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2. Erläuterung des Themas KulturvergleichKulturen können und sollen verglichen werden. Um dabei nicht von Anfang an stereotype „Wertungen“ vorzunehmen, müssen nachvollziehbare, intersubjektiv kommunizierbare Kriterien entwickelt und angewendet werden. Zu unterscheiden sind dabei verschiedene Vorgehensweisen:
Diese Ansätze haben sichtlich unterschiedliche Erkenntnisinteressen. Es ist zu prüfen, in wie weit im Alltagsverhalten „Besonderheiten“ der kulturellen Distanz aufscheinen, die erklärungsbedürftig sind, und welchen Beitrag zur Erklärung von „Kulturdistanzwahrnehmungen“ verschiedene Ansätze und Modelle leisten (können). Zwei relativierende Betrachtungsperspektiven bieten sich hier an, die in einem gewissen Kontext zum Modell der »Kollektiven Identität« stehen: die Mentalitätsforschung, die bezogen werden kann auf das Habituskonzept in der Prägung von Norbert Elias, und die interkulturelle Konzeption eines Kulturvergleichs auf der Grundlage von Selbstkonzepten und Verhaltensindices. Ein überzeigendes Beispiel für den ersten Ansatz bietet der Aufsatz von Dawud Gholamasad über Die Selbstmordattentate der Islamisten als Funktion der Destruktivität ihres Wir-Ideals (2002), in dem die gesellschaftlich-zeitgeschichtlichen Bedingungen aufgezeigt werden, unter denen eine Homogenisierung – und Pathologisierung – von Selbstkonzepten stattfindet, die immer stärker den Charakter einer induzierten »Kollektiven Identität« annehmen. Gholamasad bezeichnet diese psychische Struktur als Wir-Ideal, in der schon im Begriff die individuelle und gesellschaftlich-kulturelle Zwiegesichtigkeit dieses Verhaltens deutlich wird. 3. Vier Dimensionen des KulturvergleichsDer empirische Kulturvergleich an Hand von Indices wurde vor allem von Hofstede (1980) entwickelt, die er als „mentale Programme“ zu operationalisieren sucht.* Hofstede Vier kulturelle Dimensionen (in der Darstellung von Kürşat-Ahlers, 2001, S. 77-78): „Eine nationale Kultur bzw. die Mentalität lässt sich in vier Dimensionen beschreiben. Entsprechend erhält man für unterschiedliche Kulturen Profile, die sich von denen anderer Kulturen unterscheiden. Die vier Dimensionen heißen bei Hofstede power distance, uncertainty avoidance, individualism und masculinity. 1) Power distance (Machtdistanz): Ausmaß des wahrgenommenen und kulturell akzeptierten Machtgefälles bzw. Musters sozialer Ungleichheit Je höher der PDI, desto autoritärer und hierarchischer 2) Uncertainty avoidance (Unsicherheitsvermeidung) Je höher der UAI, desto negativer wird die Unsicherheit bzw. Ambiguität erlebt und vermieden 3) Individualismus: Die Frage, ob dem Individuum oder dem Kollektiv größere Bedeutung zugeschrieben wird Je höher der IDV-Wert, desto individualistischer 4) Masculinity (Maskulinität): Klischees von Geschlechtsrollen: maskulin: Strebsamkeit, Initiative, Leistung, Unabhängigkeit feminin: ernährend, fürsorglich, Beziehungsarbeit, Ausgleich und Kooperation Je höher der MAS Index, desto maskuliner.“ Im Folgenden soll eine der vier Dimensionen in ihren Ergebnissen und in ihrer Interpretation durch Hofstede etwas ausführlicher dargestellt werden: der Power Distance Index (PDI), um ihn dann kurz zu diskutieren und eine kritische Reflexion über den Wert und die Grenzen der Aussagefähigkeit des Konzeptes von Hofstede anzuschließen.
Hofstede schließt daraus auf typische Mentalitäts- und Verhaltensprädispositionen in den untersuchten Ländern, die er dichotomisiert in Hoher und Niedriger PDI-Wert. Mit dieser Vereinfachung begibt er sich jedoch eines Vorteils der feinstufigeren Skalierung, die seinen Untersuchungen immanent sind und überlässt eine Konkretisierung auf die einzelnen Länder der Interpretation der Leser (bei der anzunehmen ist, dass konkretistische Einwände immer dann erhoben werden, wenn bestimmte Länder aus eigenem Erleben bekannt sind):
Die drei anderen Dimensionen können hier nicht ausführlich dargestellt werden; in zwei Folien sollen typische Auszüge zusammengestellt werden:
Die zweite kulturelle Dimension, die Hofstede aus seinen Daten herausgefiltert hat, wird von ihm uncertainty avoidance genannt. Individuen wie Kulturen unterscheiden sich hinsichtlich des Grades, in dem sie Unsicherheit zu vermeiden suchen bzw. Unsicherheit tolerieren können (UAI Faktor). Mit Hilfe von sozialen Normen, Riten und Ritualen, organisatorischen Regeln und technischen Instrumenten versuchen Menschen und Gesellschaften Unsicherheit zu reduzieren oder zu bewältigen. Demzufolge tendieren Personen bzw. Länder mit einem hohen UAI Wert dazu, Unsicherheit negativ Da erleben und zu vermeiden, während ein niedriger UAI Wert für eine größere Toleranz gegenüber Unsicherheit und Ambiguität steht. Ähnlich wie bei der Dimension power distance stellt Hofstede auch für uncertainty avoidance eine Reihe von kulturellen, sozialorganisatorischen und psychologischen Merkmalen fest, die mit besonders hohen bzw. niedrigen Werten des UAI korrelieren. Die dritte Dimension, die Hofstede aus seinen Daten ermittelt hat, ist Individualismus (bzw. Individualismus vs. Kollektivismus). Hofstede geht davon aus, dass sich Menschen bzw. Kulturen danach unterscheiden, ob sie dem Individuum (Persönlichkeit) oder dem Kollektiv (Gruppe, Gemeinschaft) größere Bedeutung zuschreiben. Die vierte Dimension, auf der sich Kulturen voneinander unterscheiden, wird von Hofstede mit masculinity (vs. femininity) bezeichnet. Gemeint sind hier also keine Geschlechtsunterschiede, sondern Klischees von Geschlechtsrollen. Das „maskuline“ Muster steht für Strebsamkeit, Initiative, Leistung und Unabhängigkeit, während das „feminine“ Muster mit der Pflege des sozio emotionalen Klimas zu tun hat, mit Beziehungsarbeit, Ausgleich und Kooperation.“ (Kürşat-Ahlers, 2001: 83-87.) Für die Ergebnisse zum Country Individualism Index (IDV) liefert Hofstede eine inhaltliche Interpretation, die bezeichnend für die Kategorien der „Politischen Kultur“ ist, auf die sich Hofstede stützt und die daher in Auszügen mitgeteilt werden soll:
Der Vorteil dieses Ansatzes der Mentalitätsforschung ist, dass von herrschaftsaffinen funktionalen Ideologemen der Identifizierung abgesehen werden kann und dass gestufte (skalierte) Kulturvergleiche möglich werden im Gegensatz zu dichotomen Modellen wie „unterentwickelt/entwickelt“, „primitiv“ / „zivilisiert“ oder „traditionell“ / „modern“, die semantisch meist eine eurozentrische Wertperspektive des „Wir“ gegen die „Anderen“ mit transportieren. 4. Kulturvergleich und SelbstkonzeptDas Hofstede’sche Konzept bedient sich damit einer wissenschaftlichen Distanzbildung, die die Ergebnisse interkulturell intersubjektiv nachvollziehbar machen will. Doch gelingt dies, abgesehen von den Problemen der Datenerfassung selbst, die eine Repräsentativität der Ergebnisse nur ansatzweise erwarten lässt, nur sehr begrenzt, da die Bedeutung der Ergebnisse, d.h. die Einordnung auf den vier Skalen, in hohem Maße erst wieder interpretationsbedürftig ist und eine solche Interpretation von der gerade erst abgelehnten These einheitlicher nationaler Kulturen, in denen die erfassten „Mentalitäten“ eingebettet sind, notwendig macht. Die notwendige Differenzierung gerade für Länder der Semiperipherien, die durch kulturelle Segmentierung, Peripherisierungsprozesse und Verstärkung regionaler und sozialer Disparitäten gekennzeichnet sind – die sich teilweise in ethnifizierten Konflikten zum Ausdruck bringen –, mach eine solche Voraussetzung sehr fragwürdig. Hofstede setzt also in der Regel einen kulturellen Homogenisierungsprozess voraus, der historisch erst dem nation building der letzten Jahrhunderte zuzuordnen ist. Damit steht das Index-Modell letztlich doch wieder in der Tradition von Konzepten zur »Kollektiven Identität«, deren Trennschärfe zur anvisierten Mentalität äußerst gering ist.** Durch diese Überleitung durch die Konzepte der Figurations- und Mentalitätsforschung lässt sich das Grundproblem schärfer herausarbeiten, in wie weit »Kollektive Identität« und »Politische Kultur« Ideologeme im Sinne der Homogenisierungsbestrebungen der sich durchsetzenden Nationalstaatsbildung gewesen sind und als heutige analytischen Kategorien obsolet zu werden scheinen, oder ob eine ausreichende Erklärungsreichweite diesen Kategorien zu eigen ist, um mit Ihnen gesellschaftliche Entwicklungen und Konflikte besser verstehen zu können. Dies dürfte für das Konzept der »Politischen Kultur« in hinreichendem Maße der Fall zu sein, wenn auch in diesem Konzept ebenso das Potential einer aus- und abgrenzenden Gruppendichotomie angelegt ist, die ausdrücklich vermieden werden muss. Die »Kollektive Identität« kann über die Mentalitätsforschung in Ansätzen „gerettet“ werden, obwohl auch hier die methodischen und sachlichen Einwände gegen dieses Konzept so schwerwiegend sind, dass auch ein reflektiertes und distanziertes Modell wie das von Hofstede nur mit Vorsicht zu interpretieren ist. Daher noch einmal zu den Untersuchungen von MacPartland/Cumming, 1973, die an die Stelle der umfassenden „Identitätskonstrukte“ das Konzept der „Selbstkonzepte“ – analytisch-beschreibend auch als „Selbstidentifikationen“ zu beschreiben – setzen. Der Vorteil dieses Vorgehens ist gleichzeitig seine Begrenzung: die individualpsychologische Perspektive, die auf ein vorgegebenes Schichtmodell projiziert wird. Folie 7: Selbstidentifikationen nach MacPartland/Cumming
Wichtig ist daher in unserem Zusammenhang die Feststellung, dass die für den Kulturvergleich ausschlaggebenden Konzepte von Mentalität oder »Kollektiver Identität« kaum die bewussten Orientierungen in der sozialen Umwelt betreffen, sondern als durch Sozialisation und Enkulturation tradierte und internalisierte Deutungsmuster der Realität und dem Verhaltensrepertoire der Politischen Kultur für den Betroffenen selbst nicht wahrnehmbar sind. Ihre Interpretation verlangt ein hohes Maß an Distanzierung und Distanzfähigkeit, was aber wiederum durch die Methodik der – meist teilnehmenden – Beobachtung und der Einbeziehung in Distanz überbrückende Kommunikationskontexte konterkariert wird. Die Selbstkonzepte nach MacPartland/Cumming machen aber gleichermaßen deutlich, wie kulturelle Muster individualisiert werden: in der mehr oder weniger distanzierten, mehr oder weniger konfliktreichen Konzeptualisierung der eigenen sozialen Kontexte als Folie, auf der sich das eigene Selbstbild entwickelt. Aus empirischer Perspektive bestätigt sich immer wieder die hohe Variabilität von Selbstbildern. Inhaltlich-kategorial unterscheiden sich typisch Selbstbildrepräsentationen:
Die beiden letztgenannten Kategorien werden oft als „ethnische Identitäten“ missverstanden, sind aber im Kern gesellschaftlich induzierte und präformierte Selbstbilder, die vor allem auf Dissonanzerfahrungen und ihrer (mangelnden) Bewältigung beruhen. Am Beginn der Zerstörung von Selbstwerterfahrung und Zukunftshoffnung steht die permanente Kränkung der Selbstbilder, es entstehen Unterlegenheitsmythen, die die eigentlich individuell verstandene Identitäts-Empfindung zu einem kollektiven Klassenschicksal machen.3 Diese sekundäre Interdependenz von ›Wir-Gefühl‹ und Selbstbild ist eine psychische Begründung für die Annahme einer kollektiven (ethnischen) Identität. Sie ist auch die Basis der ›Kränkungskonflikte‹, die heute als ethnisch-religiös fundierte Kulturkonflikte wahrgenommen werden. Fassen wir die bisherigen Ergebnisse zusammen: 1. Kulturvergleiche finden ständig in der alltäglichen Kommunikation statt; dies geschieht auf Grund vorgegebener Urteils- und Wahrnehmungsmuster, die einerseits Teil der eigenen Erfahrung (Biographie, Enkulturation), andererseits der Deutungs- und Wert-Repertoire der eigenen Politischen Kultur sind. 2. Konfliktvermeidende Bewältigung von in Alltagssituationen auftretenden kulturellen Fremdheits- und Distanzerfahrungen verlangen einerseits Kenntnisse über die Kulturen und den Kulturkontakt, andererseits die Entwicklung der Fähigkeit zu interkultureller Empathie auf der Grundlage des Verstehens und der akzeptierenden Kommunikation. 3. Kulturvergleiche konzentrieren sich auf das Trennende. Daher ist die Erfahrung des Verbindenden und die Kenntnis darüber, dass Kulturkontakte und kulturelle Übernahmen das historisch Normale, der Kulturkonflikt das historisch exzeptionelle ist, notwendig. 4. Aus der Konfliktperspektive heraus entwickeln sich dichotome Kulturbilder, bei denen die Tendenz nahe liegt, das „Eigene“ durch Identifikation höher zu bewerten als das „Fremde“; Diskriminierungsprozesse und aggressives Konfliktverhalten sind die Folge. 5. Im Staatenbildungsprozess wird das kulturell Trennende im Interesse der machtaffinen Homogenisierung der eigenen „Nationalkultur“ hervorgehoben und im Sinne einer self-fulfilling prophecy erst erzeugt. Ethnische Kulturkonflikte sind historisch aus Feindschaftserfahrungen und Abgrenzungsideologien heraus entstanden, was in einer konfliktlösenden interkulturellen Kommunikation bedeutet, ethnische Zugehörigkeiten nicht als Ursache für kulturelle Fremdheitserfahrungen zu werten. 6. Eine notwendige Distanzierung der Maßstäbe im Kulturvergleich setzt die Auflösung von dichotomen Kulturmodellen voraus. Dazu dienen skalierende empirisch begründete Dimensionen des Kulturvergleichs, die in unserem Zusammenhang auf Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus und Maskulinität als „Dimensionen der Mentalitätsunterschiede“ bezogen werden. 7. Dieser Mentalitätsansatz blendet die zum Verständnis kultureller Verhaltensdifferenzen notwendigen historischen und sozio-ökonomischen Erklärungsmuster aus. Zivilisationstheoretische Erklärungsansätze betonen den historischen Prozess, den Wandel der gesellschaftlichen Figurationen auf der Basis der innergesellschaftlichen Differenzen von Etablierten und Außenseitern. 8. Der zivilisationstheoretische Ansatz bestätigt die soziologische Grundannahme, dass soziale Beziehungen und Kommunikationen von Machtprozessen strukturiert werden; dies gilt gleichermaßen für interkulturelle Kommunikation und den zugrunde liegenden oder daraus abgeleiteten Kulturvergleich. 9. Die individuelle Umsetzung kultureller Verhaltensmuster geschieht durch die im Sozialisations- und Enkulturationsprozess entwickelten Selbstbilder und Selbstkonzepte; die soziologische Grundüberzeugung ist dabei, dass diese Selbstkonzepte zu verstehen und zu erklären sind und dass dieses Verstehen und Erklären Grundlage eines distanzierenden Kulturvergleiches sein muss, der sich nicht der asymmetrischen Wahrnehmung einer Dichotomie des „Eigenen“ und des „Fremden“ begibt. Welche Konsequenzen aus diesen Einsichten für das Verhalten in Alltagssituationen zu ziehen sind, wird in den nachfolgenden Vorträgen und Seminarterminen zu erörtern sein. Hier geht es darum, die Problematik und Ambivalenz von Kulturvergleichen insgesamt aufzuzeigen, die sich unmittelbar auf die Kompetenz zu interkulturellem Verhalten in Alltagssituationen auswirkt. Zwei Fallbeispiele aus der Forschung zum Kulturvergleich sollen abschließend das Bild abrunden und zeigen, (a) dass die beschreibende und beobachtende Methode versucht, konkrete interkulturelle Situationen zu interpretieren, wobei ein Bild der infrage stehenden Politischen Kulturen vorausgesetzt wird, und (b) dass von uns meist stereotyp (als exotisch oder befremdlich) eingestufte Verhaltensweisen in konkrete Situationen eingebunden sind, deren Strukturen und Bedingungen erfahrbar und erklärbar sind. 5. Die „Politische Kultur“ als Teil der gesellschaftlichen Kommunikation und ErfahrungKulturvergleiche sind selbst Alltagssituationen. Zum Inhalt der „Politischen Kultur“ soll eine interkulturellen „Stammtischrunde“ versuchen, Aufschluss zu geben. In seinem Standardwerk zur Kulturwissenschaft beschreibt Hansen (1995, passim) eine Situation in einer süddeutschen Gasstätte, in der eine „bunte Gesellschaft“ zum gemeinsamen Biertrinken zusammengekommen ist. Stammtischgespräche gehen um Gott und die Welt und vor allem um die Politik „derer da oben“. So auch hier – um das lange Protokoll von Hansen kurz zusammenzufassen –: Es trinken und debattieren ein bayrischer Oberförster, ein pensionierter Beamter, ein jüngerer Unternehmer, ein Münchener Student und seine amerikanische Freundin (um die Runde etwas zu reduzieren). Das Gespräch läuft wie es laufen muss: die Sozis und die Grünen werden attackiert und verteidigt (von wem wohl?), die hohen Steuern verurteilt (breiter Konsens), die Bierpreise kommentiert, diese Wirtschaft als „typisch deutsch“ charakterisiert (Irritation bei den Jüngeren), die ständige Amerikanisierung beklagt (von den beiden Senioren) und schließlich, und jetzt gehen die Wellen mit steigendem Promillestand entsprechend hoch: das Reizthema, dass doch den Deutschen immer nur ihre Nazi-Vergangenheit vorgehalten würde, und dass endlich einmal ein Schlussstrich unter diese leidige Schuldfrage gezogen werden müsste. Man kommt sich gehörig „in die Wolle“, der Unternehmer und der Student verwahren sich gegen diese Verdrängungsideologie, die der Student gar als faschistoid charakterisiert, während der pensionierte Beamte darauf besteht, dass ein „gesunder Nationalstolz“ unerlässlich für die Ehre einer Nation sei und Deutschland an diesem Mangel krankt. Der Oberförster sieht nicht nur Schlechtes im „Dritten Reich“, sondern er meint, dass die Rückbesinnung auf die Reinheit des Volkes der Reinheit der Natur entspricht und dass der Deutsche Wald Symbol einer gesunden Volksgemeinschaft sei. Hier wird die Diskussion sehr laut und nur die nächste Maß Bier besänftigt die Gemüter etwas… Nur die amerikanische Studentin äußert sich überhaupt nicht: sie hat dazu „keine Meinung“. Wie kann dies nun interpretiert werden? Diejenigen, die sich um die deutsche Geschichte und die NS-Vergangenheit streiten, stehen sich in ihrer kulturellen Prägung sehr viel näher, als sie es im Disput wahrhaben wollen: Es ist unbestreitbar, dass dieses Thema für jeden Deutschen „wichtig“ ist – es ist eben ein „Thema“. Die Kontroversen sind Ausprägungen des Stellenwertes, den eine kollektive historische Erfahrung für die eigene gesellschaftliche Positionierung einnimmt. Das thematische Feld ist kulturell vorgegeben, das Spiel darauf entspricht den Disparitäten und Fragmentierungen der in dieser Kultur entwickelten Selbstbilder und Selbstkonzepte. Die amerikanische Studentin bleibt hier Außenseiterin, nicht weil sie keine Kenntnis oder keine Meinung zur deutschen Geschichte hätte, sondern weil es nicht das Feld eigener konzeptioneller Selbstdefinitionen ist. Die Übertragung auf selbst erlebte interkulturelle „Sprach- und Verständnisschwierigkeiten“ liegt nahe. In kulturell gemischten Kommunikationssituationen wir immer wieder deutlich, dass bestimmte eigene „Themen“ von anderen nicht in ihrer Bedeutung und emotionalen Besetzung erkannt und wahrgenommen werden. Andererseits, dass häufig der Vorwurf gegen den „Anderen“ erhoben wird, er beiße sich an unwichtigen und marginalen Themen fest und verzögere so ein erstrebtes Gesprächsergebnis, weil einem selbst die Bedeutung und Besetzung dieses Themas in der fremden Kultur nicht bekannt ist. Zum Kulturvergleich gehört daher notwendigerweise nicht nur der strukturelle Vergleich der kulturellen Ausprägungen sondern der Vergleich der materiellen, gesellschaftlichen und historischen Lebensvoraussetzungen dieser Kulturen. Ein Beispiel aus dem „Orient“, das uns immer besonders „orientalisch“ vorkommt und geradezu als ein Musterbeispiel kultureller Differenz wahrgenommen wird, soll dies durch eine gesellschaftliche Interpretation der vorgegebenen Situation belegen: der Bazar und das „Feilschen“. 6. Lebensumwelten und kulturelle ReaktionsmusterWalter M. Weiß4 beschreibt in seinem prachtvollen Buch über den Bazar eine typische Handelsszene aus einem Bazar, die er anschließen interpretiert. Wir folgen hier seinem Wortlaut: Der enge Zusammenhang zwischen gegenseitigem Vertrauen und eigenem Ruf zeigt sich auch bei jenem Ritual, das zwar im Westen stets als Symbol für eine »typische« Basar-Mentalität herhalten muss, dessen Vielschichtigkeit und tieferer Zweck jedoch selten bedacht werden: beim Feilschen. Willkommen, mein Bruder, ich habe dich lange nicht gesehen.“ „Ach, Bruder. Ich lebe weit von hier, im Süden.“ „Im Süden? Dort habe ich Freunde unter den...“ „Auch ich kenne einige aus dieser Familie.“ „Mein Laden ist deiner. Befehle mir.“ „Du bist der Herr. Ich möchte einen Anzug kaufen. Wieviel macht dieser hier ungefähr?“ „Zwischen uns, mein Bruder, herrscht Einigkeit. Mich interessiert nicht der Profit, sondern nur, was dich erfreut. Brüder debattieren nicht über Preise. Für dich kostet er nichts, ist ein Geschenk.“ „Ahmed hat mir deinen Laden besonders empfohlen.“ „Ah, Ahmed! Er ist dein Freund? Für dich macht der Anzug vierzig Dinar.“ „Bruder, hast du keine Furcht vor Gott?“ „Viele Reiche aus dem Süden kaufen meine Anzüge und kommen wieder. Bei Allah, dieser Preis gilt nur für dich...“ „Vierunddreißig“. – „Nimm ihn für siebenunddreißig.“ – „Fünfunddreißig“ – „Einverstanden. Ich gebe ihn dir, weil du es bist. Allah wird mich für den Verlust entschädigen.“ Vertrauen und Ruf sind die Schlüsselbegriffe zum Verständnis dieser Verhaltensrituale. Weiß gibt einige Erklärungen, denen wir hier folgen wollen: „Rhetorische Feuerwerke wie dieses brennen Händler und potentielle Kunden in jedem Basar täglich tausendfach ab. Die Waren, ihr Wert und die imaginären Verwandtschaftsverhältnisse mögen dabei variieren, das Gerüst aus Phrasen, auf das sich der Dialog stützt, bleibt jedoch mehr oder weniger das gleiche: Fast immer spricht der Verkäufer sein Gegenüber als Mitglied seiner Familie an, nennt es – je nachdem – »Bruder«, »Mutter«, »Onkel« oder »Vater«, um emotionale Nähe zu suggerieren. Der Interessent wiederum deutet die Möglichkeit an, Stammkunde zu werden, indem er vorgibt, bei der Wahl des Ladens der Empfehlung eines gemeinsamen Bekannten gefolgt zu sein. Wird er konkret und fragt nach einem Preis, erhält er eine ebenso höfliche wie nichtssagende Antwort. Ihr einziger Zweck: eine vertrauliche Atmosphäre zu erzeugen. Erst nach längerem Zögern rückt der Verkäufer mit seiner Forderung heraus. Und provoziert unweigerlich Widerspruch. Inzwischen hat er Menschenkenner, der er ist – anhand des Namens und Dialekts, der Kleidung und mancher Bemerkungen – den Status seines Klienten bestimmt. Er beschwichtigt den »Empörten« mit dem Hinweis, andere Leute seines Rangs – den er selbstverständlich schmeichelhaft übertreibt – hätten bei ihm bereits dasselbe gekauft. (Für Touristen wird in dieser Phase gerne ein Stapel Ansichtskarten aus Amerika oder ein Gästebuch mit Dankesbezeugungen zufriedener Kunden hervorgekramt.) Nach Abschluss des Handels beteuert er, um seine Uneigennützigkeit zu unterstreichen, dieser habe ihm nichts oder gar einen Verlust eingebracht. Für Außenstehende liegt es nahe, dieses Ritual ausschließlich mit dem Wesen der Beteiligten zu erklären. Ist doch altbekannt, dass man im Orient blumige Worte und theatralische Gesten liebt. Doch so einfach ist die Sache nicht. Erstens wird auch in westlichen Industrieländern um manche Güter, deren Wert nicht von vornherein feststeht, gefeilscht. Um Löhne zum Beispiel, Immobilien oder Antiquitäten, und Oberhaupt um alles mit dem Prädikat »Second hand«. Zweitens werden auch im Basar viele Dinge – Grundnahrungsmittel etwa, und billige Gebrauchsgegenstände – zu Fixpreisen gehandelt. Außerdem schadet Feilschen für gewöhnlich dem Prestige: Würdenträger zahlen lieber Wucherpreise, als sich zu einem Wortduell herabzulassen. Niedrigstehende gewinnen, indem sie darauf verzichten, an Achtung. Die hauptsächlichen Gründe für diese Form des Handelns liegen in den sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ein wesentliches Merkmal der Basar-Ökonomie ist der chronische Mangel an objektiver Information. Es existieren weder Massenmedien, die über Angebot und Nachfrage, über Qualität und Preis von Waren berichten noch Organisationen zur Marktforschung und zum Konsumentenschutz. Im traditionellen Einzelhandel sind Trademarks oder Güteklassen unbekannt und Maße und Gewichte nur unzureichend vereinheitlicht. Da außerdem fast überall die Analphabetenrate sehr hoch liegt (in Marokko und Ägypten bei über 50, im Jemen bei 62%), hat sich eine Strategie erhalten, die auf dem mündlichen Austausch von Daten basiert. Der Käufer »testet« zuerst einmal das aktuelle Preisniveau, indem er verschiedene Händler unverbindlich nach Preisen befragt. Wo er auf das günstigste Angebot stößt, beginnt er zu feilschen. Ziel des Verkäufers ist es dabei, einen Stammkunden zu gewinnen. Ziel des Käufers, mit einem vertrauenswürdigen Händler eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, um künftig zeitsparend, ohne lange Verhandlungen einkaufen zu können. Die Tricks, derer sich die beiden mancherorts bedienen, zeugen von Phantasie. Im Jemen zum Beispiel kommunizieren sie, damit Dritte nichts über ihre Preisabsprachen erfahren, gelegentlich mittels Gebärden: Beider Hände werden mit einem Tuch verdeckt. Die Verständigung erfolgt durch Bewegen der Finger, deren jeder eine andere Zahl symbolisiert. Zugleich werden mit den Augen Ablehnung oder Zustimmung ausgedruckt. Iranische Teppichhändler pflegen zu erwähnen, um wie viel sie – angeblich – ein Stück gekauft haben, und legen so von vornherein den Minimumpreis fest. Und Levantiner inszenieren gerne kleine Farcen: Nachdem sie einen Preis gefordert haben, lassen sie den Sohn in ihrer Abwesenheit einen niedrigeren nennen. Später beschimpfen sie ihn in Gegenwart des Kunden für seine Nachgiebigkeit. So wird der Anschein erweckt, das zweite Angebot sei tatsächlich günstig.“ Fassen wir diese Interpretation zusammen und verallgemeinern wir sie, so wird deutlich, dass Kommunikationsrituale die institutionalisierten Sozialbeziehungen in der Staatsgesellschaft ersetzen. Es handelt sich um qualitativ (d.h. inhaltlich) zu unterscheidende kulturell geprägte und gelernte Verhaltensstrategien, die in der jeweils vorgegebenen sozioökonomischen Situation – wie es Weiß ausführt – funktional und sachgerecht sind, bei Besuchern oder Migranten jedoch Unsicherheit und Fremdheitserfahrung auslösen. Durch die Verbindung mit den Erfahrungen der sozialen Orientierung und der Verhaltenssicherheit, die sich mit den gelernten Verhaltensritualen verbinden, werden diese gerade in einer fremden kulturellen Umwelt emotional besetzt und als Eigenverhalten erst bewusst. Ein Nichteingehen auf dieses Verhalten – das was wir eher positiv als „effizientes Gesprächsverhalten“, „Nüchternheit“, „Kurz und Bündig“, „Ergebnisorientiert“ wahrnehmen und intendieren – wird dann als persönlicher Angriff, Nichtachtung und Kränkung wahrgenommen und ruft entsprechende Reaktionen und Konflikte hervor. Ebenso ist es mit dem Rekurs auf „Regeln“ und „Gesetze“ einer normierten und institutionalisierten Staatsgesellschaft, der inhaltlich nicht verstanden und als persönliches Machtgehabe und Oktroi wahrgenommen wird. Dies lässt sich recht gut einmal nicht am Orient sondern in Verhaltensweisen unseres östlichen Nachbarn Polen darstellen:5
Nehmen wir als ersten Interpretationsanlass zunächst
ein Beispiel aus dem Wohnungsbau in Danzig. Im Danziger Vorort Oliwa
befindet sich eine der größten Plattenbau-Wohnanlagen Nordpolens, in der
vor allem Werftarbeiter der Danziger Werft, ehemals Lenin-Werft,
untergebracht sind. Auch Lech Wa Ein negativeres Beispiel soll diese Grundeinstellung noch verdeutlichen. In Gdynia (Gdingen) befand sich jahrelang ein staatliches Betonplattenwerk mitten in einer neu gebauten Wohnsiedlung und störte die Wohnqualität durch Emissionen und Lärm ganz erheblich, vor allem da die Straßen nicht für die schweren LKW ausgebaut waren. Ursprünglich war dieser Standort wegen der kurzen Wege zu den Baustellen durchaus sinnvoll; später stellte der Staat einen Ersatzstandort bereit und verfügte den Umzug. Nichts geschah. Der angestellte Direktor verweigerte einfach die Kooperation. Das hatte sicher auch Gründe im politischen Machtkampf in der PVAP in Gdingen, in der der Direktor zur privilegierten Nomenklatura zählte und zur Kooperation mit übergeordneten Stellen in der staatlichen Hierarchie in Warschau nur gegen weitere Einflusskonzessionen bereit war. Wichtigere Begründung war jedoch, dass er die Produktionsunterbrechung während des Umzuges nicht für wirtschaftlich tragbar hielt. Damit hatte er die Unterstützung der übrigen Beschäftigten. Interpretation: die lokalen Machthaber und Honoratioren haben eine sichere Hausmacht und dadurch größeren Einfluss als zentralstaatliche Institutionen, die sich oft nicht gegen sie durchsetzen können. Loyalität gegenüber dem Staat und einem wie auch immer definierten abstrakten Gemeinwohl wird weder erwartet noch gewährt. Respekt genießt derjenige, der sich gegen den Staat durchsetzt, selbst wenn er formal selbst Staatsbeamter ist. Ein drittes Beispiel, wieder aus Gdingen: die längst notwendige Hafenerweiterung konnte über Jahrzehnte nicht durchgeführt werden, obwohl die Planungen abgeschlossen, die notwendigen Grundstücke im Besitz des Staates und sogar schon Überquerungsbrücken für Straße und Eisenbahn über das noch nicht gebaute neue Hafenbecken hinweg fertig und im Betrieb waren. Grund: auf dem staatlichen Grund und Boden hatten sich ohne Rechtstitel seit Jahren Besitzer von in Eigenarbeit erstellten Einfamilienhäusern angesiedelt. Die Sympathie der Bevölkerung lag eindeutig auf der Seite der Häuslebauer. Einen drastischen politischen Konflikt, den eine Zwangsräumung verursacht hätte, konnte und wollte der Staat nicht riskieren; die Tradition der Aufstände und Unruhen und ihre Konsequenzen wie Regierungssturz und Legitimationsverlust des Systems ist allen Regierenden nur allzu gut im Bewusstsein. Nun wird von der Stadt mit hohem finanziellen Aufwand Haus für Haus abgekauft und neuer Wohnraum bereit gestellt. Der Hafenausbau hat begonnen. Nun könnte – sicher zu recht – eingewendet werden, dass es sich hier um drei Beispiele aus der Zeit der Volksrepublik Polen handelt, folglich um Beispiele „sozialistischer Korruption und Planwirtschaft“. Dies trifft aber nicht den Kern des Sachverhaltes. Einerseits sind bei genauem Hinschauen die repräsentierten Verhaltensformen durchaus nicht typisch für die Fehlentwicklungen des ehedem „real existierenden“ Sozialismus (vielleicht bis auf das zweite Beispiel aus Kreisen der „Nomenklatura“), sondern sie zeigen gerade das Gegenteil: individuelle Zivilcourage und Staatsferne; und sie zeigen, dass der polnische Staat – gezwungenermaßen? oder aus eigener Überzeugung? – diese Verhaltensformen einnahm und als selbstverständlich akzeptierte. Andererseits finden sich in Polen vergleichbare Verhaltensweisen in der Zeit der polnischen Teilungen oder im existenzbedrohten politischen Untergrund in der Okkupationszeit ebenfalls. Die Beispiele zeigen daher nicht in Polen aktuell entwickelte Verhaltensweisen gegenüber der ungeliebten Volksrepublik, sondern historisch verwurzelte Verhaltensweisen gegenüber dem Staat als solchem. Und das unterscheidet die polnische politische Alltagskultur deutlich von den etatistisch vergesellschafteten mitteleuropäischen Staatsnationen. RésuméKulturvergleiche sind vielfältig. Eine gültige, wissenschaftlich allgemein akzeptierte Methode ist nicht zu erkennen. Wissenschaftliche Ansätze gehen, wie wir einleitend schon ausgeführt haben, von unterschiedlichen Kulturverständnissen aus:
Dieser Überblick ist keineswegs vollständig und intendiert auch keinen wissenschaftsgeschichtlichen Überblick. Vor allem die hier nur anskizzierten Felder der konkreten interkulturellen Vergleiche in sozialen Situationen müsste weitaus gründlicher erörtert werden. Alltagstauglich sind Konzepte des Kulturvergleichs wenn sie in aufklärerischem Sinne das „Fremde“ verstehbar machen und eine missverständnisarme Kommunikation zwischen Angehörigen unterschiedlicher kultureller Herkunft ermöglichen. Dabei muss ganz deutlich und kritisch im Bewusstsein gehalten werden, dass jeder wissenschaftliche Vergleich notwendig Typisierung und Komplexitätsreduktion bedeutet. Genau das ist die Gefahr eines formalisierten oder routinierten Kulturvergleiches: dass letztlich die Reduktion für die Essenz, dass die Typisierung für die Realität genommen wird. In der unmittelbaren kommunikativen Situation ist das Wissen über Kulturvergleiche nicht als Verhaltenserwartung zu gebrauchen – dafür sind die individuellen Ausprägungen der Umsetzung der Potentiale der Politischen Kultur viel zu groß, wie wir an dem Beispiel der „Stammtischrunde“ gesehen haben –, sondern ein Mittel Befremden zu reduzieren und Fremdes zu verstehen und eventuell als mögliche alternative Realitätsdefinition auch anzueignen. In der bewussten Übung des Kulturvergleichs wird sehr konkret deutlich, dass das Vergleichbare und Erwartete das Trennende und Befremdliche überwiegt und dass fast immer gemeinsame Verständigungsebenen gefunden werden können. Mit dem Kulturvergleich einher geht daher das Bemühen, die eigene kulturelle Prägung zu erkennen und „sich selbst von Außen sehen zu lernen“.
Worin unterscheiden sich Kulturen: Bilder aus der
islamischen Welt Iran: Tabriz, Bazar Iran: Shiraz, Bazar Marokko: Fez, Moschee und Medrese Türkei: Istanbul, Blick vom Bosporus auf die Altstadt Folie: Dimensionen eines Kulturvergleichs
Folie: Staat und Gesellschaft: Grundsätzliche Typen der Zivilisationsentwicklung
* Vgl. dazu die Darstellung von Elçin Kürşat-Ahlers, 2001: Was ist Mentalität? ** Vgl. ibid., S. 59: „In der Kollektivpsychologie oder umgangssprachlich werden Mentalität und „kollektive Identität“ kaum differenziert. (Mit dem aufkommenden Nationalismus erhält die Frage nach den Eigenheiten von Kollektiven, nach den Mentalitäten, einen starken Schub). 1 Partland/Cumming 1973. 2 Treuheit/Lawson 1964; Treuheit/Otten 1986; Treuheit 1991; Treuheit, u.a. 1990. 3 Dazu ist zu bemerken, dass Angehörige der Unterschicht „ununterbrochen dem Bewusstsein ihrer eigenen Unwichtigkeit ausgesetzt sind“. Lee Rainwater zeigt außerdem noch einen anderen Aspekt der Art, auf die Arme ‚arm‘ sind: „Verglichen mit den Identitätsproblemen der Angehörigen der Unterschicht ist die ‚Suche nach der Seele‘ der Jugendlichen und Erwachsenen der Mittelschicht demonstrativer Konsum von psychischen Reichtümern“ (Rainwater, 1965: 3). Anmerkung zitiert nach Liebow, 1973. 4 Walter M. Weiß: Der Basar. Mittelpunkt des Lebens in der islamischen Welt. Geschichte und Gegenwart eines menschengerechten Stadtmodells. Wien 1994 (Edition Christian Brandstätter). S. 41 – 44: Über die Vernunft des Herzens 5 Folgt einer Darstellung in: Gerhard Voigt: Polen und Deutsche – Eine schwierige Nachbarschaft? Wandel und Wahrnehmung. Vortrag am 1.11.94 für die »Stiftung Runder Tisch, Sächsisches Bildungswerk« im Polnischen Zentrum Leipzig. – Erweiterte Fassung zur Veröffentlichung von Prof. Schneider, Leipzig, Rosa-Luxemburg-Verein
Unveröffentlichtes
Manuskript zu einer Vortragsreihe zum Thema Interkulturelle Kommunikation
der Landeshauptstadt Hannover unter der Leitung von Prof. Dr. Kürşat |
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Verantwortlich für diese Seite Gerhard Voigt, OStR i.R. - Kontakt vgl. Impressum Bearbeitungsstand: 25.12.2008 Letzte Bearbeitung: 06.12.2009 |
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