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Gerhard Voigt:

Ökologische Fragen im Unterricht*

Ein integrativ-sozialwissenschaftliches Umwelt-Curriculum für den Sekundarbereich (1996)

„All das steht im Zusammenhang mit einer historischen Situati­on, die sich mit den Stichwör­tern ökologische Krise, atomare Rüstung, Nord-Süd-Konflikt kennzeichnen läßt sowie durch früher unbekannte Widersprüche zwischen technischem Potential und Ge­fahren für das Über­leben.

An dieser Situation ist etwas neu: Anders als in der Vergangen­heit sind Lehrer, Schüler, Eltern – obwohl die Situation unter­schiedlich wahrgenommen bzw. erkannt wird – von ihr in nahezu gleicher Weise betroffen. Das kann eine pädagogische Chance sein – sofern es gelingt, die Unterschiede der Wahrnehmung und der Erkenntnis zwischen Lehrern und Schülern durch Information, Aufklärung, Kommunikation zu verringern. Schüler wie Lehrer können dann er­fahren, daß schulisches Lernen eine Hilfe ist, mit Lebenssituationen fertig zu werden.“ (Hilligen 1985: 16)

1. Einleitung: Ein Blick zurück

Was ist aus den Konzepten, Desideraten und Hoffnungen des Reform­aufbruchs der siebziger Jahre geworden, der einen zeitgeschichtli­chen Moment lang auch ein Aufbruch in der staatlichen Schulpoli­tik zu sein schien? An einem regional und thematisch eingegrenzten Beispiel – aus dem Bereich der Reformarbeit für die Sekundarstufe II in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern in Niedersach­sen, konkretisiert an der Frage nach einem gesellschaftswissen­schaftlichen integrativen ökologischen Curriculum – sollen Auf­bruch, Konzept und bis heute nachfolgende Stagnation aufgezeigt werden.

Es ist erstaunlich und in gewisser Weise auch erschreckend, wenn auch nur für den überra­schend, der die Entwicklung der ge­sellschaftlichen Realität und der »Politischen Kultur« in Deutsch­land in den letzten zwanzig Jahren nicht kritisch verfolgt hat, daß die Lektüre eigener Texte und Auf­sätze aus der Zeit Ende der siebziger Jahre zu der Einschätzung führen kann, daß genau jene damals angesprochenen und diskutierten Probleme und Perspektiven des politischen Unterrichts bis heute Desiderate gleicher Aktuali­tät wie damals geblieben sind und durchaus nicht in die Selbstver­ständlich­keit des Schulunterrichts übertragen worden sind.

Das gilt vor allem für die damals wie heute aktuelle Forderung nach integrativen didaktischen Konzepten, nach einer Überwindung des starren Fächerkanons und nach einer schülerzentrierten Unter­richtsmethodik mit dem Primat projektorientierten Lernens. Noch am ehesten hat sich etwas in den offensichtlichen »Problemzonen« des Schulwesens, im Bereich der Grund- und Hauptschulen, punktuell auch im berufsbildenden Bereich, bewegt. Am traditionell bildungs­bürgerlich orientierten Gymnasium scheinen aber die Reformimpulse weitgehend unbemerkt vorübergegangen zu sein und die Gesamtschule, unter starkem politischen Konformitätsdruck leidend, nähert sich regional zumin­dest immer mehr den gymnasialen Schemata an.

1978 erschien im Rahmen der Kursentwürfe des niedersächsischen Kultusministeriums für den gymnasialen Sekundarbereich II ein Kursmodell »Sozioökologie«, das versuchte, konsequent – ausge­hend vom Leistungsfach Geographie – politisches Lernen integrativ und fächerübergreifend zu ver­stehen und didaktisch und methodisch um­zusetzen. Projektphasen und exemplarisches Lernen sollten Standard des »Lernortes Kursstufe« werden.

Wie andere »Handreichungskurse« auch, verstand er sich weniger als Unterrichtsentwurf son­dern als differenzierte Anregung an die Lehrerinnen und Lehrer, zentrale Erkenntnisinteressen der Schüle­rinnen und Schü­ler wahrzunehmen und im Sinne von »Herausforderungen« (Hilligen 1985; – heute wäre hier auch zu ver­weisen auf das Konzept der »Schlüsselprobleme und Schlüsselquali­fika­tionen«, wie es als »didaktisches Leitprinzip« schon in die Revision der niedersächsischen Rahmen­richtlinien Eingang gefunden hat) für die einzelnen Kursphasen eigenständig umzusetzen, Obwohl sich der Kurs in der Erprobung bewährt hatte, folgte ihm die all­gemeine Praxis nicht weiter.

Über den Kursentwurf und seine Erprobung berichtete der Verfas­ser in zwei Aufsätzen (Voigt 1978 und 1980). Diese liegen dem vor­liegenden Aufsatz zu Grunde. Wir können in der Darstellung des Konzeptes eines »ökologischen Curriculums« auf der Grundlage des Kurskonzeptes der »Sozioökologie« streckenweise den damaligen Aus­führungen fast wörtlich folgen. Schon das ist ein bezeichnendes Ergebnis der Wiederbegegnung mit den Reformimpulsen der siebziger Jahre!

Eine – vielleicht zu anspruchsvolle  – Zielsetzung des Konzepts war es auch, eine aus dem di­daktischen Bedürfnissen konzipierte integrative Themendefinition, »Sozioökologie«, die nicht aus einem geographischen Forschungsgegenstand deduziert worden war, als ge­eignet anzusehen, auch Impulse für eine Revision des fachgeogra­phischen Selbstverständnisses im Sinne des Primats poli­tischer Bildung geben zu können.

Zwar läßt der Fortschritt der Gesellschaftswissenschaften neue inhaltlich-didaktische Schwer­punktsetzungen und Curricula möglich erscheinen,  von einer tatsächlichen Umsetzung in der Schule ist man aber noch weit entfernt. Das bezieht sich vor allem auf die seither in den Gesellschaftswissen­schaften erfolgte Rezeption der Zivilisationstheorie und die Entwicklung der Kulturwissenschaften (Elias, Foucault, Bourdieu etc. sollten auch Eingang in die Politikdidaktik und den Unterricht finden); die didaktische Strukturierung führt zudem weg von dem obsoleten kognitiven Grundbildungsbegriff, wie er schon in der Reformphase bekämpft wurde, wenn auch mit dem, wie sich dann zeigte metho­disch und wissenschaftstheoretisch untaugli­chen In­strument der Lernzielhierarchisierung und -deduk­tion. Die­ses Kon­zept hat in einigen Bundesländern, so in Niedersachsen, in den letzten Jahren Ein­gang in die Rahmenrichtlinien gefunden, ist aber in den Schulen, wie zu beobachten war, weder ver­standen noch umge­setzt worden. Wichtige Schlüsselprobleme der Gesellschaft wie Herrschaft, soziale Ungleichheit, ökologische Gefährdung sind seit den siebziger Jahren durchgängiger Reflexionsstoff geblieben - das Konzept der Sozioökologie fügt sich hier ein -, neue, bzw. neu de­finierte Probleme treten hinzu und müssen im politischen Unter­richt aufgegriffen werden, so das immer problemati­scher werdende Spannungsverhältnis von Individualisierungs- und Globalisierungstendenzen, die »letale Krise« des Ethnien- und Nationenkonzeptes oder die sichtbar werdenden Grenzen des Demo­kratieprinzips in der »Zweidrittelgesellschaft«.

2. Die Bedeutung der ökologischen Fragestellungen

Umweltprobleme und Umweltgefahren sind auch heute ein wesentliches Element der öffentlich wahrgenommenen Risiken, die Beck (1986) seiner Analyse der Risikogesellschaft zugrunde legt. Das Bewusst­sein von Umweltrisiken wird gestützt durch reale lokale Umweltver­giftungen und – auch emotional – verstärkt durch ein wachsendes Mißtrauen gegen Projekte der »Großtechnologie« (Traube 1978), das durch Ereignisse wie Tschenobyl eine reale und politisch wirksame Dimension erhalten hat. Die Globalisierung der Umweltrisiken ist erstmals durch die alarmierenden Modellbe­rechnungen der MIT-Studie des Club of Rome (»Grenzen des Wachstums«, Meadows 1973) und der darauf aufbauenden Folgestu­dien (so z. B. von Meadows 1976, Mes­arovic/Pestel, Oltmans, Gruhl u. a.) angesprochen worden.

Reale Dimensionen erhält diese Warnung sowohl in der empirisch belegten Klimagefährdung (»Ozon-Loch« und, wenn auch klimatologi­sch noch weniger sicher begründet, der so genannte »Treibhauseffekt«) - die durchaus schon zu politischen Konsequen­zen geführt hat (FCKW-Verbot, Reduktion der CO2-Emissionen, wobei dahingestellt sein mag, wie effektiv oder gar hinreichend diese politischen Konsequenzen denn sein mögen! – als auch in den Sozi­alkatastrophen der marginalisier­ten ökonomischen Peripherien. zu denen sicher auch die Ghetto- und Slum-Bereiche sowohl der Megapo­len der Dritten Welt (Mexiko City, Bombay) als auch der Industrie­staaten (Washington D.C., Los Angeles, New York) gehören!

Ökologi­sche Forschung trifft auf ein originäres gesellschaftli­ches Bedürfnis und hebt dabei ab von den biolo­gischen Ursprüngen in die Gesellschaftswissenschaften.

Der Forschungsgegenstand einer als gesellschaftliches Problem ver­standenen Ökologie ist he­terogen und noch immer schwer abzu­gren­zen (folgt weitgehend dem Text Voigt 1980: 72-80.):

  1. Die Ökologie befasst sich mit Regelsystemen und Gleichgewichts­zuständen mit heterogenen Ein­zelelementen, die aus den Berei­chen Pflanzen- und Tierwelt und der menschlichen Gesellschaft jeweils in ihrer räumlichen Umwelt (Lebensraum) zu den Prozes­sen des Gesamtsystems beitra­gen.

  2. Das Forschungsinteresse konzentriert sich auf die Störungen und Transformationen der Gleich­gewichtszustände und die Bedingungen für eine mögliche Stabilität des Gesamtsystems. Der Frageansatz ist dabei prozessual-dynamisch und nicht strukturell-deskrip­tiv.

  3. Ökologische Analyse zielt weniger auf die fachliche Zuweisung der zu Grunde gelegten Modelle, als auf interdisziplinäre Sy­stemanalyse.

  4. Die Untersuchungseinheiten der ökologischen Analyse werden im­manent abgegrenzt; d.h.: räumliche und zeitliche Erstreckung wird aus den beobachteten Prozessabläufen heraus definiert.

  5. Die gesellschaftliche Bedeutung ökologischer Fragestellungen – auch im Schulunterricht! – äu­ßert sich im durchgängigen An­spruch der Untersuchungen, gesellschaftliche Bedingungen und Faktoren als Ausgangsgrößen der bearbeiteten Ökosysteme zu ver­stehen und die sozioökonomi­schen Folgen ökologischer Prozesse auf ihre politische Entscheidbarkeit hin zu bewerten.

Das bedeutet konkret, daß ökologische Untersuchungen auch im Be­reich des Schulunterrichts pro­blem- und fallbezogen (kasuistisch, vgl. Schmiederer 1971: 118), interdisziplinär und empirisch (projektorientiert, vgl. Behr/Friebe/Voigt 1975 und Voigt/Fuchs/ Eilers 1977, insbesondere die Pro­jektablaufpläne), mit dem theore­tischen Konzept der Modellbildung Voigt/Wolf 1978 und mit dem Ziel der politischen Handlungsbefähigung begründet und di­daktisch auf­bereitet werden müssen.

3. Der ökologische Ansatz im Unterricht

Daß die Geographie, vor allem die Schulgeographie, in ihren Frage­ansätzen dem gesellschaftswissen­schaftlichen Aufgabenfeld zuzuord­nen ist, hat nicht nur rein formalen, sondern vor allem inhaltli­chen Charakter (Filipp 1987: 166-168). Daß diese Selbstverständ­lichkeit unter Schulgeo­graphen auch heute noch nicht widerspruchs­los akzeptiert ist, zeigt die Kontroverse um ein Positionspapier des Schulgeographenverbandes in Praxis Geographie (abgedruckt in Heft 5/95), das Schramke und Schmidt-Wulffen (1995: 44-45) im ge­nannten Sinne als einseitig kritisierten, was eine heftige, unter die Gürtellinie zielende Gegenpolemik des Vorsitzenden des Schul­geographenverban­des (Richter 1995) hervorrief, die sich zur Be­hauptung einer »axiomatischen Perspektive auf menschliche Wirk­lichkeit« der Geo­graphie und der Unbestreitbarkeit, daß jedes Fach »dafür über ein geeignetes me­thodologisches Konzept verfügt« ver­stieg. (Zu den Gegenpositionen vgl. Sedlacek 1996 und Voigt 1996!) Die Behaup­tung, daß es »keine vernünftige Sicht auf die Welt als durch die Fächer« gebe, ist bezeichnend für das immer noch feh­len­de Bewusstsein in der Schulpraxis für die Notwendigkeit inte­gra­ti­ver und an den gesellschaftlichen Bedingungen der Schüler­schaft orientierten Curricula!

Hier kann die ökologische Fragestellung Entscheidendes leisten, indem sie die Fähigkeit des Schülers zur Orientierung in seiner sich ständig ändernden räumlichen und gesellschaftlichen Umwelt entwickelt, zum Verständnis und zur Beurteilung der seine Umwelt prägenden sozioökonomischen Entscheidungen, Prozesse und Abhängig­keiten beiträgt und die Be­reitschaft zum umweltbezogenen politi­schen Handeln fördert. Während der erste Aspekt die Anwen­dung fachspezifischer Arbeitswei­sen und Methoden fordert und wesentlich den empirischen Anteil der Raum- und Gesellschaftswis­senschaften unmittelbar im Lebens- und Erfahrungsraum des Schü­lers anspricht (und über die Betrof­fenheit motiviert), zielen die beiden anderen Aspekte auf die politi­sche Bildung; ist doch Umwelter­fahrung pri­mär gesellschaftlich vermittelt: sei es durch die gesellschaftlich und kulturell vermittelten Realitätsdeutungen und Wertmuster, die die Schülerinnen und Schüler ökologische Fragestellungen erkennen lassen, sei es durch die Tatsache, daß die dem Schüler erfahrbaren gesellschaftlichen Reali­täten durch politische Machtprozesse ge­formt sind, was den politischen wie den alltäglichen Hand­lungs­spielraum definiert wie auch begrenzt. Aus beidem ergibt sich für den Schüler die Auffor­derung, seine eigene Position zu den ökolo­gischen Prozessen zu definieren und die Bereitschaft zu entwic­keln, selbst planend, beurteilend und handelnd und damit politisch wirksam in diese Prozesse einzugreifen.

Didaktische Ansätze zur Umsetzung der Frage, wie Schülerinnen und Schüler  in ökologische Prozesse einbezogen sind, liefern Fall­beispiele, die helfen, eigene Erfahrungen in begründende Er­klä­rungszusammenhänge einzuordnen und auch Ansatzpunkte zu finden, selbst han­delnd einzugreifen. Dieser Aufgabencharakter politischer Bildung wird auch von konservativer Seite betont, so von Sutor (in Fischer 1975: 158)

Diese Grundüberlegungen gehen über eine Reihe der üblichen geo-ökologischen Frageansätze hinaus, die entweder von ihrer inner­fachlichen Bedeutung her den Landschaftsbegriff als Objekt und we­nig legitimierten Lerngegenstand verstehen (so Hendinger 1977), oder auch den naturwissen­schaftlichen Ansatz der Bioökologie (vgl. die Kursentwürfe von Hoffmann/Krumwiede 1975 und Hoffmann 1977) in die Geographie hinein verlängern.

Die große Variationsbreite dieser ökologischen Frageansätze zeigt sich schon in einer kurzen Übersicht über die gängigen Be­griffe, die unterschiedliche fachliche Zuordnungen und unter­schiedli­che Untersuchungsansätze ausgliedern (vgl. Abbildung 1):

  • Bioökologie: Untersuchung von Biotopen und natürlichen Ökosystemen mit biologisch-naturwissen­schaftlichen Methoden.

  • Humanökologie (Human Ecology): Untersuchung von Biotopen unter Einbeziehung des Menschen als biologischem Wesen.

  • Geoökologie (vgl. Leser 1976): Untersuchung von großräumigen Ökotopen und Ökosystemen; neuer methodischer Ansatz der physischen Geographie (z.B. für Landschaftszonierungen); alternativen Be­griffsge­brauch: Überbegriff über alle raumbezogenen Frage­aspekte der Ökologie.

  • Landschaftsökologie: Geoökologische Untersuchungen mit schwer­punktmäßiger Einbeziehung an­thropogener Wirkungsfaktoren; Ver­bindung von physisch-geographischen mit kulturgeographi­schen Ansätzen; problematisch ist u.a. die Anwendung des Landschafts­begriffes (Schramke 1975: 116).

  • Sozial-Ökologie (Social Ecology, Hawley 1974): Übertragung ökolo­gischer Modelle auf gesellschaft­liche Entwicklungen in städti­schen Agglomerationen: Stadtbevölkerung = Ökosystem; problema­tisch: biologistische Erklärungsansätze werden auf soziologi­sche Forschungsgegenstände über­tragen. (vgl. Duncan 1964)

  • Umweltschutz, Umweltforschung, Umwelttechnologie (enviromental sciences): Politische oder technologische Anwendung der Unter­suchungsergebnisse aus den bio- oder geoökologischen For­schungsvorhaben; in der Schule bedeutsam insbesondere bei der Anwendung politischer An­sätze und der Prämissen der Entschei­dungs- und Konfliktforschung.

  • Sozioökologie: Untersuchung ökologisch wirksamer gesellschaftli­cher Strukturen und Entwicklungs­prozesse; sozialgeographisch-gesellschaftswissenschaftlicher Ansatz, der sich besonders an den Erfordernissen der Schulpraxis orientiert.

Der Begriff Sozioökologie wurde erst in jüngster Zeit aus di­daktischen Überlegungen heraus ge­prägt. Der Ökologiebegriff ist in die Umgangssprache eingegangen und entspezifiziert worden. Daher bedarf er im fachlichen Kontext einer Präzisierung. Mit dem Be­griff Sozioökologie kann sich nun eine von gesellschaftswissen­schaftlichen Fragekategorien ausgehende ökologische Teildisziplin ab­grenzen, die durch ihren methodischen Ansatz trotz aller thema­tischer Verflechtungen eine ei­gen­ständige Behandlung rechtfertigt. Im Schulunterricht mußte angesichts der Situation in der heutigen Geographiedidaktik eine Abgrenzung einmal zur naturgeographisch orientierten Geo- und Land­schaftsökologie gefunden werden und zum anderen zu den ökologischen Themen des Faches Biolo­gie, insbeson­dere zu den Ökologiekursen im Sekundarbereich II.

Abbildung 1: Schema der Regelsysteme
und der Fachrichtungen der Ökologie

Zu Grunde gelegt wird die Einsicht, daß der Mensch immer und zwangsläufig in der Umwelt handelt, ihre Bedingungen für seine Ziele nutzt und damit mehr oder weniger tief greifende Verände­run­gen seiner Umge­bung und damit seiner materiellen Lebens­bedingungen bewirkt. In zweierlei Hin­sicht können diese Eingriffe klassifi­ziert werden:

  1. Ein Eingriff in die Umwelt kann in sei­nen Folgen lokal bzw. re­gional begrenzt bleiben oder län­ger- oder kürzerfristig überre­gionale und letztlich globale Auswirkungen zeigen.

  2. Ein Eingriff in die Umwelt kann be­schränkt bleiben auf eine Verstärkung oder Abschwächung natürlicher ökolo­gischer Prozes­se, wie z.B. in Energie- und Stoffbilanzen, und damit im Rah­men der existenten ökologischen Regel­systeme bleiben, oder er kann qualitativ neuartige Elemente und Wirkungszu­sammenhänge in den Naturhaushalt ein­bringen, wie z.B. durch nicht abbaubare, sich akkumulierende Gifte oder Strahlungsquellen oder durch selbst­verstärkende Deformationen eines Regelzusammenhanges, der dann exponentiellen Veränderungen unterliegt; dadurch wird letzt­lich das »natürliche« Regelsystem aufgehoben und die Folgen sind da­her irreversibel – wo­mit aber die kulturelle bzw. gesellschaft­liche Bewer­tungsmöglichkeit dieses Prozesses noch nicht thema­tisiert ist: besteht doch Geschichte immer aus irreversiblen Veränderungen der Lebens­welt des Menschen.

Die Behandlung ökologischer Probleme im Unterricht geht von ge­sellschaftlichen Konflikten aus und hat das Ziel, dem Schüler raum- und umweltbezogene und gleichzeitig gesellschaftsrelevante Erfah­rungs- und Handlungsstrategien zu vermitteln (vgl. Abbildung 2). Jede Unter­richtseinheit vereinigt daher:

  • didaktische Begründung: gesell­schaftliche Relevanz und politi­sche Entscheidbarkeit der Problemsituati­on;

  • Methodik der Problembehandlung: Erfahrung, Empirik, Schülermo­tiva­tion und Schülerbewusstsein;

  • Problemlösungsversuche: Analyse, Modellbildung, Finden von Ent­scheidungskriterien;

  • Anwendung: Handlungsmöglichkei­ten und Handlungsmotivation auf der Grundlage der Interes­sen- und Konfliktanalyse.

Dabei sind der Altersstufe angemessene Schwerpunkte zu setzen [vgl. dazu die tabellarische Über­sicht über ein mögliches fächer­übergreifendes Ökologie-Curriculum in Abbildung 3]:

Abbildung 2: Didaktisches Schema

  1. In den unteren Klassen der Sekundarstufe I muß die Problemstel­lung abgegrenzt und konkret sein, um Ansätze für die Entscheid­barkeit des Problems herbeiführen; als Methoden stehen die Beobachtung, Beschreibung, Zählung und einfache Messung im Vordergrund. Da­her ist gerade hier ein interdisziplinä­res Vorge­hen, das biologische und na­turgeographische Beobachtung ein­schließt, sinnvoll.

  2. In den oberen Klassen der Sekundar­stufe I kommt stärker der prozessual-dy­namische Charakter ökologischer Probleme zum Vor­schein. Ablauf­be­schreibungen dienen auf Grundlage einfacher funktionaler Mo­delle. Ziel ist es dabei, die Grundprinzipien von Re­gelkreisen und Gleichge­wichtssystemen zu veranschaulichen und li­neare bzw. später auch exponentielle Verände­rungs­prozesse in ihren Ursa­chen und Wirkungen zu verstehen. Die Bedin­gungen und Auswirkun­gen politischer Entscheidungen und ihre Begrün­dung z.B. in In­teressenkonflikten über Umweltveränderungen und -zer­störungen (vgl. das inter­essante Umweltschutzprojekt von Berthe-Corti 1978!) können und sollen hierbei mit vermittelt werden, während in den unteren Klassen eher die persönliche Be­troffenheit durchgängiges Un­terrichts­prinzip bleibt.

  3. In der Sekundarstufe II stehen zwei Unterrichtsstrategien ne­beneinander: der durchstrukturierte Projektunterricht, in dem die Arbeitsweisen und Theoriebildungsansätze selbst problemati­siert und überprüft werden (vgl. Behr/Friebe/Voigt 1975) und der von der gesellschaftswissenschaftli­chen Theoriebildung aus konzipierte Ansatz der Sozioökologie. Es stehen sich hierbei ein eher schüler- und methodenorientierter und ein eher gesell­schaftlich-politisch begründeter Untersu­chungsansatz gegenüber, die im Sinne integrativer didaktischer Ansätze aufeinander zu geführt werden müssen.

Sozioökologie im Unterricht

Der Begriff »Sozioökologie« bedarf einer deutlichen unterrichtli­chen Konkretisierung und di­dak­ti­schen Aufbereitung und Aufgliede­rung in nebeneinander geordnete Teilansätze und Fragestellungen, die zu hetero­genen Unterrichts- bzw. Kursphasen führen. Umso wich­tiger ist die theoretische Klarheit des Kurskonzeptes, das die in­haltli­che Integration der einzelnen Phasen­konkretisierungen zu leisten hat.

Gemeinsamer Ansatz ist die Frage, inwieweit und in welcher Weise bestimmte und bestimmbare gesellschaftliche Strukturen und Prozesse, gekennzeichnet durch ihre sozialen und ökonomischen Merkmale, ökologisch wirksam werden und in welcher Weise dieser Zusammenhang politisch hand­lungsrelevant werden kann. Das Untersuchungsobjekt ist dabei nicht das Ökosystem als solches, son­dern, sehr viel abstrakter, das Interdependenzgefüge von Gesellschafts­system und ökologischem Re­gelsystem.

Abbildung 3: Übersicht über die Struktur eines ökologischen Curriculums

+      5./6. Klasse / in einigen Bundesländern: Orientierungsstufe o.ä.; Fächer: Erdkunde oder Welt- und Umweltkunde

P     Projektorientierter Unterricht (Gruppenarbeit, Fallanalyse, Empirik, in verstärktem Maße Einbeziehung gesellschaftlicher Frageansätze und Methoden; Auswertung durch Erörterung der politischen Konse­quenzen und der Handlungsbefähigung des Schülers).

Dabei soll schon hier darauf hingewiesen werden, daß mit »Ökosystem« eine heute ge­bräuchli­che erweiterte Begriffsbestimmung angewendet worden ist, die Systeme und Teilsysteme der Umwelt versteht, die durch Regelmechanismen in Gleichgewichten unterschiedlicher Qualität gehal­ten wer­den; dazu gehört auch das »Globalsystem« von Meadows 1976 u.a.

Um dem Schüler alternative Gesellschaftsvorstellungen außerhalb seines eigenen Primärerfah­rungsbereiches zu vermitteln, sind un­terschiedliche Vorgehensweisen denkbar:

1.     Entweder wird in einer historisch-genetischen Analyse versucht, den eigenen Lebensraum oder einen unmittelbar vergleichbaren Erfahrungsraum auf vergangene Gesellschafts- und Raum­zu­stände hin zu untersuchen (leicht zu bearbeitende Beispiele sind dabei das Ruhrgebiet oder die Industrieregionen Englands), wobei agrarische Formen der Ökonomie durch einen Industrialisierungsprozess in typischer Form transformiert wurden (Feudalismus-Ka­pitalismus);

2.     oder es wird ein gegenwartsorientierter Ansatz bevorzugt, in dem heutige unterschiedlich gepräg­te und entwickelte Gesell­schaftszustände untersucht und im Hinblick auf die Ursachen und Fol­gen von Industrialisierungsprozessen vergleichend beurteilt werden. Ein guter Ansatz ist dabei eine Längsschnittuntersu­chung eines vorderasiatischen Staates wie z.B. Iran, wobei von der kriti­schen Untersuchung des iranischen Feudalismus auszuge­hen ist (Leng 1974; er wendet sich ge­gen den gebräuchlichen Be­griff Rentenkapitalismus von Bobek 1959, während Massarrat 1974 die marxistische Begriffsbildung asiatische Produktionsweise wieder aufgreift und an Iran kon­kretisiert), dessen Transforma­tion unter dem Einfluss »westlicher« ökonomischer und gesell­schaftlicher Zielsetzungen und unter dem Einfluss der immer stärkeren (»dependenten«) Einbin­dung in das kapitalistische Weltwirtschaftssystem geschieht (Irans damaliges Shah-System als »Brückenkopf« der Interessen der Metropolen; vgl. allgemein Senghaas 1972 und 1977 und speziell Massarrat 1979). Die isla­mische Revolution ist nun ein Thema, das sich einer einseiti­gen Fachzuweisung sperrt und zwingend integrativ-gesellschaftswis­senschaftliche Fragestellun­gen fordert. Hier wäre das Muster­beispiel für »exemplarisches Lernen« denkbar, indem eine Phase des Transformationsprozesses herausgegriffen, und mit material- und rezeptionskritischen Methoden untersucht wird: Hier begeg­net uns ein zentrales und noch weitgehend didaktisch un­gelöstes Problem eines Unterrichts im Sinne der Schülerzentrierung, der gerade, wenn er erfolg­reich ist, sozialen und kulturellen Grup­pen- bis Eurozentrismus evozieren bzw. verstärken kann, und der der daher in gezielte Distanz- und Fremderfahrungen eingebettet werden muß.

Dieser regionale Grundsatz kann durch zwei wissen­schaftlich kontr­äre Fragestellun­gen  fundiert wer­den. Im Projektunterricht können fallbezogen und auf Umwelttechnolo­gien abhebende Erfahrungs­mög­lichkeiten aus der unmittelbaren Umwelt des Schülers aufgegriffen und empirisch verarbeitet wer­den. Dem wird der globale bzw. groß­regionale Untersuchungsansatz des »Club of Rome« (Meadows, Die Grenzen des Wachstums, 1973) ge­genübergestellt, der sich den öko­logischen Inter­depen­denzen und Prozessen mit einer theoretischen Modellanalyse nähert. Gefor­dert wird hier, den als Dichotomie be­griffenen Gegensatz von Ökologie und Ökonomie – Topos un­serer All­tagspolitik und gleichzeitig Hemmnis konkreten politischen Han­delns – aufzulösen und beides als im dialekti­schen Verhältnis ste­hend zu begreifen. Das Thema des Wachstums fordert dringend eine kritische Revision der in unserer Politik handlungsleitenden tra­ditionellen Volkswirtschaftslehre. Daß in der derzeitigen sozio-ökonomischen Krise dieser Ansatz auf Rezeptionsbarrieren bei den be­troffenen Schülerinnen und Schülern stoßen wird, dürfte vorher­sehbar sein.

Hier stellt sich zum Abschluss der jeweiligen Unterrichtseinhei­ten die Frage nach den sozioöko­nomischen und politischen Konse­quenzen, die die aktu­elle und vielfältig kontroverse Diskussion um örtliche, regionale und globale Umweltprobleme hat; aber auch: welche entpolitisieren­den Auswir­kungen eventuell durch die Per­spektivlosigkeit der iso­liert betrachteten Modellprognosen hervor­geru­fen werden können; ihr Mangel an unmittelbarer Anwendbarkeit führt bei gleichzeitig erzeugtem Angstdruck im Ausblick auf die scheinbar unaus­weichli­chen globalen Katastrophen zu antipoliti­schen und eskapistischen Reaktionen von jugendli­chen. Andererseits ist die alleinige Kon­zentration auf loka­le Umweltprobleme oft un­politisch-techno­krati­sch gewichtet; die scheinbare Unabänderbar­keit der »Umwelt­ver­schmut­zung« beim Scheitern pragmatischer Lö­sungsversuche kann beim Schüler eben­falls das genannte »es­ka­pisti­sche Syndrom« erzeugen. Wichtig ist es daher, folgende Vorausset­zun­gen mit zu berücksich­tigen:

  1. Vorrang der politischen Lösungsstrategien vor technokratischen Modellen;

  2. gezieltes Gegenüberstellen klein- und großräumiger Fallbei­spiele, um vielfältige Lösungsansätze zu diskutieren;

  3. Nebeneinanderstellen erfahrungs- und projektorientierten Arbei­tens mit kritischer, auch theoreti­scher Analyse der Ergebnisse.

Bei der Konzeption eines Kursangebotes in der gymnasialen Ober­stufe gilt es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den divergie­renden Aufgaben des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfel­des herzustellen, wie z. B.

  • der für alle Schüler grundlegenden Anforderungen der politi­schen Bildung,

  • der Anforderung interdisziplinären bzw. integrativen Unterrich­tens,

  • den fachlichen Anforderungen, die sich aus der Prüfungsfachwahl und dem damit verbundenen fachdidaktischen Selbstverständnis des Faches ergeben,

  • dem Wunsch, auch die Schüler mit Fachwahl Gemeinschaftskunde mit erdkundlichen und/oder geschichtlichen Problemen vertraut zu machen. (Voigt 1978, G.R.)

Themenfelder mit ökologischer Dimension sind u. a.

  • Umweltgefährdung und Umweltschutz,

  • Wirtschaftsraum und wirtschaftliche Verflechtung, internationa­le Dependenzen,

  • Probleme des Verkehrs und Verkehrspolitik,

  • Erfahrungen in der eigenen Umwelt durch Projekt- und Geländear­beit,

  • Stadtplanung und Stadtsanierung, Gestaltung der städtischen Um­welt.

Für alle Kurse gilt dabei:

  • Die Zielsetzung des »offenen Curriculums« fordert die Aus­tauschbarkeit und Ersetzbarkeit der einzelnen vorgeschlagenen Phasenthemen.

  • Die Mitwirkung der Lerngruppe an der Gestaltung und Durchfüh­rung des Kurses ist leitendes didaktisches Prinzip.

Die vorgeschlagenen Themenschwerpunkte sind nicht als verbind­liche »Stoffinhalte« zu verste­hen, sondern als Aufforderung, den Problemgehalt zu erarbeiten und mit der Lerngruppe – auch kontrovers – zu diskutieren.

Begründung eines »sozioökologischen Unterrichtsansatzes«

Der Begriff Sozioökologie ist erst in jüngster Zeit in die Fach­terminologie aufgenommen worden. Zwei Gründe waren dafür aus­schlaggebend:

  1. Der allgemeine Ökologiebegriff hat eine fachliche Ausdehnung erfahren, die nähere Konkretisie­rungen für den Einzelfall unerlässlich macht. Mit dem Begriff Sozioökologie kann sich nun eine von gesellschaftswissenschaftlichen Fragekategorien ausgehende ökologische Teildisziplin ab­grenzen, die durch ihren methodi­schen Ansatz trotz aller thematischer Verflechtungen eine ei­genständige Behandlung rechtfertigt (vgl. Abbildung 3).

  2. Im Schulunterricht musste eine Abgrenzung einmal zur naturgeo­graphisch orientierten Geo- und Landschaftsökologie gefunden werden (Hendinger 1977) und zum anderen zu den ökologischen Themen des Faches Biologie, insbesondere zu den Ökologiekursen im Sekundarbereich II.

Seit der Konzeption des Kursentwurfs »Sozioökologie« ist es auch in der wissenschaftlichen Refle­xion noch viel deutlicher geworden, daß das der klassischen biologistischen und naturgeographischen Umweltrezeption zugrunde liegende Paradigma des »Mensch« – »Kultur« – Gegensatzes selbst ein Stereotyp – oder im Sinne der modernen Kulturwissenschaft: eine Standardisierung (Hansen 1995: 173) – der westlichen (abendländischen) Zivilisation ist, das nur durch den Rekurs auf die Einsicht in die Kollektivität der herr­schenden Wahrnehmungs-, Wertungs- und Handlungsmuster in rationale und überprüfbare Handlungsmodelle überführt werden kann.

Hierin liegt nun die Aufgabe für eine integrativ-gesellschafts­wissenschaftliche Umwelt-Didaktik begründet. Sie muß den Schüle­rinnen und Schülern deutlich machen können, daß »Gesellschaft« und »Umwelt« keine Dichotomie darstellen, sondern dialektisch aufein­ander bezogene Aspekte einer on­tologischen Einheit darstellen.

Damit wird auch der begriffliche, irreführende Gegensatz von »natürlicher Umwelt« und »sozialer Umwelt« aufgehoben. Das Hand­lungsfeld des Individuums, das weiter zu fassen ist als der tradi­tionelle geographische »Handlungsraum«, entzieht sich dieser ein­fachen Kategorisierung und verlangt nach einer differenzierenden und konkretisierenden Analyse, nach Geertz (1983) also: einer »dichten Beschreibung«.

Kriterien einer ökologischen Untersuchung sind daher sowohl die jeweiligen konkreten gesell­schaftlichen Rahmenbedingungen, die je­weilige Wahrnehmung des Gegenstandes und der bezeichne­ten Situa­tion (Reflexion der »Situationsdefinitionen«), der Prozesscharakter der Umweltveränderungen (Reichweite in räumlicher und zeitlicher Hinsicht) und der Charakter der Prozesse (Gleichgewichte, irrever­sible Veränderungen).

So kann ein die Umwelt veränderndes Handeln – und letztlich ist menschliches Handeln per de­finitionem auf Veränderung ausgerichtet – beschränkt bleiben auf eine Verstärkung oder Abschwä­chung ökolo­gischer Prozes­se, wie z.B. in Energie- und Stoffbilanzen, und da­mit im Rahmen der exi­stenten ökologischen Regelsysteme bleiben, oder er kann qualitativ neuartige Elemente und Wir­kungszusammen­hänge in den Naturhaushalt einbringen, wie z.B. durch nicht abbau­bare, sich akku­mulierende Gifte oder Strahlungsquellen oder durch selbst­verstärkende Deformationen eines Regelzu­sammenhanges, der dann exponentiellen Veränderungen unterliegt; dadurch wird letz­tend­lich das na­türliche Regelsystem aufgehoben und die Folgen sind daher irreversibel.

Durch diese Überlegungen kann auch dem Schüler deutlich gemacht werden, daß Umweltfor­schung nicht nur ein »Herumdoktern« an Sym­ptomen aktueller »Umweltverschmutzung« bedeuten darf, sondern daß eine Gewichtung und Bewertung aller raumrelevanter gesellschaftli­cher Handlun­gen im Hinblick auf ihre Wirkungen auf die Umwelt ge­schehen muß. Dies ist aber eine an gesell­schaftlichen Zielen ori­entierte politische Aufgabe!

Literatur

Beck, Ulrich, 1986: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt am Main.

Behr/Friebe/Voigt, 1975: Wirtschafts- und sozialgeographische Feldstudien. Kursentwurf für den Projektunter­richt, in: Hand­reichungen B. 3. Folge.

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*    Wolfgang Hilligen im Jahre der Vollendung seines 80. Geburtstages vom Vorsitzenden des Verbandes der Politiklehrer e.V., Hannover, persönlich und im Namen des Verbandes gewidmet.

Quelle: Voigt, Gerhard, 1996a: Ökologische Fragen im Unterricht: ein integrativ-sozialwissenschaftliches Umwelt-Curriculum für Gymnasien und Gesamtschulen. In: Claußen, Bernhard / Wellie, Birgit, Hrsg., 1996: Umweltpädagogische Diskurse. Sozialwissenschaftliche, politische und didaktische Aspekte ökologiezentrierter Bildungsarbeit. Materialien zur sozialwissenschaftlichen Forschung Band 10. Haag + Herchen Verlag. Frankfurt am Main: 299-324. / Durchgesehener Nachdruck.

   
   

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