semiperiphere Ökonomien typischen Investitionen des
internationalen Kapitals im tertiären Sektor, der für eine
Strukturmodernisierung wenig ergiebig und vor allem nicht nachhaltig ist,
umfaßt (vgl. Material 5: Karte der Investitionsschwerpunkte in Polen).
Die Wandlungen im Schiffbau in Polen sind der Ansatz
für einen unterrichtliche Bearbeitung des Themas, das auf der einen Seite
als exemplarisches Thema für die Transformationsprozesse, auf der anderen
Seite auch für grundsätzliche volkswirtschaftliche und
wirtschaftsgeographische Überlegungen im Vergleich traditioneller und
moderner industrieller Tätigkeiten genutzt werden kann. Das Ziel des
folgenden Entwurfs einer Unterrichtseinheit ist es, anhand eines konkreten
Fallbeispieles die wirtschaftsgeographischen Konsequenzen der
Transformationsprozesse zu erarbeiten und gleichzeitig einen Eindruck
von den grundlegenden sozioökonomischen Wandlungen bei „unserem
Nachbarn Polen“ (wie es in den Rahmenrichtlinen formuliert ist) zu
erhalten.
Für die Einbindung des Themas Werften in Polen sind
vor allem folgende didaktisch-curriculare Kontexte anzubieten:
– länderkundliche Regionalisierung Polens mit
industriegeschichtlichem und wirtschaftsgeographischen Schwerpunkt,
– Typisierung und Analyse der ökonomischen
Transformationsprozesse im Vergleich von konkreten Fallbeispielen (in
Polen z.B. im Vergleich zur Nowa Huta in Kraków oder der Huta Katowice;
aber auch Transformationsbeispiele im Baltikum oder in Ungarn:
Altindustrieraum Nordungarn zwischen Ózd und Miskolc),
– wirtschaftsgeographische und
wirtschaftsgeschichtliche Grundtheoreme, z.B. Kondratieffsche Wellen,
zentral-periphere Disparitäten, wirtschaftliche Aktiv- und Passivräume an
exemplarischen Beispielen.
In einem eigenen länderkundlichen Kontext ist von der
wirtschaftsräumlichen Gliederung Polens und der besonderen Charakteristik
des Ostseeküstenraumes in Atlasarbeit auszugehen. Im nächsten Schritt
erfolgt einmal allgemein wirtschaftsgeographisch die Besprechung des
Konzepts der Kondratieffschen Wellen (M 1) und der konkreten historischen
Grundtatsachen über Polen im 20. Jahrhundert und ihre Auswirkungen auf die
Schiffbauindustrie (M 2). Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Städte
und der Lebensverhältnisse wird am Beispiel Danzigs erarbeitet (M 4) um
dann auf die aktuellen Transformationsprobleme einzugehen. Als Abschluß
kann dann ein Vergleich mit der eigens zu erarbeitenden Situation des
Schiffbaus in Mecklenburg-Vorpommern und die problematische Perspektive
der bevorstehenden Integration Polens in die EU diskutiert werden, gerade
auch vor dem Hintergrund aktueller weltweiter Überkapazitäten im
Schiffbau.
Photo des Arbeiterdenkmals vor dem Werfttor der
Danziger Werft (wird nachgeliefert)
Vor der Wiedergründung des polnischen Staates nach
dem Ersten Weltkrieg hatte sich eine bedeutende Schiffbauindustrie in
Stettin und Danzig herausgebildet. Der „Stettiner Vulkan“ wurde der
Mutterbetrieb des „Bremer Vulkan“. In Danzig konzentrierten sich drei
große Werften: Der Betrieb von Ferdinand Schichau, der 1890 von Elbing
(heute Elblg)
nach Danzig umgezogen war, die für die damalige Zeit äußerst produktive
Werft der Gebrüder Klawitter und die staatliche Kaiserwerft für den
Kriegsschiffbau, die schon damals einen wesentlichen Export in das
zaristische Rußland aufweisen konnte. Diese drei Werften wurden nach
dem Zweiten Weltkrieg von der Volksrepublik Polen zur Danziger Werft
bzw. „Lenin Werft“ zusammengefasst, wuchsen strukturell aber nie völlig
zusammen, was die spätere Krise dieser Werft mit bedingte. Nach dem
ersten Weltkrieg baute Polen seinen eigenen Hafen Gdingen (Gdynia) auf
und begann dort mit eigenem Schiffbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist
hier vor allem die Werft „Pariser Commune“ zu erwähnen, die nach der
„Wende“ und der Privatisierung zu einem florierenden, produktiven
Betrieb mit guter Weltmarkteinbindung geworden ist.
In der Zeit der sozialistischen Volksrepublik wurde
in mehreren Phasen massiv in der Schwerindustrie und im Schiffbau
investiert. In Danzig wuchs die „Leninwerft“, heute „Danziger
Werft“, zum führenden Betrieb und Arbeitgeber der Region heran und
gewann in den Auseinandersetzungen mit der auf dieser Werft
entstandenen „unabhängigen Gewerkschaft“ Solidarność
symbolischen Charakter für den Systemwandel in Polen (vgl. Photo des
Arbeiterdenkmals vor dem Werfttor). In Gdynia wuchs neben der
Kriegsmarinewerft, die heute keine wesentliche Rolle mehr spielt, vor
allem die Werft »Pariser Commune«, während im Handelsschiffbau
zunehmend auch der Werftstandort Szczecin (Stettin) eine gewichtige
Rolle spielte, der in den fünfziger Jahren aus politischen Befürchtungen
als Grenzort mit unsicherer Zukunftsprognose weitgehend vernachlässigt
worden war. Polen erreichte in den sechziger und siebziger Jahren einen
beachtlichen Platz im Weltschiffbau und zog mit der Bundesrepublik
Deutschland zeitweise gleichauf in der Konkurrenz um die Rangplätze vier
bis sieben.
Arbeitsaufträge:
-
Erläutern Sie die im Text erkennbar werdenden
Veränderungen der wirtschaftlichen Situation und wirtschaftspolitischen
Zielsetzung in der entstehenden Volksrepublik.
-
Erörtern Sie mit Hilfe von Atlas und Text,
warum nach dem Krieg zunächst der Werftstandort Danzig (Gdask)
zum Zentrum der Schiffbauindustrie wurde und erst später in den 70er und
80er Jahren Stettin (Szczecin).
Die wirtschaftliche Bedeutung neuer Produkte, neuer
Dienstleistungen, neuer Produktionsverfahren und neuer
Organisationsformen kann sehr unterschiedlich sein. Grundlegende
technische Neuerungen werden als Basisinnovation bezeichnet. Nach heute
vorherrschender Meinung treten diese Basisinnovationen in zyklischen
Abständen gehäuft („in Schwärmen“) auf, und können lange Wachstumsschübe
(„lange Wellen“) auslösen. Die Basisinnovationen schaffen [...] als
Produktinnovationen neue Märkte und Wachstumsindustrien und verändern
als Prozeßinnovationen auch bereits bestehende Wirtschaftszweige
tief greifend (z. B. Mikroelektronik). [...]
Es war N. D. Kondratieff (nach ihm werden die
langen Wellen auch Kondratieff‑Zyklen genannt), der technologische
Innovationen und Investitionen in Kapitalgüter als wichtige
Theorieelemente identifizierte. Den entscheidenden Beitrag zur
Entwicklung einer Theorie der langen Wellen leistete jedoch J. A.
Schumpeter (1939).
Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen stehen technische
Neuerungen und der dynamische Unternehmer. Die Innovation, d. h. die von
einem dynamischen Unternehmer durchgesetzte technische Neuerung, ist
Anstoß und Ursache der Schwankungen der Wirtschaft. Art und
Ausreifungszeit der Innovation erklären die Zyklenlänge. [...] Die
Kondratieff‑Zyklen, d. h. die langen Wellen, sind von größter
Bedeutung und prägen den Verlauf der kürzeren Fluktuationen der
Wirtschaft. Schließlich erlebte in den 70er Jahren, angesichts von
Strukturproblemen mit hoher Arbeitslosigkeit in westlichen
Industrieländern und negativer Auswirkungen des drastischen Anstiegs der
Rohölpreise, die theoretische und empirische Analyse der langfristigen
Wirtschaftsentwicklung eine Renaissance.
Nach dem heutigen Kenntnisstand ist davon auszugehen,
daß sich bei jeder langen Welle die ökonomischen Aktivitäten auf ein
bzw. wenige räumliche Zentren konzentrieren, daß aber auch weltweit eine
charakteristische industrielle Standortstruktur entsteht sowie eine
charakteristische Vernetzung der Standorte über die Mobilität von Gütern
und Produktionsfaktoren. Im Laufe eines einzelnen Kondratieff‑Zyklus
verändert sich das gesamte globale Raumsystem tief greifend. Das räumliche
Zentrum einer langen Welle prosperiert bis die Innovationskraft der neuen
Technologie erschöpft ist. Zum Ende eines Zyklus häufen sich Firmenkäufe
und Fusionen, und die Gründung von Zweigwerken und Tochterunternehmen
bewirkt einen auf die Peripherie gerichteten Wachstumsschub. Aber genauso
wie der räumliche Kristallisationskern einer langen Welle die Phasen
Wachstum, Stagnation, Schrumpfung durchläuft, unterliegen die auch als
Folge der Basisinnovation außerhalb der Kernregion entstehenden
Industriestandorte einem wirtschaftlichen Transformationsprozess; sie
durchlaufen sog. „regionale Wachstumszyklen“. Städte bzw. Regionen, die
aufgrund von Standortvorteilen (günstige Faktorausstattung, Lagegunst
usw.) extern entstandene Basisinnovationen zuerst durchsetzen können,
entwickeln sich zu Wachstumsregionen. Die Wachstumsdynamik hält solange
an, wie es gelingt, die Produktion an den technischen Fortschritt
anzupassen. [...]
|
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Basisinnovationen |
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Dampfkraft
Textilindustrie
Eisenindustrie
|
Eisenbahn
Dampfschiffe
Eisen‑ u. Stahl‑
Industrie |
Automobilindustrie
Chemische Industrie
Elektrizität
|
Elektronik
Petrochemie
|
Mikroelektronik
Bio- und
Gentechnologie
|
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1. Lange Welle |
2. Lange Welle |
3. Lange Welle |
4. Lange Welle |
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1800 |
1850 |
1900 |
1950 |
2000 |
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N = Niveau
wirtschaftlicher Aktivitäten
t
= Zeitverlauf
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|
Ausgangspunkte wesentlicher
Innovationen (International) |
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England |
England |
USA |
USA |
? |
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Deutschland |
Deutschland |
Japan |
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USA |
England |
Deutschland |
|
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|
Ausgangspunkte wesentlicher
Innovationen (Deutschland) |
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Ruhrgebiet |
Ruhrgebiet |
Baden-Württemberg |
? |
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Saarland |
Baden-Württemberg |
Südbayern |
|
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|
|
Südbayern |
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Abb. 2.43 Modell der wirtschaftlichen Entwicklung in
,,langen Wellen“ Entwurf: nach R. Dicken (1986, S. 20)
Quelle: Ludwig
Schätzl:
Wirtschaftsgeographie I. Theorie. Mit 43 Abbildungen. 4.,
überarbeitete und erweiterte Auflage 1992. Paderborn. München-Wien-Zürich
(Ferd. Schöningh). – 2.3.9.2 Theorie der langen Wellen und
Raumentwicklung, S. 201-205.
Aufgabe:
In Polen spielen bis zur „Wende“ Bergbau,
Stahlindustrie und Schiffbau, heute dagegen Elektroindustrie und
Maschinenbau eine entscheidende wirtschaftliche Rolle. Dieser Tatbestand
sollte auf der Grundlage des Modells der „Kondratieffschen Wellen“
interpretriert und in Hinblick auf die ökonomischen Zukunftsperspektiven
ausgewertet werden.
Welche Rolle spielte die Wirtschaftsregion Polen im
Konzept der Kondratieffschen Wellen bisher und wie sind die Chancen
einzuschätzen, daß der Transformationsprozeß die Grundlagen schaftt, daß
Polen in Zukunft zu den ökonomischen Wachstumsregionen gehören könnte?
In wie weit hilft das Konzept der Kondratieffschen
Wellen, die Wirkungen ökonomischer Transformationsprozesse einschätzen
und bewerten zu können?
Ökonomische Daten von Polen
Polen: Entwicklung des BSP pro Kopf in US-$
|
1990 |
1700 US-$ |
|
1991 |
1700 US-$ |
|
1992 |
1870 US-$ |
|
1993 |
2250
US-$
|
|
1994 |
2430 US-$ |
|
1995 |
2810
US-$
|
|
1996 |
3230 US-$ |
|
1997 |
3590 US-$ |
Fertiggestellte Schiffstonnage in Polen in Mio gt.
|
Jahr |
Mio. gt |
Rang international |
|
1970 |
4,14 |
7 |
|
1975 |
7,35 |
7 |
|
1978 |
7,02 |
7 |
|
1979 |
4,63 |
7 |
|
1980 |
3,62 |
8 |
|
1981 |
2,83 |
8 |
|
1982 |
2,98 |
8 |
|
1985 |
3,60 |
7 |
|
1986 |
3,75 |
7 |
|
1987 |
2,88 |
8 |
|
1990 |
0,103 |
11 |
|
1993 |
0,325 |
0 |
|
1994 |
0,514 |
0 |
|
1995 |
0,52 |
0 |
|
1996 |
0,615 |
8 |
|
1996 |
0,626 |
6 |

Fertiggestellte Handelsschiffe 1990 – 1997 in Mio.
gt (Brutto-Tonnen; nach ISL)

Aufgaben:
-
Der Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und
wirtschaftlicher Entwicklung nach der »Wende« sollte erörtert werden.
-
Eigene Arbeit: Zusammenstellen von
aktuellen Daten über die Lage der Schiffbauindustrie und der
Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern (Wismar, Rostock, Stralsund)
und Vergleich mit der Situation in Polen

http://www.lernen-im-internet.de/Schwarzes_Brett/Infos_pdf/06Planwirtschaft.pdf
Literatur:
Dutkowski, Marek / Voigt, Gerhard, 1989: Werftkrise:
Krisendynamik und Raumwirksamkeit. Zu den ökonomischen und
wirtschaftsräumlichen Folgen der Werftkrise in der Bundesrepublik
Deutschland und der Volksrepublik Polen. Zeitschrift für
Wirtschaftsgeographie. 1989/Heft 5. S. 142 ff.
Nettelmann, Lothar / Voigt, Gerhard, 1986: Polen –
Nation ohne Ausweg? Eine Einführung in Politik, Wirtschaft, Kultur und
Umwelt. Geschichte und Staat, Bd. 274. Olzog. München.
Voigt, Gerhard / Dutkowski, Marek, 1992: Die Danziger
Werft: Symbol der Krise und der Erneuerung. Praxis Geographie, Heft 4,
1992. S. 26-31.
Voigt, Gerhard, 1992: Zur Analyse der aktuellen
Krisen in Osteuropa und in der „Dritten Welt“. Möglichkeiten und Grenzen
geographischer und politologischer Entwicklungsmodelle. Oldenburger
Vor-Drucke Heft 167/92. Oldenburg.
Fischer Weltalmanach 2000 (CD-ROM)
Inhalt
Die ökonomischen Charakteristiken des
Schiffbaus
Bedeutung des Schiffbaus in Polen
Das Thema im Unterricht
Materialien
Material 1: Informationen zur Geschichte
der polnischen Werften
Arbeitsaufträge
Material 2: „Kondratieffschen Wellen“
Aufgabe
Ökonomische Daten von Polen
Aufgaben
Literatur
Impressum:
Voigt, Gerhard /
Dutkowski, Marek, 2000:
Werften an der polnischen Ostseeküste. Eine Schlüsselindustrie im
Transformationsprozess. Geographie Heute, 21. Jahrgang, Heft 178, März
2000: 12-15.
(revidierte Fassung aus dem Manuskript 2011 - Historisches Dokument zur
ökonomisch-politischen Wende von 2000)
Materialteil / Überarbeitung 28.1.00 /
Internetpublikation 20.08.2011
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