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Stadtgeographische
Untersuchungen in Laatzen
Eine Projektarbeit des
Erdkunde-Grundkurses 230 der Bismarckschule Hannover unter der Leitung von
OStR Gerhard Voigt
Arbeitszeitraum: April bis Juni 1990 / Klassenstufe 12 / 2. Semester
Rahmenthema: Stadt- und Siedlungsgeographie
1990 -
Bismarckschule Hannover
Vorwort
Laatzen hat nach dem Zweiten Weltkrieg eine für
Niedersachsen ganz ungewöhnliche Entwicklung durchgemacht. Wie
statistisch-geographische Untersuchungen der letzten Jahre gezeigt haben,
ist für Laatzen gerade das demographisch, ökonomisch und strukturell
Exzeptionelle zum Regelfall geworden. Das liegt begründet in der Randlage
zu Hannover und der engen funktionalen Verflechtung mit der Großstadt bei
gleichzeitiger Weiterexistenz funktionierender traditioneller dörflicher
Gebiete und Siedlungskerne. Dabei liegt die Bevölkerungsdichte Laatzens
bedingt durch die relativ geringe Gemeindefläche an der Spitze aller
Kommunen im Großraum Hannover und damit deutlich höher als in Hannover
selbst.
Laatzen hat Spitzenwerte zu verzeichnen im Wachstum
der Einwohnerzahl - vor allem durch Zuzüge aus Hannover -, in der Dichte
der Verkehrserschließung sowohl durch Straßen als auch durch den
öffentlichen Personennahverkehr, in der Bautätigkeit und auch im Wachstum
der Zahl der Arbeitsplätze und der der Gewerbeansiedlungen, die hier
bewusst konzentriert und beschränkt werden auf wohnumweltverträgliche
Branchen und Betriebe. So hält sich heute die Zahl der Auspendler aus
Laatzen vor allem nach Hannover die Waage mit den Einpendlern aus den
Laatzener Umlandgemeinden. So ist es hier im vollen Umfang gelungen, ein
funktionierendes Nebenzentrum im Sinne des Raumordnungsprogramms zu
konzipieren und zu entwickeln. Das bestätigt sich auch an den vom Umland
intensiv genutzten Einkaufsmöglichkeiten in Laatzen, vor allem im
Leine-Einkaufs-Zentrum.
Eine Graphik aus den Statistischen
Viertelsjahresberichten Hannover zeigt die besondere Stellung Laatzens im
Vergleich der Einwohnerdichte der benachbarten Kommunen sehr deutlich. Die
Hannoversche Allgemeine Zeitung (Landkreis-Zeitung Süd vom 24.10.89), die
diese Übersicht abdruckte, kommentiert die Problemlage recht zutreffend:
"Die Graphik weist aus, dass die Stadtrandgemeinden Hannovers durchweg
dichter besiedelt sind als die Landeshauptstadt. Das gilt nicht nur für
Laatzen, sondern auch für Garbsen, Langenhagen, Seelze, Ronnenberg und
Hemmingen... Das Gefälle in der Bevölkerungsdichte zwischen städtischem
und ländlichen Siedlungsraum in einem Landkreis ist zwar natürlich, eine
Verstärkung birgt aber Gefahren in sich. Wenn die dünn besiedelten
Kommunen weiterhin an Attraktivität verlieren und die Bevölkerungsdichte
weiter sinkt, verringert sich auch das finanzielle Potential der Gemeinde,
die Infrastrukturen verschlechtern sich, der Wohnwert nimmt ab. Solche
Trends aufzuhalten, ist der Ansatz der Wirtschaftsförderung...
Probleme haben aber auch die dicht besiedelten
Landkreisstädte und Gemeinden. Nicht immer reichen Schulen,
Freizeiteinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten oder Verkehrsverbindungen
aus, um die Neubürger zu verkraften.
Und wenn die allgemeinen Infrastrukturen dem Zustrom
nicht standhalten, sinkt der Wohnwert manchmal durch zuviel Beton. Ein
Beispiel dafür ist Laatzen, wo Wirtschaftsförderung durch Erschließung
attraktiver Gewerbegebiete nur eine Seite der Medaille ist. Für
Firmenansiedlung muss dort ebensoviel Mühe bei der Wohnumfeldverbesserung
aufgewandt werden. Dieses Modewort beinhaltet Verkehrsberuhigung ebenso
wie Fassadenbegrünung, Anpflanzung von Bäumen, Aufstellung von Bänken,
Pflege von Spielplätzen oder Anlegen von Rad- und Wanderwegen, die in die
Umgebung führen." [gak]
Es liegt nahe, in einer solchen, auf den ersten Blick
"synthetisch" erscheinenden Kommune, für die es in der konkreten Struktur
und Entwicklung keine heranziehbaren Vorbilder und Vergleichsbeispiele
gibt, besondere Struktur- und Entwicklungsprobleme, kommunalpolitische
Konfliktlagen und umstrittene Planungswege und -entscheidungen zu
vermuten. Ebenso sucht der Stadtgeograph in einer solchen schnell
wachsenden Stadt bezeichnende Sozialkonflikte und Auseinandersetzungen
zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. So sind denn auch die
Erwartungen einer Schülergruppe, deren Teilnehmer Laatzen wenn überhaupt
dann nur oberflächlich kennen gelernt hatten, zu Beginn einer
Projektarbeit in der Stadt Laatzen eher skeptisch und voller Vorbehalte
gegenüber den Untersuchungsgegenstand.
Doch dann ist alles, oder zumindest: Vieles, ganz
anders. Zwar, wenn man die Gemeinde sehr genau und intensiv untersucht,
findet man Ansätze aller der genannten Probleme. Doch, und das ist der
überraschende Gesamteindruck: diese Probleme dominieren nicht das Bild,
prägen nicht das städtische Leben, das, im Gegenteil, durch eine
funktionierende Stadt mit ihrem vielfältigen urbanen Angebot, mit guten
Versorgungseinrichtungen und einer rührigen und intakten Stadtverwaltung
kennzeichnen lässt.
Sicher ist das Stadtbild im neuen Stadtzentrum in
Laatzen-Mitte mit seiner mehrgeschossigen Betonplattenarchitektur nicht
gerade ein ästhetischer Genuss oder ein städtebauliches Prunkstück; doch
intensive Begrünungsmaßnahmen und eine im ganzen gepflegt wirkende
Erscheinung der Bausubstanz und der Außenanlagen verwandeln auch
Laatzen-Mitte von Jahr zu Jahr mehr in eine Parkstadt. Die neueren
Siedlungsgebiete, z.B. im Bereich der Langen Weihe, mit denen sich die
Schüler in ihrem Projekt etwas genauer auseinandergesetzt haben, zeigen
demgegenüber moderne, z.T. vorbildliche architektonische und
städtebauliche Lösungen, die in Vielgestaltigkeit und Bauqualität Maßstäbe
setzen. So zeigt es sich in den meisten Wohnbereichen in Laatzen, dass das
Leben und Wohnen verglichen mit anderen Vorstadtsiedlungen recht angenehm
und problemarm ist.
Sozialprobleme treten durchaus immer wieder auf in
einer Stadt, in der die Mehrzahl der Bewohner erst in den letzten Jahren
zugezogen ist. Vandalismus in öffentlichen Einrichtungen, vor allem an
Verkehrseinrichtungen, tritt immer wieder auf, ausländerfeindliche Gruppen
versuchen auch in Laatzen mit ihren Parolen Stimmung zu machen und ihr
braunes politisches Süppchen zu kochen. Doch haben sie - bislang jedoch -
kaum Resonanz in der Öffentlichkeit gefunden; die politischen Ratsparteien
sind in der Abwehr von Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit
weitgehend einig und die Kommunalwahlen bestätigen eine solide Mehrheit
für die SPD und bringen den rechtsextremen Gruppen nur sehr wenige Stimmen.
Es zeigt sich, dass die Laatzener Entwicklung gerade
dadurch recht entspannt verlaufen ist, dass sie öffentlich gewollt, in der
regionalen Raumordnung überörtlich eingebunden und funktional verankert
ist und in einem breiten kommunalpolitischen Konsens verantwortet wurde.
Dabei wurde von Anfang an auf ausreichende bis gute öffentliche
Einrichtungen, Sozialeinrichtungen, Versorgungsmöglichkeiten etc. großen
Wert gelegt, so dass die städtischen Grundinvestitionen frühzeitig und
teilweise recht großzügig erfolgten, womit mögliche Konflikte und
Fehlentwicklungen schon im Vorfeld abgeblockt werden konnten. Typisches
Beispiel ist der Straßenbau im Neubaugebiet, wo, vor rund 20 Jahren jetzt,
funktionierende Straßen mit Fuß- und Radwegen schon vor den Häusern
fertig gestellt worden waren, so dass alle Versorgungseinrichtungen bis hin
zu den Telefonanschlüssen beim Bezug der Wohnungen vorhanden waren. Noch
vor der endgültigen Fertigstellung des Kernbebauungsgebietes war die
Straßenbahnlinie bis Laatzen-Mitte verlängert und bald darauf in Richtung
Sarstedt ausgebaut. Laatzen wird in einer solchen Untersuchung sehr bald
zu einem Plädoyer für eine umfassende kommunalpolitische
Planungsverantwortung und bestätigt im Kern die Funktionstüchtigkeit
unseres Kommunalverwaltungssystemes.
Dennoch sind einige kommunalpolitische Besonderheiten
kennzeichnend für die Situation in Laatzen. So hat es oft den Anschein,
als ob auf kommunalpolitischer Ebene weniger die politischen
Auseinandersetzungen zwischen den großen Parteien SPD - die den
Bürgermeister stellt - und CDU - die seit einigen Jahren den Stadtdirektor
stellt - wichtig sind als die Auseinandersetzungen zwischen den "Flügeln"
in den Parteien selbst, in denen sich oft die verschiedenen Laatzener
Bevölkerungsgruppen oder auch die unterschiedlich strukturierten Ortsteile
widerspiegeln. So ist seit bald zwei Jahrzehnten in der SPD ein städtisch
orientierter "Gewerkschaftsflügel" (der nur ortsintern als "linker" Flügel
anzusprechen ist und vor allem Mitglieder aus Laatzen-Mitte vertritt)
unheilsam verfeindet mit einem "ländlichen" Honoratiorenflügel, der für
die SPD-Mehrheit in Laatzen (und damit für den Nachkriegsaufbau der Stadt)
ein "Erstgeburtsrecht" beansprucht (und mit Selbständigen,
Gewerbetreibenden, Angestellten und Beamten vor allem Rückalt in
Alt-Laatzen, Rethen und Gleidingen findet). Hierin sehe ich weniger
persönliche Querelen, als die es die Betroffenen selbst wohl empfinden,
als durchaus typische Probleme eine sich verändernden und noch nicht
hinreichend integrierten Sozialstruktur, typisch eben für die Entwicklung
von Laatzen.
Sosehr sich in der Kommunalverwaltung und der
Bauplanung der übliche kommunalpolitische Pragmatismus bewährt hat - und
meist zu akzeptablen und durchführbaren Lösungen führt -, so ist doch in
den sozialen Konfliktbereichen Randgruppen, Jugendpolitik, Ausländerfragen
und Umweltplanung für die Zukunft ein stärker politisch akzentuierter und
verantworteter Ansatz wichtig. Diese Auseinandersetzungen um den
Zukünftigen Weg der Kommune setzen erst ein und werden die Stadt vor neue
Probleme stellen, die nicht immer mit den Mitteln des kommunalpolitischen
Pragmatismus zu lösen sein werden.
Die Schüler der Bismarckschule Hannover, die sich nun
zwei Monate intensiv mit den Laatzener Verhältnissen auseinandergesetzt
haben, weisen in ihrem Bericht auf einige dieser Problembereiche hin, vor
allem in den Berichten über die Grünplanung, die Kindergärten und die
Situation in Laatzen- Mitte. Vielleicht ergeben sich daraus Anstöße für
eine konstruktive weitere Diskussion auch in Laatzen selbst.
In dem Erdkunde-Grundkurs zum Thema Siedlungs- und
Stadtgeographie bearbeiteten die Schüler entsprechend den
Rahmenrichtlinien einen zentralen geographischen Themenkomplex, der im
Kurskonzept eine problemorientierte Konkretisierung erfuhr. Dabei stand
folgende allgemeine Vorüberlegung im Vordergrund: In der Nachkriegszeit
fand ein mehrfacher städtebaulicher Paradigmenwechsel statt, der den
Wandel der gesellschaftlichen Situation in der BRD und in anderen
vergleichbaren Industriestaaten nachzeichnet. In Stichworten sei
hingewiesen auf die "Schlichtsiedlungen" der beginnenden 50er-Jahre
(Flüchtlingswohnungen; z.B. Hannover-Mittelfeld), die Eigenheim- und
Reihenhausphase der "Stadtflucht" der 60er-Jahre (Zersiedlungs- und
Infrastrukturproblematik; Beispiele in allen Randgebieten der Städte), die
Konzentration auf geplante Vorstädte, "suburbs" und Trabantenstädte,
zunächst nach dem Muster der englischen Gartenstädte (z.B. Garbsen), dann
in höherer Verdichtung (z.B. Mühlenberg, Laatzen-Mitte). Schließlich als
Gegenbewegung der Trend zur Erneuerung der "Urbanität" und der
Wiederentdeckung des "Stadthauses" bis hin zu den städtebaulichen
Konzepten der "Postmoderne" (Sanierungsgebiete, "Passagenkultur",
"Möblierung und Inszenierung der Innenstädte"). Keine dieser Phasen ist
einer grundsätzlichen Kritik und Infragestellung entgangen, sodass eine
Weiterentwicklung der städtebaulichen Konzeptionen und Grundannahmen auf
der Tagesordnung bleibt. Das Thema lohnt daher eine aktuellen und
kritischen Begutachtung. dass der Projektbericht in weiten Teilen vor allem
eine Bestandsaufnahme ist, dass auch so viele positive Entwicklungen
angesprochen und aufgezeigt werden konnten, ist als Lob für Laatzen und
seine Kommunalpolitik zu werten: waren doch die Gesamteindrücke in
eigentlich allen Gruppen überwiegend positiv und sind doch viele erwartete
Probleme gar nicht aufzuzeigen gewesen. Auch das ist eine überraschende
und für die Schüler wichtige Erfahrungen, zeigt sie doch, dass praktische
Politik reale Mitwirkungsmöglichkeiten und Gestaltungschancen öffnet und
dass kommunale und soziale Probleme nicht als unvermeidliches Schicksal
sondern als politische Aufgabe zu verstehen sind.
Einige interessante Planungsbereiche sind in dem
vorliegenden Bericht nicht behandelt worden, da nur eine beschränkte
Arbeitszeit zur Verfügung stand. Vor allem der umfangreiche Komplex
"Landschaftsschutzgebiet und Naturschutz in der Südlichen Leineaue", der von Kursen
der Bismarckschule vor einigen Jahren intensiv bearbeitet wurde, konnte
diesmal nicht wieder aufgegriffen werden und wird eventuell in einem späteren
Kurs erneut thematisiert werden können. Ebenso reicht das
Arbeitspotential des Kurses nicht zur Durchführung repräsentativer Bürgerbefragungen in
Laatzen, so sehr dies von einzelnen Arbeitsgruppen als Desiderat empfunden
wurde.
So ist dieser Bericht sowohl als Arbeitsergebnis zu
werten als auch als, wenngleich nicht allzu provozierender,
Diskussionsanstoß zu benutzen. Die Berichte sind in den einzelnen Gruppen erstellt, im
Kurs in einigen Punkten weiterdiskutiert und vom Kursleiter kritisch
durchgesehen worden. Die Ergebnisse dieses Redaktionsprozesses sind in die Texte
eingearbeitet worden, die dann in einheitlicher Form als zusammenhängender
Bericht ausgedruckt worden sind.
Der Kurs - und mit ihm der Kursleiter, der, seit
achtzehn Jahren Laatzener Bürger, mit dem Thema persönlich verbunden ist
- dankt der Stadtverwaltung Laatzen und hier vor allem Herrn Stadtrat
Büschking und Herrn Moudry, Leiter des Stadtarchivs, ganz herzlich für
die umfassende und freundliche Unterstützung und Förderung der Arbeit,
zu der, wir müssen den Dank hier pauschal abgelten, noch viele weitere
Mitglieder der Stadtverwaltung, des Rates der Stadt Laatzen, weiterer
Institutionen im Großraum Hannover sowie einzelner Bürgerinnen und Bürger
der Stadt Wesentliches beigetragen haben. Das macht Mut, auch in Zukunft
mit Schülern aus dem Klassenzimmer heraus zu gehen, die Probleme nicht nur "am
grünen Tisch" (der gar nicht so grün ist!) zu erörtern, sondern zu den
Menschen selbst hin zu gehen, Gespräche zu führen, sich die Dinge selbst
anzusehen und sich selbst ein Urteil zu bilden - so wie es vom politisch
verantwortlichen Bürger in der Demokratie erwartet wird!
Laatzen, Juni 1990
Gerhard Voigt
Oberstudienrat
Bismarckschule Hannover
Laatzens Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg¤
Einleitung
Unsere Aufgabe war es, die Situation Laatzens nach
dem zweiten Weltkrieg zu erkunden. Dabei musste auch die Messe
berücksichtigt werden, da sie einen großen Einfluss auf die Geschichte Laatzens hatte.
Auch die Übersiedler bzw. Flüchtlinge aus dem Osten und der damaligen
Sowjetischen Besatzungszone spielten eine große Rolle wie erst heute wieder.
Mehrere Besuche in Laatzen verhalfen uns, ein besseres Bild von der Stadt
Laatzen zu bekommen. Bei unseren Nachforschungen führten wir u.a. eine
Bürgerumfrage mit einem Umfang von 180 Fragebögen, von denen wir 45
ausgefüllt zurückbekamen und eine mündliche Befragung von Passanten im Leine
Einkaufszentrum durch.
Außerdem waren uns der Archivar der Laatzener
Stadtverwaltung, Herr Moudry und ein Repräsentant der Messe AG, Herr Sewig, von
großer Hilfe.
Unsere Untersuchung basierte auf folgenden
Fragestellungen:
1. Gab es Kriegszerstörungen?
2. Erste Pläne für die Ortsentwicklung.
. Wie war die kommunalpolitische Situation?
4. Integration von Ostflüchtlingen.
-
Was wurde von wem unternommen?
-
Welche Probleme entstanden für Laatzen?
-
Vergleich zu heutigen Problemen.
5. Die Messe
Hinweise auf die methodischen Grenzen der
Untersuchung:
Bestimmte Aspekte konnten nicht eindeutig geklärt
werden, da wir teilweise gegensätzliche Aussagen erhielten. Außerdem ist
es bedauerlich, dass wir eine so geringe Resonanz auf unsere Umfrage
erhielten.
Die Ausgangssituation
Laatzen ist eine Stadt, die viele bedeutende
Entwicklungen seit dem zweiten Weltkrieg erlebt hat. Aus einigen kleineren
Siedlungen am südlichen Rande Hannovers wuchs nach und nach eine Stadt,
die geprägt ist von unterschiedlichen Bauformen und durchdachter
Infrastruktur. Dieser Bericht soll den Aufbau Laatzens bis heute näher beschreiben.
Vor dem zweiten Weltkrieg war Laatzen noch ein
kleines Dorf mit etwa 2500 Einwohnern. Auch die Nachbardörfer Rethen,
Gleidingen, Grasdorf, Ingeln, und Oesselse hatten nicht mehr als 2500
Einwohner. Der Hauptteil der Bevölkerung war in der Landwirtschaft tätig,
selbst das alte Rathaus befand sich in einer Scheune.
Durch einen gezielten Bombenangriff am 23.9.1943
entlang der Eisenbahntrasse von der hannoverschen Südstadt, über Wülfel
bis nach Gleidingen, wurden Laatzen und Gleidingen zu 60% zerstört. Ziel
waren die Leichtmetallwerke in Laatzen, die zu Rüstungszwecken verwendet
wurden. Im Gegensatz zu Hannover, das eine weit zurückreichende Tradition
und viele alte Gebäude besaß, wurden in Laatzen nur Wohnhäuser und
unbedeutende Bauten zerstört.
Hierdurch entfielen etwaige Restaurationskosten.
Wegen des einsetzenden Flüchtlingsstromes nach 1945 wurden zuerst die nur
halb zerstörten Häuser mit intaktem Fundament wiederhergestellt, um in
kürzester Zeit wieder mehr Wohnraum zu schaffen. Im Allgemeinen war jedoch
der Wiederaufbau bis zur Währungsreform am 20.6.1948 nur eingeschränkt
möglich, da Knappheit an Baumaterialien herrschte. Bis 1947/48 standen
diese auch noch unter der Verwaltung der Alliierten (Bezugsscheine).
Die Kommunalpolitische Situation in Laatzen nach dem
2. Weltkrieg
Nachdem der Krieg verloren wurde, bestimmten die
Alliierten, im Gebiet des heutigen Niedersachsens also die Engländer, die
Kommunalpolitik.
Als erste Maßnahme fand die Entnazifizierung statt.
Die Laatzener Verwaltung war aber von dieser Aktion nur geringfügig
betroffen, weil von den zehn Verwaltungsangestellten nur zwei Personen
wegen Naziangehörigkeit entlassen werden mussten. Ebenso wurde der alte
Ortsgruppenleiter in das Gefängnis geschickt.
Der neue Bürgermeister wurde von der Besatzungsmacht
bestimmt und eingesetzt. Die Besatzungsmacht verfügte zunächst aufgrund
des Besatzungsrechtes, welches aber, nach der Gründung des Landes
Niedersachsen 1947 durch neue Gesetze teilweise ersetzt wurde. Die erste
freie Wahl fand 1947 statt.
Die stärkste Partei wurde die SPD. Dahinter kamen die
CDU und der Bund der Heimatvertriebenen (BHE), der aber nur am Anfang
stark war. Auch ein Kommunist wurde in den Rat gewählt. Es zeichnete sich
aber schon ab, dass die beiden großen Parteien, SPD und CDU, auf längere
Sicht ihren Vorsprung sichern würden.
Die englische Kommunalverfassung, die im ganz
Niedersachsen eingeführt wurde, teilt die Aufgaben von Stadt- bzw.
Gemeindeoberhaupt und Verwaltungsspitze in die Position des (Ober-)Bürgermeisters,
der eine repräsentative Funktion übernimmt und der Ratsversammlung
vorsteht, und in die eines Gemeinde-, Stadt- bzw. Oberstadtdirektors, der
die Verwaltung leitet.
Bis heute haben sich die Aufgaben der Verwaltung und
des Rates im Grundsatz nicht geändert. Die Verwaltung plant Projekte und
Maßnahmen und der Rat entscheidet über die Leitlinien und Ziele der
Kommunalpolitik und ob die Planungen finanziert werden kann.
Zwar sind die Aufgaben wie Feuerwehr und Schulplanung
gleich geblieben, jedoch sind einige Ämter, wie z.B. das Wohnungsamt der
Zeit der Wohnraumbewirtschaftung, im Laufe der Zeit weggefallen, weil sie
nicht mehr notwendig waren bzw. weil ihre gesetzlichen Grundlagen
entfielen.
Flüchtlingsintegration in Laatzen
Als sich der zweite Weltkrieg langsam zum Ende hin
bewegte, war er für Deutschland längst verloren. Es war nur noch eine
Frage der Zeit, wann die Alliierten Truppen ganz Deutschland besetzen
würden.
Obwohl das Deutsche Reich von allen Seiten
angegriffen wurde, war die Situation im Osten schlimmer. Die Rote Armee
nahm teilweise Revanche für ihre Opfer, da die deutschen Truppen in der
Sowjetunion am brutalsten zuschlugen.
Durch diesen und anderen Gründen flohen etwa 10
Millionen aus dem Osten in den Westen. Dieser Flüchtlingsstrom traf auch
Laatzen. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich nach dem Krieg von 2500 auf
5000 Menschen.
Als erste Maßnahme musste genügend Wohnraum gefunden
werden. Sachbearbeiter der Verwaltung beschlagnahmten mit Verfügungen
Wohnungen und Häuser, in die sie dann zusätzlich Flüchtlinge
einquartierten. Die Eigentümer konnten auch mit Klagen fast nichts gegen
diese Noteinquartierung tun.
Gleichzeitig wurde aber auch der Wohnungsbau
gefördert. Dazu wurde das Wohnungsbauamt eingerichtet.
Siedlungsgenossenschaften fingen an Mietwohnungen zu bauen, um die große
Masse der Menschen versorgen zu können.
Arbeitsplätze wurden vom Arbeitsamt beschafft. Am
begehrtesten waren zunächst landwirtschaftliche Arbeitsstellen, weil man
auf dem Bauernhof am ehesten Lebensmittel finden konnte. Durch
Industrieansiedlung wurden zwar immer mehr Arbeitsplätze geschaffen, aber
trotzdem mussten auch Notstandsarbeiten, wie Kanäle bauen oder die Leine
säubern, verrichtet werden, damit die Menschen wenigstens eine kleine
Arbeit hatten.
Im Vergleich zur Nachkriegszeit ist der
Flüchtlingsstrom aus der DDR verschieden. Zuerst einmal sind die
Flüchtlinge, die nicht nur aus der DDR, sondern aus der ganzen Welt
kommen, zahlenmäßig geringer.
Ein Sachbearbeiter hat auch nicht mehr das
Verfügungsrecht von früher, obwohl damit die ganzen Probleme gelöst werden
könnten. 1955 wohnten vier Personen in einem Raum und heute gibt es oft
den Fall, dass eine Person in einer 4-Zimmerwohnung wohnt. In einer Umfrage
sollte festgestellt werden, wie die Laatzener Bevölkerung die
Flüchtlingsintegration beurteilt. Dabei kam heraus, dass die Laatzener
nicht sehr informiert sind. Die meisten wussten nicht, wie gut oder wie
schlecht die Wohnungs- und Arbeitsbeschaffung funktionierte. Aus einer
Aussage von einem Flüchtlingspaar kann man entnehmen, dass sie sich in
Laatzen recht wohl fühlen: "Hier fühlen wir uns wohler als in der
DDR"
Die Geschichte der Messe
Die Geschichte der Messe fängt nicht erst nach dem
zweiten Weltkrieg an. Wenn man auf alte Karten schaut, erkennt man, dass
das heutige Messegelände auf dem ehemaligen "Dickebalcken-Feld" und dem
Flurstück "Vor dem Holze" liegt. Es wird vermutet, dass ein anderer Teil
auch auf der alten Wüstung Brunirode oder Brünigerode liegt.
1937 wurden dort die Leichtmetall - Werke GmbH mit
vier Hallen gebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Hallen zuerst
demontiert, jedoch auf Befehl des Oberbefehlshabers der britischen
Streitkräfte wieder aufgebaut.
Der Grund dafür war, dass man auch in den westlichen
Zonen Deutschlands eine große und bedeutende Messe brauchte, sozusagen
eine Veranstaltung, die ein Gegenstück zur Leipziger Messe bildete. Ein
anderer Grund war die Notwendigkeit, der deutschen Bevölkerung und den
europäischen Ländern zu zeigen, dass das Siegel "Made in Germany"
immer noch
Gültigkeit hatte.
Nach Umbau der vier Werkshallen in Messehallen,
öffnete die erste hannoversche Industriemesse am 8. August 1947 ihre
Pforten. Es kamen eine Dreiviertelmillion Besucher.
Entwicklung der Messe bis heute
In den nachfolgenden Jahren wurden viele markante
Bauten errichtet, zum Beispiel Halle 7, die so genannte Europahalle, oder
der 1956 erbaute Hermesturm, der heute noch ein Symbol für die
Hannover-Messe ist. Die Dauer der Messen wurde von 6 Wochen am Anfang auf
heute nur noch 8 Tage verkürzt, wodurch die Straßen und Bürger sehr
entlastet wurden.
Seit dem hat sich die Bedeutung und die Größe der
Messe erheblich geändert. Von damals 30.000 Quadratmeter ist die
Ausstellungsfläche auf 350.000 für die Industriemesse bzw. 250.000
Quadratmeter für die CeBIT angewachsen.
Heutzutage bringen beide Messen zusammen 1 Million
Besucher und 10.000 Aussteller. Es gibt auch noch andere Daten, die die
Größe der Messe beschreiben: heute hat die Messe 50.000 Parkplätze, einen
eigenen Bahnhof mit 22 Gleisen, 48 Restaurants mit 22.000 Sitzplätzen, und
eine der größten Hallen der Welt, der Halle 1, die eine Größe von 82.000
Quadratmetern Grundfläche hat und damit so groß ist wie 11 Fußballfelder.
Bis zum Jahre 1974 gehörte das Messegelände zu
Laatzen. Danach fiel das Gelände im Zuge der Eingemeindung einiger Gebiete
zu Hannover. Mittlerweile ist die Messe an die Grenzen ihrer Ausdehnung
gelangt.
Der nächst größte Messeplatz nach den sonst nirgendwo
erreichten 474.800 Quadratmetern der Hannover-Messe, ist das Gelände der
Messe in Mailand mit 270.000 m2. Dadurch kommt der Messe in Hannover
heutzutage eine sehr wichtige Bedeutung zu, da sie als Barometer für die
weltweite Konjunktur gilt.
Das Umfeld der Messe
Die Messe AG, die ca. 40 Veranstaltungen im Jahr zu
koordinieren hat, ist, entgegen weitläufiger Meinung, in der ganzen Welt
bekannt. Mit ihren zwei Tochtergesellschaften, der "Fachausstellung
Hegmann" und der "Hannover Messe International", ist sie auch zuständig
für ausländische Messen.
Die größte und modernste Herausforderung für die
Messe AG kann die geplante Weltausstellung "EXPO 2000" werden, jedoch wird
sie sich die Arbeit mit der Stadt Hannover teilen, die ein eigenes
Komitee unter Vorsitz von Birgit Breuel bilden wird.
Die Messe übt natürlich auch einen großen Einfluss auf
die Bevölkerung aus, die in der Umgebung wohnt. Der größte Nachteil ist
der Verkehr, der alle Verbindungsstraßen morgens und abends verstopfen
lässt. Alteingesessene Bürger haben sich jedoch mittlerweile daran gewöhnt
und richten sich nach den Hauptverkehrszeiten. Der Lärm und die
Verschmutzung der Luft lässt sich jedoch nicht verhindern. Dies ist auch
eine der Befürchtungen, die die Bürger für die Weltausstellung haben.
Es gibt aber auch positive Aspekte. Zum einen nutzen
viele Leute die Chance, Besucher als Messegäste aufzunehmen und zum
anderen wird sehr viel Geld nach Hannover und die umliegenden Gemeinden
gebracht.
Alles in Allem kann man sagen, dass die Hannover-Messe
mittlerweile ein unauslöschliches Element im internationalen Markt
darstellt und damit Hannover zu einem der wichtigsten wirtschaftlichen
Standpunkte werden lässt.
Wiederaufbau
Zuerst gab es auf dem Gebiet der heutigen Stadt
Laatzen folgende selbständigen Gemeinden:
a) Laatzen (heute Alt-Laatzen oder Laatzen/West)
b) Grasdorf
c) Rethen
d) Gleidingen
e) und im Osten noch Ingeln und Oesselse
Nach den Raumordnungsprogrammen von 75/85 sollte
Laatzen ein Nebenzentrum zu Hannover werden. Die Stadt Laatzen musste
erstens die Versorgungsfunktion des Umlandes übernehmen, zweitens ein
großes Siedlungsgebiet zur Entlastung Hannovers werden und drittens
Gewerbegebiete ausweisen und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern.
Voraussetzung dafür war - aufbauend auf einer
günstigen Lage und Ausgangssituation-, dass zusätzliche
Infrastrukturverbesserungen erfolgten, so z.B. durch den Ausbau von
Autobahn, Messeschnellweg (B 6) und Messestutzen, durch zusätzliche Straßenausbaumaßnahmen und, in der
Folgezeit, durch Verbesserung der Eisenbahnanschlüsse (Haltepunkt Laatzen,
Bahnhof Rethen; Elektrifizierung der Nord-Süd-Strecke) und durch Ausbau
der Straßenbahnlinien 1 und 11 (nach einer Phase der Stagnation und
Bedienungsverschlechterung bis Ende der sechziger Jahre) zur heutigen
Stadtbahnlinie 1 und 2.
Eine Siedlungsgenossenschaft, die auch schon vor dem
Krieg existiert hatte, betrieb Mietwohnungsbau, da viele Einwohner noch
nicht genug Geld für ein Eigenheim besaßen. Um genug Platz für diese
Projekte zu schaffen, kaufte die Stadt Land auf - allein 4 Höfe im
heutigen Alt-Laatzen – und entwarf mit 2 Bebauungsplänen Wohnflächen für
ein- bis dreigeschossige Gebäude. Baulücken für spätere Erweiterungen
wurden mit eingeplant.
Von diesem Moment an entwickelte sich Laatzen als
Nebenzentrum mit städtischer, kompakter Bauweise, die sich an den
geographischen Leitlinien der Leine, der Straßen- und der Eisenbahn
orientierte. Der Infrastruktur wurde von vornherein eine große Bedeutung
zugewiesen. Eine Straßenbahn auf streckenweise der gleichen Strecke wie
die heutige Linie 1, im Verlauf der Hildesheimer Straße (früher:
Hildesheimer Chaussee), wurde schon 1870-1890 gebaut und fand regen
Zuspruch. Die Strecke wurde sogar bis nach Hildesheim (Linie 11)
verlängert, und eine Anschlussstrecke über Grasdorf und Reden nach
Pattensen wurde von der Linie 21 befahren. In Rethen, westlich der
Eisenbahnstrecke, befand sich ein Betriebshof der ÜSTRA. Diese Anlagen
wurden in den fünfziger Jahren im Zusammenhang mit dem Streckenausbau der
Bundesbahn und der Elektrifizierung der Eisenbahn aufgegeben. Der
Streckenabschnitt Sarstedt - Hildesheim musste mit dem Ausbau der
Bundesstraße aufgegeben werden, in deren Bereich keine Gleise mehr
unterhalten werden konnten. Der Anschluss an die Autobahn in den sechziger
Jahren und der Ausbau des übrigen Straßennetzes steigerten die
Attraktivität der Stadt, auch bezüglich der Messe. Heute zeigt sich, dass
sich diese hohen öffentlichen Vorausinvestitionen ausgezahlt haben.
Das Verhältnis zu Hannover
Schon sehr früh begann der "Kampf" Laatzens mit
Hannover um die umliegenden Dörfer. Im Jahre 1905 wurden Döhren und Wülfel
von Hannover eingemeindet, 1936 folgte der Stadtteil Seelhorst, der vorher
noch zu Laatzen gehörte. Durch die Gebietsreform am 1.3.1974 wurde diesen
isolierten Einzelmaßnahmen ein Ende gesetzt, wobei die Messe ebenfalls an
Hannover fiel,
was einen erheblichen Verlust für Laatzen darstellte.
Laatzen erhielt die vorher selbständigen Dörfer Grasdorf, Rethen und
Gleidingen, die entlang der Hildesheimer Straße, der seit dem Mittelalter
existierenden Straßenverbindung nach Hildesheim, lagen; dieser Bereich
hatte als "das Kleine Freie" schon seit Jahrhunderten eine gewisse
Zusammenhängigkeit entwickelt; im Osten kamen noch die beiden Dörfer
Ingeln und Oesselse hinzu.
Bauprojekte und Gewerbe
Der Hauptteil der Bewohner Laatzens pendelte zur
Arbeit nach Hannover oder war landwirtschaftlich tätig, größere
Gewerbebetriebe siedelten sich erst ab 1962 an. Diese fanden sich
hauptsächlich im Dienstleistungssektor, da nur nicht störendes Gewerbe
zugelassen war. Einige der Firmen sind bis heute geblieben, wie z.B.
Ratio.
In Laatzen wurden in den nun folgenden Jahren die
verschiedensten Bauprojekte initiiert, wie z.B. die Hochbauten um das
Leine-Einkaufs-Zentrum herum oder - im letzten Jahrzehnt - in
Südost-Laatzen die aufgelockerten mehrfunktionalen Wohnanlagen, die nach
neuesten Erkenntnissen entwickelt wurden (Vermeidung von Schlafstädten
durch Auflockerung der Wohnhäuser mit Geschäften).
Laatzen ist nun zu einer Stadt mit etwa 40.000
Einwohnern gewachsen. Um die Funktionen einer vollwertigen Stadt erfüllen
zu können, entstanden auch Banken, Apotheken, eine Badeanstalt, ein
Krankenhaus und eine Volkshochschule.
In einer Umfrage (siehe Anhang) stellte sich heraus,
dass die Bewohner insgesamt zufrieden mit der jetzigen Situation in Laatzen
sind, obwohl durch den Messeverkehr und einer zunehmenden Anonymität durch
Hochhäuser die Dorfidylle verloren ging. Andererseits unternimmt die
Stadtverwaltung Anstrengungen, diese Nachteile durch Verbesserung der
Einkaufsmöglichkeiten (LEZ), Ausbau der Naherholungsmöglichkeiten,
verkehrsberuhigter Zonen und Errichtung kleinerer Häuser auszugleichen.
Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich Laatzen mit
großer Geschwindigkeit zu einer Stadt entwickelt, die durch die
Eingemeindung der Nachbardörfer und großes Engagement in der Planung
eigenständig neben Hannover existieren kann, was von Hannover noch 1948 in
Frage gestellt wurde. Die aufgetretenen Probleme wurden gleich in Angriff
genommen. Sowohl die Lebensverhältnisse in der Stadt als auch das
Verhältnis zu Hannover haben sich, einbezogen in das Gesamtstrukturkonzept
des Großraumes Hannover, in den letzten Jahrzehnten erheblich gebessert.
Résumé
Die Projektarbeit hat uns sehr interessiert, obwohl
es zuweilen schwierig war, Informationen zu beschaffen, da der untersuchte
Zeitraum schon zu lange zurückliegt. Laatzen hat sich seit dem zweiten
Weltkrieg rapide zum Positiven verändert. Der Verlust der Messe war zwar
eine Beeinträchtigung, aber durch die Anstrengungen der Laatzener
Stadtverwaltung konnte sich Laatzen zur Zufriedenheit der Bürger
entwickeln.
Im Anhang finden sich: (nicht in der Internetfassung)
1. Fragebogen aus der Hausbefragung.
2. Plan der Messe.
Wirtschaft und Beschäftigung in Laatzen
Einführung in die Vorgehensweise
Zu unserem Thema ist es sehr schwer spezifische
Informationen zu erhalten, da die meisten Quellen sich nur sehr
oberflächlich mit lokalen Handels- und Beschäftigungsstrukturen
beschäftigen. Aus dieser Notlage heraus erschien es uns am sinnvollsten
die Quellen selbst zu schaffen. So soll die von uns erstellte Karte mit
der Kennzeichnung der einzelnen Geschäfte weniger als bloßes
Ausstellungsstück sondern als Arbeitsmaterialien aufgefasst werden.
Ähnlich verhält es sich mit der Umfrage im Leine-Einkaufs-Zentrum. Wir
erhofften durch sie ein Bild zu erhalten, das etwas über Laatzens Eignung
als Nebenzentrum aussagt. Zentrale Fragestellungen enthielten dabei eine
Aufschlüsselung der Besucher in "Laatzener" und "Nichtlaatzener", und die
Frage, was dort unabhängig vom Angebot konsumiert wird, um zu erkennen, ob
Laatzen tatsächlich als Nebenzentrum fungiert.
Angebot und Preisstruktur
Vergleich der Preise Laatzens und Hannovers
Um Laatzens Eignung als Nebenzentrum zu beurteilen,
muss zuerst die Konkurrenzfähigkeit überprüft werden. Der Ansatz liegt
dabei in einem Vergleich der Preise mit dem nächsten gleich- oder
übergeordneten Zentrum, also Hannover.
Ein stichprobenartiger Vergleich von Gütern des
täglichen Bedarfs, und einiger Güter des periodischen- und episodischen
Bedarfs liefert folgende Ergebnisse:
-
Die
Geschäfte in Laatzen sind bestrebt, sich dem Preisniveau von Hannover
anzupassen, was ihnen bei Gütern des täglichen Bedarfs überwiegend. gelingt.
Unterschiede - sowohl nach oben, wie auch nach unten - sind üblich, und
bewegen sich im Rahmen der Preise Hannovers.
-
Starke
Differenzen sind im Bereich des periodischen-, vor allem aber des
episodischen Bedarfs zu erkennen. Obwohl es in Laatzen günstige
Sonderangebote gibt, so liegen die Preise für Bekleidung und besonders für elektrische und elektronisch Geräte über dem hannoverschen Standard.
Auswirkungen der Verteilung auf die Versorgung
(was wäre, wenn es das LEZ nicht gäbe ?)
Eine Alternative zum LEZ bildet eine Verteilung der
Geschäfte durch ganz Laatzen. Diese Möglichkeit wurde insofern
wahrgenommen, dass es - wie in anderen Vororten Hannovers - Stellen gibt, an
denen eine Ballung von Geschäften auftritt. Es wurde also versucht
möglichst günstige und kundennahe Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen, die
sich nur auf Güter des täglichen Bedarfs beschränken. Von diesem
Standpunkt aus gesehen ist das LEZ also Überflüssig. Jetzt bleibt zu
fragen wem das LEZ tatsächlich nützt, wer kauft dort ein?
Leine-Einkaufszentrum (LEZ)
Woher kommen die Käufer?
Den größten Anteil der Besucher -laut Umfrage-
machten Personen außerhalb Laatzens aus, allerdings muss bemerkt werden,
dass sie an einem Sonnabend stattfand, an dem üblicherweise viele Familien
zum Wochenendeinkauf dort waren. Nicht nur Hemminger sondern auch Menschen
aus den peripheren Bereichen Laatzens (z.B. Rethen) gehören zu den Gästen
und nur vereinzelt Laatzener aus der Umgebung, vor allem alte Leute.
Wann und wie oft kommen Sie?
Die Häufigkeit der Anwesenheit schwankt von täglich (Rethenerin)
bis einmal monatlich "wenn ich Lust habe".
Warum kommen Sie?
In diesem Bereich muss wieder zwischen Anwohnern und
Anreisenden unterschieden werden. Der größte Teil der Anwohner war sich
des Wertes des LEZ wahrscheinlich nicht bewusst, da sie sagten, sie kämen
nur hier her, da es die einzige Möglichkeit wäre. Anreisende sahen des LEZ
etwas anders: Als Gründe, die sie bewegten, dort einzukaufen, nannten die
meisten die große Auswahl und das Faktum:
"Alles ist unter einem Dach". Als einziger Mangel
wurde mehrfach auf des Fehlen sanitärer Einrichtungen hingewiesen.
Als Fazit lässt sich folgendes feststellen:
Das Ziel der Planer und der Betreibergesellschaft ist
insofern erreicht, dass nicht nur Laatzener, sondern auch Personen aus
anderen Stadtteilen Hannovers und der Umgebung das LEZ als ihr
Einkaufszentrum nutzen. Es geht sogar schon so weit, dass ein LEZ-Kurier
eingerichtet wurde, der als Wurfsendung verteilt wird, in der Hoffnung,
den Kundenkreis zu halten oder noch weiter auszubauen.
Obwohl viele Käufer aus anderen Stadtteilen zu
verzeichnen sind, so liegt der Nachteil für Laatzener doch auf der Hand.
Werden nur Kleinigkeiten benötigt, so müsste immer das LEZ aufgesucht
werden. Aus diesem Grund wurden in ganz Laatzen verstreute Kleinzentren
eingerichtet, die den Kundenkreis des LEZ zwar etwas einschränken, das
Einkaufen in Laatzen aber vereinfachen. Es wurde also im Sinne des Kunden
geplant.
Laatzen Eignung als Nebenzentrum
Die Versorgung in Laatzen ist gut gesichert, obwohl
wir an der Kasse von real-kauf etwa 20 Minuten anstehen mussten, da es ein
Sonnabend war. Das Angebot an Bekleidung sollte noch etwas gesteigert
werden, da die meisten Käufer für diese Artikel noch nach Hannover
abwandern.
Eine Konkurrenz ist weniger für Laatzen als
abgeschlossenes System zu sehen, sondern eher in Beziehung zu Hannover,
obwohl sie für Güter des täglichen Bedarfs ein recht einheitlich-günstiges
Preisniveau vorgibt. Beim periodischen- und episodischen Bedarf ist das
Preisniveau ähnlich zu Hannover (s.o.) obwohl wir feststellen mussten,
dass
dies in Laatzen z.B. bei Schuhen auf Kosten der Qualität geht.
Als Nebenzentrum ist Laatzen gut geeignet, obwohl
noch einige Defizite auf nicht-täglichem Sektor vorhanden sind. Eine
Entlastung von Hannover ist insofern gegeben, dass Menschen aus den
Randgebieten Hannovers zum Einkaufen ins LEZ abwandern, ohne dass dies auf
Kosten der Bevölkerung von Laatzen geht.
Genügend Parkraum steht zur Verfügung (wurde positiv
bemerkt) -ganz im Gegensatz zu Hannover- und die Leute kaufen gerne dort
ein.
Neue Planungen zur Verbesserung
von Laatzens Wirtschafts- und Versorgungsstruktur
Laatzens Versorgung ist gekennzeichnet durch ein
ausgewogenes Verhältnis von mehreren kleinen Einkaufsbereichen in den
Stadtvierteln, durch welche die Versorgung mit Gütern des täglichen
Bedarfs stattfindet, und die zentralen Funktionen des Stadtzentrums um das
Leine-Einkaufs-Zentrum.
Eine wesentliche Erweiterung der Verkaufsflächen wäre
also nur nötig, wenn zentrale oder örtliche Versorgungsengpässe auftreten
würden. Da aber Laatzen bisher ausreichend durch Güter des täglichen
Bedarfs versorgt ist (s.o.), ist nur unter Umständen bei Gütern höherer
Ebene eine Angebotserweiterung sinnvoll, vor allem, wenn sich die
Einwohnerzahl bei einer weiteren Vergrößerung der Stadt erhöhen sollte.
Beim Neubau von Wohnvierteln wird aber in allen Bereichen eine
Verbesserung nötig.
Das Stadtplanungsamt in Laatzen hat in diesem Bereich
gute Lösungen geliefert. Da Laatzen sich derzeit nur wenig vergrößert,
werden in den Neubaugebiete für Versorgungseinrichtungen, für Geschäfte
und Arbeitsplätze des tertiären Sektors bestimmte Flächen ausgewiesen und
meist schon im gleichen Bauabschnitt genutzt.
Großflächige Erweiterungen der Wirtschafts- und
Versorgungsstruktur sind daher nicht erforderlich. Doch sollte schon hier
auf die Projekte des Ausbaues des Stadtzentrums zwischen Messe und Rathaus
hingewiesen werden, die im letzten Abschnitt dieses Heftes vorgestellt
werden, und mit denen sich möglicherweise doch noch eine maßgebliche
Erweiterung der Verkaufsflächen im Bereich des Leine-Einkaufs-Zentrums
ankündigen.
Besonderen Ansporn dazu wird wohl in Zukunft
besonders die geplante Weltausstellung "EXPO 2000" liefern.
Gewerbe in Laatzen
Die großen Gewerbebetriebe sind in Laatzen in mehrere
Gewerbegebiete konzentriert. Das nördliche Gewerbegebiet liegt am
östlichen Rand der Bundesbahnstrecke und reicht von Nordrand der
Kronsbergstraße bis zur Stadtgrenze und geht darüber hinaus in
Hannover-Mittelfeld weiter. Die hier angesiedelten Betriebe profitieren
vom Bahnanschluss, der über den Güterbahnhof Hannover-Wülfel an das
Streckennetz der DB angebunden ist. Hier verläuft auch das Gleis zum
Messebahnhof.
Im Gewerbegebiet Nord sind verschiedene Gewerbezweige
angesiedelt. Neben einem großen Einzelhandelskaufhaus gibt es auch
Niederlassungen eines Maschinenbaubetriebes und den Kundendienst eines
Elektrokonzerns. Ein Großteil der Fläche wird jedoch von mehreren
Speditionen bzw. Transportunternehmen in Anspruch genommen, die hier ihr
Lager haben. Dabei kommt es zu etwas merkwürdigen Konstellationen: durch
eine dieser Lagerhallen verläuft nämlich die Stadtgrenze zu Hannover. Das
Büro eines Paketdienstes ist in Hannover im Gebäude eines
Geschäftspartners untergebracht, der Umschlag erfolgt hingegen in einem
Teil der Lagerhalle eines anderen Unternehmens in Laatzen.
Der Verkehr läuft innerhalb dieses Gebiets fast
ausschließlich über die Karlsruher Straße. Der Fernverkehr fährt zum Teil
über die Kronsbergstraße auf den Messeschnellweg. Ein großer Teil verlässt
Laatzen jedoch über die Karlsruher Straße Richtung Norden und fährt dort
entweder über die Straße Am Mittelfelde, zu einem sehr großen Teil aber
auch über die Garkenburgstraße zur Hildesheimer Straße und dort zum
Südschnellweg. Dabei ist in Mittelfeld nördlich der Straße Am Mittelfelde
eine Tempo-30-Zone zu durchqueren. Laatzen hat hier einen Teil der
Belastung durch dieses Gewerbegebiet auf Hannover abgeschoben.
Weitere Betriebe befinden sich auf der westlichen
Seite der Bahnstrecke. Dieser Teil ist aber weniger wichtig, da es auf
dieser Seite in Laatzen selbst nur wenige Unternehmen gibt.
Ein zweites Gewerbegebiet befindet sich zwischen
Festplatz, Würzburger Straße und Bahnstrecke. Im Osten reicht es über die
Hauptstraße hinaus bis zur Gutenbergstraße. Hier gibt es verschiedene
Automobilhändler sowohl von Marken, die mehr auf Kunden für Kleinwagen und
die Mittelklasse zielen als auch von Fahrzeugen der Luxusklasse. Ebenso
sind hier mehrere mittelständische Handwerks- und Ingenieurbetriebe
untergebracht. Der größte Teil der Fläche wird allerdings vom Lager einer
großen Kaufhauskette eingenommen.
Etwas neueren Datums ist das Gewerbegebiet
Rethen-Nord, das im Prinzip die gleichen Gewerbezweige beheimatet wie die
anderen Gewerbegebiete. Auffällig zumindest auf der Karte ist ein
weiterer Bereich in Rethen, der aber nur die Zuckerfabrik darstellt.
Zusätzlich zu diesen ausgesprochenen Zentren gibt es über Laatzen
verteilte Betriebe. Hierbei handelt es sich aber zumeist um kleinere
Handwerksbetriebe. Hierzu gehören Klempner, besonders aber Handwerker, die
Nahrung herstellen bzw. verkaufen, also Bäcker und ähnliche. In den
Bereich Nahrungs- und Genussmittel gehören auch die so genannten Supermärkte
und Getränkemärkte, von denen es in Laatzen nur Filialen von bekannten
Einzelhandelsketten gibt.
III. Das Neubauviertel Laatzen-Mitte
Laatzens Entwicklung vom Dorf zur Stadt
Am 01.01.1964 schlossen sich die ehemaligen Gemeinden
Laatzen und Grasdorf zusammen. Damit war der Weg geebnet, so dass Laatzen
am 21. Juli 1968 die Bezeichnung "Stadt" vom niedersächsischen Minister
des Innern verliehen wurde. dass sich aus den ehemaligen Dörfern eine
komplette Stadt mit all ihren Institutionen herauskristallisiert hat,
wurde bei der Stadt Laatzen durch eine nahezu ideale Lage begünstigt.
Da ist zum einen in unmittelbarer Nähe die immer noch
wachsende Hannover - Messe, die das Budget der Stadt im positiven Sinn
beeinflusst. Zum anderen die günstige und schnelle Verbindung mit der
Landeshauptstadt durch die ÜSTRA mit ihren Bus- und Straßenbahnnetzen.
Zudem ist Laatzen an das überörtliche Verkehrsnetz
angeschlossen, welches Laatzen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen lässt.
Doch das Subzentrum Laatzen hätte sich nicht so ideal
entwickeln können, wäre es nicht nach den vorgegebenen Zielen der
Raumordnung und Landesplanung und des Raumordnungsprogrammes des
Großraumverbandes Hannover als Schwerpunkt regionaler Siedlungsentwicklung
ausgewiesen worden.
In der nun anschließenden Bearbeitung soll näher auf
das Neubaugebiet in Laatzen - Mitte (Lange Weihe - Messe Schnellweg -
Würzburger Straße - Hauptstraße) eingegangen werden.
Wohnumfeld
Versorgung der Einwohner mit Waren des täglichen und
periodischen Bedarfs
Um die Einwohner des Gebietes Laatzen-Mitte mit Waren
des täglichen und periodischen Bedarfs zu versorgen, wurde das
"Leine-Einkaufs-Zentrum" in Laatzen-Mitte gebaut. Laut Ergebnis eines
Gutachtens hat das LEZ aber mittlerweile erfreulicherweise einen
Einzugsbereich von ca. 250 000 Einwohnern.
Im LEZ sind auf etwa 70 000 qm
Gesamtgrundstücksfläche ca. 50 Fachgeschäfte und Dienstleistungsbetriebe
sowie 2 Kaufhäuser untergebracht. Dieses kommerzielle Zentrum wurde für
die Bevölkerung zu einer lebendigen Einrichtung und ein neuer Mittelpunkt
mit einem kommunalen, kulturellen und wirtschaftlichen Teil.
Vor Eröffnung des LEZ hatte die Stadt Laatzen mit
einem Etat von 500 000 DM vorläufige Verkaufseinrichtungen erstellt, um
die Versorgung der Bevölkerung bis dahin zu sichern.
Außerhalb des LEZ findet man aus diesem Grund im
analysierten Gebiet nur noch zwei Friseure, eine Bäckerei/Konditorei,
einen Supermarkt, der momentan vergrößert wird, eine Filiale der
Kreissparkasse, zwei Gaststätten und jeweils einen Imbiß und einen Kiosk.
Die gesamte Versorgung der Bevölkerung mit Waren des täglichen und
periodischen Bedarfs konzentriert sich somit auf das Kulturelle
Einrichtungen
Die Gemeinschaftsbereiche der Schulen stehen auch
außerschulischen Veranstaltungen und kulturellen Nutzungen zur Verfügung.
Von diesem Angebot wird von Vereinen, Kirchengemeinden und Stadt auch rege
Gebrauch gemacht. Einmal pro Jahr findet ein Stadtteilfest statt. Die
Stadtbibliothek Laatzen ist im LEZ untergebracht. Im Zentrum des
Siedlungsgebietes befinden sich Gemeinden der evangelisch-lutherischen und
römisch-katholischen Kirche.
Soziale Einrichtungen
Im analysierten Gebiet befinden sich zwei städtische
Kindergärten mit je 120 Plätzen und ein Kindergarten der ev. -luth.
Gemeinde mit 100 Plätzen. Alle drei Kindertagesstätten sind voll
ausgelastet, es besteht eine Voranmeldezeit von mindestens zwei Jahren.
Des weiteren gibt es zwei Kinderspielkreise und ein
für 1.3 Millionen DM errichtetes Kinder- und Jugendzentrum Ein Alten- und
Pflegeheim des Landkreises Hannover inklusive Altenwohnungen befindet sich
in direkter Nähe des Siedlungsbereiches und Altenbegegnungsstätten für
ältere Mitbürger wurden bereits erstellt.
Durch die Nähe des Wohnheims sind die Senioren direkt
in das allgemeine Leben der Stadt miteinbezogen und müssen nicht das
Gefühl haben, in einem Ghetto zu leben.
Schulen
In dem von uns näher betrachteten Gebiet befinden
sich zwei Grundschulen und das Erich-Kästner-Schulzentrum. Der
Einzugsbereich der Grundschulen bezieht sich nur auf Laatzen Mitte. Das
Schulzentrum bedingt durch ein Einzugsgebiet von Laatzen, Gleidingen,
Grasdorf, Rethen und Ingeln-Oesselse, mit 887 Schülern fast voll
ausgelastet. Der einzige leerstehende Raum wird für Kurse für Aus- und
Übersiedler genutzt. Auffällig ist der sehr gepflegte Zustand der Schulen
und die vielen Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder. Negativ zu bewerten
ist allerdings, dass die Haltestelle des Linienbusses auf der
gegenüberliegenden Seite des Schulzentrums liegt, so dass für die
Schulkinder jeden Tag die erhöhte Gefahr eines Unfalls beim Überqueren der
Straße besteht.
Ebenfalls negativ fiel auf, dass die
Fußgängerunterführung bei der Straßenbahnendstation der Linie 1 sehr lang
und nur unzulänglich beleuchtet ist, was das Durchqueren vor allem nachts
risikoreich macht.
Für die Erwachsenenbildung ist im Rathaus die
Leine-Volkshochschule Hemmingen-Laatzen-Pattensen untergebracht. Das
umfangreiche Programm wird zweimal jährlich neu zusammengestellt und
veröffentlicht und wird von den Bewohnern des Einzugsgebietes sehr gut
angenommen, was sich an den hohen Teilnehmerzahlen erkennen lässt.
Einrichtungen des Sports
Zur Freizeitgestaltung stehen den Bewohnern ein
Tennisplatz, der allerdings zu einem Sportverein gehört, der CVJM und die
Sporteinrichtungen der Schulen zur Verfügung. Eine davon ist als
Bezirkssportanlage ausgebaut. Außerdem haben Kinder und Jugendliche die
Möglichkeit, sich in ihrem Freizeitheim sportlich zu betätigen.
Ärztliche Versorgung
Die ärztliche Versorgung im analysierten Gebiet ist
gut. Vorhanden sind:
-
ein Allergologe - ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt
-
drei Allgemeinmediziner - ein Internist
-
ein Augenarzt- ein Orthopäde
-
zwei Gynäkologen
Grünanlagen und Spielplätze
Das Gebiet Laatzen-Mitte verfügt über verhältnismäßig
viele Grünflächen. Hierzu zählen neben den öffentlichen Anlagen rund um
die röm.-kath. Kirche, wo sich ein Rückhaltebecken für Regenwasser
befindet, das jedoch eher einem Ententeich mit Bänken, die zum Verweilen
einladen, als einem Reservoir gleicht, zahllose Gärten und Vorgärten der
Häuser, die von den Bewohnern unterhalten werden.
Spielplätze sind ebenfalls zahlreich vorhanden. Zu
fast jedem Häuserblock gehört, den gesetzlichen Regelungen entsprechend,
ein Spielplatz, der von den Kindern je nach individueller Ausstattung mehr
oder weniger intensiv angenommen wird. Außerdem stehen einige größere
öffentliche Spielplätze zur Verfügung, wo sie sich in ihrer Freizeit
austoben können.
Energieversorgung
Die Versorgung mit Wasser, Elektrizität und Gas ist
in Laatzen Mitte sichergestellt. Die Stromversorgung erfolgt durch die
HASTRA, Gas wird durch die Stadtwerke Hannover geliefert. Aufgrund einer
Weiterveräußerung der Grundstücke der Stadt Laatzen an die Bauträger,
konnte erreicht werden, dass alle Wohnungen und öffentliche Gebäude durch
Blockheizanlagen mit Gas beheizt werden, wodurch die Verschmutzung der
Luft so gering wie möglich gehalten wird.
Einrichtungen der Post
Im analysierten Gebiet Laatzen-Mitte befinden sich
neben dem Postamt am LEZ sieben öffentliche Telefonzellen und zwei
Briefkästen mit jeweils einem Briefmarkenautomaten, wobei für ein so
großes Gebiet zwei Briefkästen sicherlich zu wenig sind.
Wasserwirtschaft und Entsorgung
Sie bescheinigt dem Entwässerungsplan für Laatzen und
dem Gebiet Kronsberg eine Kapazität von etwa 100000 Einwohnern und
Einwohnergleichwerten.
Die ausreichenden Recyclingmöglichkeiten beschränken
sich in Laatzen Mitte nur auf Altpapier. Zu fast jedem Häuserblock gehört
ein Papiercontainer, dagegen sind Glas-, Dosen-, Batterien- und
Gartenabfallcontainer Mangelware.
Straßenführung
Was für die Bewohner auf jeden Fall als positiv zu
werten ist - die Verkehrsberuhigung durch verwinkelte und verschachtelte
Nebenstraßen - ist für Ortsfremde ohne Stadtplan sehr verwirrend, vor
allem, da oft nicht an jeder Straßenecke Straßenbezeichnungen zu finden
sind. Die Hausnumerierung, die blockweise erfolgt und dadurch Lücken in
der Ziffernfolge aufweist und durch separate Blockeingänge auch räumlich
unübersichtlich ist, lässt Fremde
immer wieder hilflos durch Laatzen-Mitte irren.
Ratsam wären mehr öffentliche Stadtpläne, auf denen auch die jeweiligen
Hausnummern vermerkt werden müßten, um die Orientierung für Ortsunkundige
zu erleichtern. (Abgesehen von dem Problem, dass heute Kartenlesen nicht
unbedingt zu den verbreiteten "Kulturtechniken" gehört und räumliche
Orientierungsfähigkeit vor allem bei eigentlich immer nur fremdgeleiteten
Autofahrern sehr im Schwinden begriffen ist!)
Baustil
Aufgrund der im Stadtkern (rund um das LEZ und dem
Rathaus) angewandten mehrgeschossigen Betonplatten- Bauweise, wirkt das
Gebiet dort leicht ghettohaft und monoton-modernistisch. Zum Glück besann
man sich dann und errichtete z.B. die Häuser der "Lange Weihe" nur
zweistöckig bzw. in stärker gegliederten, kleinräumigeren Baukörpern bis
zu vier Geschossen. Mit etwas Farbe könnte aber vielleicht auch bei den
Hochhäusern ein positiveres Stadtbild erzielt werden.
Bevölkerung
Nach der Gebietsreform 1974 stieg die Einwohnerzahl
rapide an. Dies gilt besonders für das Jahr 1974.
Am 28.2.1974 wohnten in Laatzen und Grasdorf etwa
19.400 Personen. Durch die Gebietsreform im März wurden die Gemeinden
Rethen, Gleidingen, Ingeln und Oesselse angeschlossen. Die Stadt Laatzen
hatte somit etwa 28.500 Einwohner. Schon im Dezember 1974 stieg die Zahl
auf ca. 30.600Einwohner. Bis 1981 stieg nun die Einwohnerzahl der Stadt
Laatzen jährlich um etwa 1.000
Einwohner. Von 1982 bis 1986 bleibt die Einwohnerzahl
mit ca. 37.000 Personen in etwa konstant. Seit 1986 stieg sie wieder an,
so dass am 3.4.1990 in der Stadt Laatzen 39.195 Personen wohnten.
Seniorenwohnanlage Laatzen - Engerode
Die Niedersächsische Wohnungsbaugesellschaft mbh (NILEG)
erstellte in Laatzen Mitte 30 Altenwohnungen, von denen vier für
Rollstuhlfahrer geeignet sind. Dreizehn weitere sind bereits in Planung,
so dass der Entwicklung der Wohnanlage zu einem Altenwohnungszentrum nichts
mehr im Wege steht.
Hierfür ist ein Service - Haus mit folgenden
Einrichtungen geplant:
-
Gemeinschaftsraum für gesellige Veranstaltungen
-
Pflegeraum für therapeutische, gymnastische und
pflegerische Maßnahmen
-
Küche
-
u. U. ein Raum für medizinische Bäder und Massagen.
Die Wohnungen sind in Bezug auf Lage, Wohnumfeld,
Größe und Zuschnitt altengerecht gestaltet, so dass das selbständige
Wirtschaften im eigenen Haushalt ermöglicht wird.
Die Lage ist optimal. Zum Stadtzentrum und zur
offenen Landschaft sind es zu Fuß nur einige Minuten, eine Bushaltestelle
liegt direkt vor der Tür und das Grundstück wird durch befahrbare Wege
(für Rollstuhlfahrer) erschlossen.
Die Häuser sind jeweils zweistöckig gebaut. Pro
Reihenhaus gibt es also zwei Wohnungen mit je einem separaten Eingang.
Jede dieser Wohnungen hat zwei Zimmer (59 qm). Die
Behindertenwohnungen verfügen über 71 qm Grundfläche.
Zu den speziell altengerechten Ausstattungen gehören
die Beleuchtung der Wege, der Eingangsfronten der Häuser und des
Treppenhauses, die schon in der Wohnung einzuschalten ist. Das
Sicherheitspaket umfasst außerdem Stahlsicherheitstüren,
Mehrfachverriegelungen, Türspione, abschließbare Fenster und
Gegensprechanlagen.
Küche und Bad sind mit rutschfestem Material
ausgelegt, das auch eine problemlose Reinigung ermöglicht.
Diese und weitere Ausstattungsmerkmale wie
Haltegriffe am WC und Anschlussmöglichkeiten für eine Notrufanlage
gewährleisten, zusammen mit sozialen, wirtschaftlichen und medizinischen
Hilfestellungen im sozialpflegerischen Bereich, eine fortdauernde
Eigenständigkeit.
Mit der Seniorenwohnanlage Laatzen - Engerode ist
unserer Meinung nach somit ein Beispiel für selbständiges aber nicht
isoliertes, sondern eingegliedertes Wohnen im Alter verwirklicht worden.
Kinder- und Jugendzentrum
1975 wurde in Laatzen Mitte ein Kinder- und
Jugendzentrum errichtet. Die damals am Bau maßgeblich beteiligten
Jugendlichen nutzen auch heute noch manchmal das Haus, so dass das Publikum
aus Fünf- bis Dreißigjährigen besteht.
Für Kinder werden Kurse in Töpfern, Kochen und
Basteln angeboten. Zusätzlich steht ihnen eine Fahrrad- und
Motorradwerkstatt zur Verfügung. Einmal im Monat findet eine Disco statt.
Jugendliche haben außerdem die Möglichkeit zu kegeln, zu Bowlen, den
Sportplatz zu nutzen, sich Spiele zu leihen und Billard und Tischtennis zu
spielen. Des weiteren gibt es ein Café, das von Jugendlichen in
Selbstverwaltung betrieben wird, wo abends auch alkoholische Getränke
ausgeschenkt werden. Neben diesen Angeboten wird auch die Möglichkeit zur
Teilnahme an Turnieren, sowie zum Besuch der Holz - Metallwerkstatt, des
Fitnessraums und des Fotolabors rege genutzt.
Die angebotenen Kurse und Veranstaltungen sowie
Video- und Kinovorführungen stehen jeweils in der Tageszeitung, so dass
jeder informieren kann, der Interesse hat.
Ein Problem des Kinder- und Jugendzentrums ist die
häufige Benachteiligung der Mädchen, so dass für die Mädchenarbeit ein
extra Raum sowie eigene Kurse eingerichtet wurden.
Das Publikum besteht täglich aus etwa siebzig bis
hundert Kindern und Jugendlichen, wobei der Anteil der Ausländer, auch
aufgrund deren hohem Anteil an der Laatzener Bevölkerung, erfreulich hoch
ist, wodurch eine Integration auch in der Freizeit möglich ist.
Da sich das Freizeitheim ziemlich weit außerhalb des
Siedlungsbereiches befindet, können natürlich keine etwaigen Nachbarn
durch Lärm belästigt werden, viele kennen allerdings deshalb das Kinder -
und Jugendzentrum auch nicht oder trauen sich nicht, den abends sehr
dunklen Weg hier hinaus zu benutzen. Dieses Problem wäre aber sicher
leicht mit einigen neuen Laternen zu lösen.
IV. Wohnungsbau in Laatzen
Die Situation
Im Gebiet Laatzen-Mitte herrscht ein hoher Anteil an
Geschoßwohnungen (77%) und ein überdurchschnittlicher Bestand an Neubauten
aus dem letzten Jahrzehnt. Vor allem sind auch viele Sozialwohnungen aus
den 70er und 80er Jahren vorhanden. Eigentümer sind zu 40% gemeinnützige
Gesellschaften und Genossenschaften. Der Mietpreis der Sozialwohnungen
steht bei 7.00DM/qm, aber die Mieten steigen auf Grund des
Subventionsabbaus auf 8.50DM/qm, 10. 00DM/qm, oder sogar auf 12.00DM/qm.
Laatzen ist im Landkreis Hannover die Stadt mit dem größten
Nachsubventionierungsbedarf.
Laatzen gehört zu den Städten mit
überdurchschnittlicher Bautätigkeit in den letzten Jahren, 16% des
Ausgangsbestandes von 1978. In den letzten 3 Jahren ist das Bauvolumen
allerdings zurückgegangen und hat sich auf den sozialen Wohnungsbau
verlagert. Von der Angebotsseite her ist eine weitere Fortsetzung des
rückläufigen Trends zu erwarten, da die öffentliche Förderung in Zukunft
weitgehend entfallen wird. Der Eigenheimneubau ist gleich bleibend gering,
erklärbar durch die unmittelbare Kernrandlage.
Planungen
Zwei Baulücken in der Langen Weihe will die
Kreissiedlungsgesellschaft Hannover (KSG) ab Ende des Jahres 1991 mit zwei
Projekten schließen. 82 Wohnungen und 21 Reihenhäuser sollen entstehen.
Die ersten 16 Wohnungen werden für 3,2 Milliarden Mark noch in diesem
Frühjahr bezogen. In der Nähe des Beethovenwegs in der Langen Weihe sind
bereits zwei viergeschossige Häuser des ersten Projektes fertig gestellt
worden. Für die 2-3 Zimmer-Wohnungen hat die Stadt Belegungsrechte, da die
Siedlungsgesellschaft öffentliche Förderungsmittel für den Bau
rot verklinkerter Häuser in Anspruch genommen hat. Die Grundmiete für die
Wohnungen soll 8,50/qm betragen.
Die nächsten Wohnhäuser in der Langen Weihe (101 C-H)
werden durch öffentliche Zuschüsse finanziert. Der zweite Bauabschnitt
soll im April beginnen; 24 Eigentumswohnungen in zwei viergeschossigen
Häusern für 4,4 Millionen Mark. Die 2-4 Zimmer-Wohnungen werden entweder
verkauft oder vermietet.
Der ganze Komplex soll einen großzügig angelegten
Innenhof erhalten, der auch einen Spielplatz beinhaltet. Für die Autos
werden Garagenanlagen und Stellplätze gebaut. Die Erdgeschoßwohnungen
bekommen einen Garten, ansonsten gibt es Gemeinschafts-Grünanlagen.
Das zweite Projekt soll 1991 an der Langen Weihe
gestartet werden. Auf 7600qm sollen sollen 16 Mietwohnungen und 21
Reihenhäuser gebaut werden und dann zum Verkauf stehen.
Erstellte Wohnungen in Laatzen-Mitte¤
1968 = 232 WE 1978 = 154 WE
1969 = 507 WE 1979 = 207 WE
1970 = 799 WE 1980 = 504 WE
1971 = 681 WE 1981 = 385 WE
1972 = 850 WE 1982 =63 WE
1973 = 1083 WE 1983 =87 WE
1974 = 723 WE 1984 = 216 WE
1975 =11 WE 1985 = 158 WE
1976 = 0 WE 1986 =43 WE
1977 = 189 WE
bis zum 31.12.1986 = 6928 WE
bis zum 31.12.1989 = 7500 WE
Anzahl der Ein- und Zweifamilienhäuser 1986: 446
Anzahl der Miet- und Eigentumswohnungen 1986: 1461
Einzelheiten zur Wohnanlage Lange Weihe¤
Diese Wohnanlage steht hier exemplarisch für den
Standard des heutigen Wohnungs- und Städtebaus in Laatzen. Die
vierstöckigen Häuser der Langen Weihe bestehen aus 1-5 Zimmer-Wohnungen
mit Flächen zwischen 52 und 130 qm, bis hin zur attraktiven
Maisonette-Wohnung über 2 Etagen. Zu den unteren Wohnungen gehören
Wohngärten, mit Terrasse und separatem Geräteraum, ansonsten gibt es
sonnige Loggien oder Dachterrassen.
Baubeschreibung der Wohnanlage "Lange Weihe":
Wände:
Außenwände:
a) im Keller: Beton, Kalksandstein
b) Lichtschächte: Kunststoff mit feuerverzinkter
Roste
c) Erd- und Obergeschoß: Mantelbetonsteine, 30cm
dick, gute Wärmespeicherfähigkeit
d) Fassaden: heller Kalkputz
e) Dachgeschoß: überwiegend Fachwerkkonstruktionen
mit dunkler Asbestzementplattenverkleidung
Innenwände:
a) im Keller: Kalksandstein
b) Wandflächen: Fugenglattstrich, heller Anstrich
c) Geschosse: Beton- oder Gipsdiele
d) Dachgeschoß: Holzkonstruktion mit
Gipskartonplatten
e) Wohnungstrennwände, Treppenhaus- und
Haustrennwände aus Beton
Decken:
Geschoßtrenndecken: Stahlbeton
Decke im Dachgeschoß: Rigipsplatten auf Lattung
Dach:
Einhüftiges Satteldach mit ca. 15° und ca. 75°
Neigung in Holzkonstruktion.
Eindeckung mit dunklen Asbestzementplatten.
Treppen:
Geschoßtreppen: Stahlbeton mit geschliffenen
Betonwerksteinbelägen Stahlgeländer mit Mahagonihandlauf
Maisonettewohnung: Spindeltreppe in Stahlkonstruktion
mit Mahagonitrittstufen
Fenster:
Im Keller: verzinkte Stahlfenster
Wohnbereich: weiß gestrichene Holzfenster
Fensterbänke:
außen: Aluminium
innen: einheimischer Marmor
Dachgeschoß: kunststoffbeschichtete Holzfensterbänke
Türen:
Hauseingang: in Stahlkonstruktion verglast,
Briefkästen eingebaut, Zentral-Schließ-Anlage
Wohnungseingang: in Luftschall dämmender Ausführung,
Mahagonifurnier, Türspion, Sicherheitstürbeschlag mit Zylinderschloss
Innen: Gefälzte Türblätter mit Futter und Bekleidung,
mahagonifurniert;
Tür zwischen Diele und Wohn/Esszimmer mit großer
Ornamentglasscheibe
Zusätzliche Ausstattungen:
Zu jeder Wohnung gehört ein Einzelkeller und den
Wohnungen im Dachgeschoß ist je ein Bodenraum zugeordnet. Es gibt einen
Einstellraum für Fahrräder,
Trockenraum für die Wäsche und ein Ausgussbecken mit
verchromten Zapfventilen für Kalt- und Warmwasser. Zu jeder Wohnung gehört
eine Garage, entweder im Kellergeschoß oder in einem Garagenhof.
Der anfallende Müll wird mit Großraumbehältern
entsorgt.
In unmittelbarer Nähe der Häuser wird in geschützter
Lage eine Spielanlage mit Geräten und Sitzbänken eingerichtet und die an
öffentliche Flächen und Wege angrenzenden Freianlagen werden mit Rasen und
Ziersträuchern begrünt.
Hauszugangswege werden mit Betonplatten ausgelegt,
die nötige Beleuchtung wird durch Mastaufsatzlampen erreicht.
V. Verkehrserschließung in den Neubaugebieten¤
Die Verkehrserschließung des Siedlungsbereichs
Laatzen-Mitte wurde im Auftrage der Stadt Laatzen 1967 von Verkehrsplanern
ausgearbeitet. Dieses Projekt wurde, in Abstimmung mit dem Verband
Großraum Hannover und den Straßenverkehrsbehörden, den Planungen zugrunde
gelegt.
Die innerörtlichen Verkehrswege des Siedlungsbereichs
sind an das überörtliche Verkehrsnetz der Bundesstraßen 6 und 443 und über
den so genannten Messestutzen an die Nord- Süd- Autobahn angeschlossen.
Im Zuge der Bundesstraße 6 liegen Festpunkte, die die
Planungen des Siedlungsgebietes Laatzen- Mitte berücksichtigen. Die
Planung für die Bundesautobahn (A 30) zur Entlastung der Bundesstraße 65,
die zwischen den Ortsteilen Laatzen und Grasdorf durch Laatzen geführt
worden wäre, ist inzwischen aufgegeben worden.
Die B 443, die Ortsumgehung der Ortschaft Rethen, ist
inzwischen fertig gestellt worden. Außerdem wurde der Bauabschnitt zwischen
der Brücke über die Bundesbahnlinie und der Leinebrücke hochwasserfrei
ausgebaut.
Die Hauptstraße
Diese Straße zweigt in Höhe der ehemaligen
Gemarkungsgrenze Laatzen-Grasdorf von der Hildesheimer Straße ab,
unterquert die Bundesbahnlinie Hannover – Kassel, führt durch das neue
Stadtzentrum Laatzen-Mitte und hat einen Anschluss an die Bundesstraße 443.
Die Straßenbahnlinie 1 fährt auf einem Mittelstreifen auf der Hauptstraße
bis in den südlichen Teil des Siedlungsgebietes, und die Straßenbahnlinie
2 fährt auf der Hildesheimer Straße durch den Ortsteil Grasdorf und die
Ortschaften Rethen und Gleidingen bis Sarstedt.
Der öffentliche Personennahverkehr
Die Ortschaften Ingeln und Oesselse sind durch die
Buslinie 33 über die Umsteigestelle Gleidingen-Nord der Stadtbahnlinie 1
an das Verkehrsnetz angeschlossen. Die gleiche Buslinie verbindet Laatzen
mit Sehnde.
Die Buslinie 34, ausgehend von der
Stadtbahnendstation Rethen der Linie 2 und in den Hauptverkehrszeiten von
der Haltestelle Laatzen-Zentrum der Linie 1 stellt die Verbindung zwischen
Pattensen und Laatzen her.
Sie erschließt gleichzeitig die Laatzener
Siedlungsgebiete "Auf der Lieth" (Alten- und Pflegeheim) und "Spannfeld"
mit mehreren Streckenvarianten. Der Schulbusverkehr ist heute in die
Linienverkehre der Buslinien 33 und 34 integriert, die mit einigen Fahrten
zu den Schulhaltestellen geführt werden (Rathausstraße,
Erich-Kästner-Schulzentrum [Marktplatz] und Albert-Einstein-Schulzentrum/KGS).
Die Stadtbahnhaltestellen sind in Laatzen-Mitte gut
ausgestattet. An allen Haltestellen findet man regen- und windgeschützte
"Häuschen", oft befinden sich Telefonzellen in der Nähe und an der
Haltestelle "Laatzen/Zentrum" gibt es einen Taxistand. Negativ fällt
jedoch auf, dass an vielen Straßenbahnhaltestellen die Fahrpläne fehlen,
wie überhaupt der Vandalismus im Laatzener Neubaugebiet ein unerfreuliches
Problem bildet. An wichtigen Stationen der Stadtbahn (z.B. "Laatzen",
"Rethen", "Gleidingen Nord") kann der Nachttaxi-Rufservice in den Bussen
und Stadtbahnen der ÜSTRA in Anspruch genommen werden.
Eine weitere Verbesserung der Haltestellenanlagen ist
geplant und wird in Laatzen-Nord und Laatzen/Eichstraße derzeit mit dem
Bau von behindertengerechten Hochbahnsteigen mit aufwendigeren
regengeschützten Wartehäuschen in Angriff genommen. Einige Haltestellen
("Laatzen", "Laatzen-Nord", "Laatzen-Eichstraße") sind für das "bike-and-ride"-Programm
mit größeren regengeschützen Fahrradständern ausgestattet worden.
Öffentliche Parkplätze befinden sich auf dem
Marktplatz, am LEZ und am Kinder- und Jugendzentrum Laatzen-Mitte.
Résumé
Die Verkehrserschließung in Laatzen- Mitte ist also
gut geplant und ausgeführt worden. Laatzen ist von der Stadt Hannover aus
sowohl mit Bus und Bahn als auch mit dem PKW gut und schnell zu erreichen;
nur eines fällt auf: Ortsfremde haben es, besonders im Bereich "Lange
Weihe", sehr schwer, sich zurechtzufinden, denn die kleinen Straßen und
Wege haben zum Teil einen unübersichtlichen Verlauf, und oft weiß man
nicht, in welcher Straße man sich gerade befindet, da nicht an allen
Einmündungen, Kreuzungen und Durchgängen Straßenschilder angebracht
wurden. Ähnliche Orientierungsprobleme werden auch generell vom als
"optisch monoton" empfundenen Gebiet des Geschoßwohnungsbaus um das
Einkaufszentrum herum mit seinen regelmäßigen Straßenführungen berichtet.
Doch dürfte die intensive Grünplanung und weitere städtebauliche
Individualisierungs- und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen diesen Einwand
weiter entkräften.
VI. Kindergärten in Laatzen
"Die Stadt Laatzen unterhält Kindergärten und Horte
(Kindertagesstätten) als Einrichtungen mit einem pädagogischen und
sozialem Auftrag. Sie sind eigene und selbständige Bildungseinrichtungen
sowohl der Förderung der geistigen Entwicklung als auch der sozialen und
menschlichen Bindungen der Kinder vom 3. bis zur Vollendung des 10.
Lebensjahres. Daneben dienen die Kindertagesstätten der Beseitigung
sozialer Notlagen."
Dieser erste Punkt der "Ordnung für die
Kindertagesstätten der Stadt Laatzen" ist Vorsatz und Programm zugleich.
Nicht nur an die Erwachsenen soll damit gedacht werden, die ihre Kinder
vor allem aus beruflichen Gründen in Kindergärten anmelden, auch den
Kindern kommen die Kindergärten mit ihrem reichen Angebot an sozialen
Kontakten zu anderen Kindern und Erwachsenen außerhalb des Elternhauses
zugute.
Wie sieht jedoch die Struktur der Laatzener
Kindergärten und Kindertagesstätten aus?
Die Stadt Laatzen verfügt über 100 Hortplätze, 340
Kindergartenplätze
und 15 Krabbelstuben. Dieses Angebot ist auf 5
Kindergärten und 6 Kinderspielkreisgruppen verteilt. 100 Kinder werden in
den städtischen Einrichtungen ganztägig betreut. Außerdem stehen Laatzener
Kindern noch 20 Hortplätze und 240 Kindergartenplätze in kirchlichen
Einrichtungen zur Verfügung. Die Kirchen bieten 4 Kindergärten und eine
Kinderspielkreisgruppe an. Pro Kinderspielkreisgruppe sind jeweils 20
Plätze vorgesehen.
Das Problem der Finanzierung der hohen laufenden
Kosten¤
Für die 5 Kindertagesstätten stehen ca. 2,5 Millionen
DM jährlich zur Verfügung. Ein Kindertagesstättenplatz kostet also pro
Monat ca. 470 DM. Die Eltern bezahlen jedoch nur um 180 DM bzw. 108 DM
(bei halbtägigem Aufenthalt des Kindes). Geschwisterkinder bekommen
Ermäßigungen. So wird die "Beseitigung sozialer Notlagen" vorangetrieben.
Die Stadt Laatzen unterstützt ihre Kindertagesstätten
mit jährlich 1,5 Millionen DM aus Steuermitteln.
Die kirchlichen Kindergärten werden zu ca. 30 % aus
Geldern der Stadt, zu ca. 33 % von anderen öffentlichen Geldern (z.B. vom
Land Niedersachsen) und ca. 33 % durch die Beiträge der Eltern finanziert.
Der Bau eines neuen Kindergartens ist in Laatzen
immer bezahlbar. So sind Investitionen in die Krabbelstube (1989), in den
Kindergarten in Rethen und im kirchlichen Kindergarten Ohestraße in diesem
Jahr und in einem Betriebskindergarten, der in naher Zukunft zum
Krankenhaus und Altenheim in Laatzen gehören soll, keine Schwierigkeit.
Außerdem ist im 3.Bauabschnitt in Laatzen-Mitte ein Grundstück für eine
Kindertagesstätte vorgesehen.
Das Problem liegt in der Finanzierung der laufenden
Kosten!
Aus der Praxis der Kindergartenarbeit
Anmeldungen für Kinder die aus Laatzen kommen müssen,
können frühestens eingereicht werden, wenn das Kind 2 1/2 Jahre alt ist.
Die Betreuung erfolgt erst ab 3 Jahren, und es kann zu weiteren
Wartezeiten kommen. Das Kind ist jedoch "spätestens mit 4" im Kindergarten
untergebracht. Bei der Vergabe von Kindergartenplätzen werden Kinder
allein stehender Elternteile bevorzugt behandelt. Außerdem ist die
Wartezeit bei Kindern, die erst mit 5 einen Kindergarten besuchen sollen,
möglichst kurz gehalten. Sonst gilt bei der Reihe der Unterbringungen in
einer Kindertagesstätte der Tag der Anmeldung.
Probleme, die in anderen Kindertagesstätten zu
beobachten sind, gibt es laut Auskunft der Stadtverwaltung, in Laatzen
nicht. So geht die Integration von ausländischen Kindern verhältnismäßig
schnell und die Lage in den Laatzener Kindergärten verschlechtert sich
auch durch die wachsende Zahl der Übersiedler und Übersiedlerinnen aus der
DDR und den osteuropäischen Ländern kaum. Diese Problematik trifft schon
eher die Schulen in Laatzen.
Auch das Risiko des gefährlichen Baustoffes Asbest
scheint es in Laatzen, anders als z.B. in Hannover, nicht zu geben.
Trotzdem ist die "Arbeit in Kindergärten ...schwieriger geworden", wie
Gespräche mit den Leiterinnen vermitteln. Das liegt unter anderem daran,
dass sich Eltern wieder weniger Zeit für die Kinder nehmen als früher.
Außerdem werden Kinder in der heutigen Zeit wesentlich mehr mit Problemen
konfrontiert, mit denen sie allein nicht fertig werden, und bei denen auch
die Eltern keine Lösung anbieten können. Ein Beispiel hierfür ist die
Umweltverschmutzung. Der Kindergarten muss deshalb auch in der Lage sein,
auf solche Fragen reagieren zu können. Auf diese Aufgaben könnten die
Betreuerinnen gezielt geschult werden.
Laut Heimrichtlinien von 1968 (siehe Nds.
Mitteilungsblatt Nr.7/1967), nach denen sich auch heute noch die
Kindergärten richten müssen, beträgt die Gruppengröße in
Kindertagesstätten 25 Kinder mit 2 Betreuerinnen, wovon eine Betreuerin
Praktikantin sein kann. Für jedes Kind müssen 2 m2 zur Verfügung stehen.
Zum Vergleich ist anzuführen, dass für einen Hund im
Zwinger laut dem "Tierschutzgesetz - Verordnung über das Halten von Hunden
im Freien" (Deutscher Tierschutzbund e.V.) 6 m2, für jeden weiteren 3 m2,
vorgeschrieben. "Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
muss das
Tier verhaltensgerecht unterbringen."
Warum gilt dieser Grundsatz nicht für Kinder?
Diese Situation mit 25 Kindern pro Gruppe ist z.B. in
Hannover gegeben. In solchen Gruppen ist pädagogisches Arbeiten nicht mehr
möglich. Kommt dazu noch der Umstand, dass eine der Betreuerinnen nicht
vollständig ausgebildet, sondern nur Praktikantin ist, wird die Arbeit
noch schwieriger.
Dieser Zustand grenzt wirklich schon an "Verwahrung".
Es liegen jedoch Entwürfe z.B. von der SPD-Fraktion (siehe Drucksache
11/4981) vor, nach denen die total veralteten Heimrichtlinien von 1968
nach heutigen Erkenntnissen verändert werden sollen.
In Laatzen sind in den Kindertagesstätten
Gruppenräume vorhanden, die die Unterbringung von 25 Kindern laut
Heimrichtlinien zulassen. Laatzen verzichtet aber freiwillig auf
Gruppengrößen von 25 Kindern pro Gruppe mit zwei Betreuern bzw.
Betreuerinnen. Es wird eine Größe der Gruppen von 20 Kindern bei zwei
Betreuerinnen oder Betreuern, wobei allerdings eine der beiden Personen
ein Praktikant oder eine Praktikantin sein kann, angestrebt. Im Moment
sind jedoch aufgrund der großen Nachfrage und der bestehenden Kapazitäten
22 Kinder pro Gruppe das Übliche. Vom Wunsch einer Kindergärtnerin, 18
Kinder mit drei vollständig ausgebildeten Betreuerinnen zu versorgen, um
so ein optimales Arbeiten zu ermöglichen, ist dieses Entgegenkommen der
Stadt jedoch weit entfernt. Hierzu wäre es nötig, viel mehr Geld aus den
städtischen Mitteln zu investieren als bisher, da den Eltern unter der
Prämisse der Vermeidung sozialer Notlagen ein erheblicher Kostenaufschlag
nicht zuzumuten ist.
Es ist also zu überlegen, ob eine Stadt nicht ihren
Nachwuchs, der eines Tages zu treuen Bürgerinnen und Bürgern und damit
auch zu Steuerzahlern werden wird, mit mehr Geld unterstützen sollte. Aber
hierfür muss sich wahrscheinlich erst einmal die Haltung gegenüber Kindern
in unserer Gesellschaft ändern.
Mit dem im Anhang befindlichen Artikel, der zwar
nicht Laatzen, sondern Hannover betrifft, möchte ich einen Denkanstoß
geben, ob nicht die Lage der Kindergärten und somit auch die Stellung der
Kinder in unserer Gesellschaft verbessert werden sollte.
Verteilung der Laatzener Kindergärten
Die Laatzener Kindergärten sind gut über die bewohnte
Fläche verteilt (siehe Karte im Anhang). Nimmt man (...) einen Weg von ca.
einem Kilometer bzw. eine Laufzeit von 15 Minuten als für den Hin- und
Rückweg zumutbar an, decken die Radien um die Kindergärten beinahe die
gesamte bewohnte Fläche ab. Allerdings müssen bei dieser flächendeckenden
Verteilung dort Einschränkungen gemacht werden, wo breite Straßen (z.B.
Hildesheimer Str., Hauptstraße) ohne Fußgängerbrücken eine gefährliche
Grenze für die Kinder darstellen, die unter Umständen auch einmal alleine
zum Kindergarten oder von dort nach Hause gehen müssen. Fußgängertunnel
schützen zwar vor dem Verkehr, bieten aber aufgrund ihrer sichtgeschützten
Lage andere Gefahren für Kinder und auch Erwachsene. Sie sind für Kinder,
gerade wenn sie allein sind, empfehlenswert.
VII. Grünplanung und Stadtökologie
Grün ist ein Synonym für alles Lebendige, Wachsende
und sich Verändernde. Dies alles ist nicht nur im Verlauf der
Jahreszeiten, sondern auch dem der Jahrzehnte einem permanenten Wandel
unterworfen. Nach dem beträchtlichen Anwachsen im 19.Jahrhundert erfolgte
in den Jahren seit 1950 eine Flächenvergrößerung der meisten deutschen
Städte, Laatzen inbegriffen, die die Entwicklung in der Vergangenheit um
ein beträchtliches übertraf. Dabei überwog das Ansteigen der
Siedlungsfläche überproportional das von Wohnbevölkerung und
Erwerbstätigen.
Der Spielraum für künftige bauliche Entwicklungen ist
eng geworden. Ebenso problematisch ist die Flächenbilanz für Freizeit und
Erholung bei einer Siedlungsentwicklung, die kaum noch größere
zusammenhängende Landschafts- und Funktionsbereiche unberührt gelassen
hat.
Voraussetzung für den langfristigen Bestand aller
Grünplanungen ist die Pflege: Die Pflegekosten werden durch richtige
Planung und durch Beschränkung auf wesentliche oder langfristig wirksame
Grünelemente im Rahmen gehalten.
Bei der Grünplanung in Laatzen ging es grundsätzlich
um die Aufstellung und die Umsetzung von Grünordnungsplänen. Grünflächen
sind überwiegend durch Pflanzenbewuchs bestimmte, Siedlungsbereichen
zugeordnete Flächen. Sie dienen dem Sport, Spiel, der städtebaulichen
Gliederung und Stadtgestaltung, der Stadthygiene und kulturellen Zwecken.
Zu den Grünflächen gehören alle Anlagen die zu deren Erschließung alle
sonstigen Einrichtungen erfordern. Eingeschlossen darin sind Grünelemente
und Straßen, Plätze und Fußgängerbereiche.
Grünflächen sind im Grünplan dargestellt und im
Begrünungsplan nach Art und Maß festgelegt. Die Pläne werden aus den
Ergebnissen der Grünanalyse und Diagnose entwickelt und stellen die
notwendigen Absichten und Maßnahmen dar. Dem Grünsystem liegt eine
räumliche und funktionelle Ordnung zugrunde, die im Zusammenhang mit der
städtebaulichen Ordnung gesehen werden muss. Grünflächen der Stadt Laatzen
gliedern sich in Grünelemente, Stadtgrün und Grünverbindungen.
Grünelemente sind die Einzelbestandteile von Grünflächen oder Flächen
städtebaulicher Nutzung. Dazu gehören Pflanzen, Gräser, Stauden, Sträucher
und Bäume, ebenso Erde, Sand und Steine, Wasser aus Quellen, Brunnen,
Bächen, Flüssen, Teichen oder Seen. Insbesondere werden Bäume neben ihrer
gestalterischen und psychologischen Wirkung noch in vielerlei Hinsicht wirksam:
Bäume und Sträucher dienen mit ihrem weit reichenden
Wurzelsystem der Bodenbefestigung. Sobald Bäume und Sträucher fehlen,
fließt der Regen zu schnell über die Kanalisation ab und gelangt nicht ins
Grundwasser. Zusätzlich trocknet der Boden aus, so dass der schnelle
Oberflächenabfluss noch verstärkt wird. Der Baum schafft Verbindung zum
Grundwasser. Ein Teil des Niederschlagswassers verdunstet, der Rest kann
in den durch Wurzeln aufgelockerten Boden eindringen, wo es gespeichert
und gefiltert dem Grundwasser zugeführt wird. Baumpflanzungen dienen als
Windschutz vor Verwehungen und Austrocknen des Bodens. Durch
Windschutzpflanzungen wird auch die Wärmeerhaltung in Bodennähe
gesteigert. Sie schützen vor übermäßiger Auskühlung von Gebäuden und
Siedlungen. Die Luftfilterwirkung von Bäumen entsteht durch die relative
Luftruhe in ihren Kronen. Staub kann auf dem Blattwerk sedimentieren, von
wo er beim nächsten Regen abgewaschen wird. Bei Hitze wird die Temperatur
im Bereich des Baumes gesenkt. Der Baum transpiriert Wasser, welches zu
Wasserdampf umgewandelt wird. Hierbei wird Energie verbraucht was zu einer
Abkühlung führt. Weiterhin sind Bäume bekanntlich für die
Sauerstoffproduktion in der Luft verantwortlich.
Sträucher sind für den Naturhaushalt unverzichtbare
Lebensräume, ökologische Nischen, für Vögel und Kleintiere. Sie sind für
die Erhaltung einer ausgeglichenen Biozönose von Bedeutung.
Da der Vergrößerung der Wohnungs- bzw. der privat
genutzten Gärten wirtschaftliche Grenzen gesetzt sind, werden zusätzliche
Einrichtungen, deren Vorhandensein auch den Wert der einzelnen Wohnungen
steigert, nötig. Die Hauptaufgabe der öffentlich zugänglichen Freiflächen
liegt sicher in ihrer Spiel-und Erholungsfunktion.
Dabei führt der gegebene Zwang, Spielplätze für
verschiedene Altergruppen vorzusehen und diese auf den jeweiligen
Grundstücken unterzubringen zu unerwünschten Separierung. Stadtgrün sind
der umgebenden öffentlichen und privaten Bebauung zugeordnete, vorwiegend
mit Pflanzen ausgestattete, dem Aufenthalt, dem Spiel, der Repräsentation
dienende Plätze in Wohngebieten. Diese Definition soll im Folgenden
konkretisiert, kritisiert und anschaulich dargestellt werden.
Zum Stadtgrün gehören wohnungsnahe Grünflächen,
parkähnliche, öffentliche Anlagen, die von Bürgern in kürzester Zeit zu
erreichen sein sollen.
Sie dienen der Gruppengeselligkeit, der spontanen und
freiwilligen Kommunikation. Den Plänen zufolge zeichnet sich jedoch nur
der westliche Teil der Stadt, z.B. die Sudewiesen, die Quetzenbleek durch
"wohnungsnahe Grünflächen" aus. Jedoch zeigt sich dem interessierten und
aufmerksamen Beobachter, dass sich die gesamte Stadt Laatzen durch relativ
bürgernahe Grünflächen auszeichnet, auch wenn sie nicht unbedingt als
solche ausgewiesen sind oder direkt im Stadtgebiet liegen.
Zum Stadtgrün gehören noch Friedhöfe, Kleingärten,
Grün bei öffentlichen Gebäuden, Badeplätze, Spielplätze, Festplätze und
Sportplätze.
Wie schon angedeutet bietet sich Grün von hohem
ökologischen und Freizeitwert angrenzend an die Stadt Laatzen und sollte
in diesem Zusammenhang unbedingt Erwähnung finden. Von Nord-Osten schiebt
sich ein großer, wichtiger Landschaftsraum an die Stadt Laatzen heran: Der
sechs Kilometer lange Mergelrücken des Kronsberges mit den Waldgebieten
der Gaim und des Bockmer Holzes an seinem östlichen Hangfuß bildet den
Abschluss dieses Raumes nach Südosten.
Der Kronsberg, dessen Fläche nach der Gebietsreform
fast gänzlich zu Hannover gekommen ist, war und ist teilweise noch kahle
Ackerflur. In der schon vollendeten und noch geplanten Gliederung des
Kronsberges durch Wälder, Grünzüge, Feuchtbiotope, Feldgehölze und Brachen
liegt noch eine große Aufgabe für die kommenden Jahre.
Ein weiterer Planungsschwerpunkt der Stadt Laatzen
liegt in der Erhaltung und Neuansiedlung von Pflanzen und Tieren. Durch
Renaturierung von Gewässern, durch Anlage und Pflege naturnaher Flächen
und durch besondere Biotopgestaltungsmaßnahmen durch Förderung von
Stadtbrachen können derartige Lebensräume zurückgewonnen werden.
Die Stadt Laatzen gibt jährlich ca. 100.000 DM für
Maßnahmen zur Sanierung und Pflege von Naturflächen aus. Von diesem Geld
werden vormals landwirtschaftliche Flächen aufgekauft und renaturiert,
Wasserflächen und Gräben wieder einem natürlichen Lauf zugeführt und
Vogelschutzgehölze eingerichtet.
Die dritte Kategorie der Grünflächen sind die "grünverbindende
Flächen". Diese haben vorwiegend Erschließungsfunktionen für Fußgänger und
Radfahrer. Sie verbinden Grünflächen, städtebauliche Zielpunkte und
Baugebiete miteinander, folgen der Landschaft oder räumlich vorgegebenen
Linien und beziehen städtische Elemente mit ein. Mit ihrer systematischen,
auf die ganze Stadt bezogene Planung wurde nach 1945 begonnen. Sie sind
gleichzeitig Leitlinien einer ökologischen Vernetzung und Verbindung der
großflächigeren ökologischen Einheiten, deren Wert ökologische
Überlebensfähigkeit dadurch wesentlich gesteigert wird.
Weltausstellung Expo 2000 - Reaktionen der Stadt
Laatzen im Juni 1990
Die Stadt Laatzen rückt durch den in Paris gefassten
Entschluss, die Weltausstellung in Hannover stattfinden zu lassen, in den
Mittelpunkt des Interesses:
Konkrete Planungen, "Schubladenkonzepte", liegen zum
augenblicklichen Zeitpunkt noch nicht vor. Gesichert ist jedoch, dass sich
das Ausstellungsgelände über die Messeflächen und den südlichen Kronsberg
erstrecken wird.
dass diese Entscheidung umstritten ist, wird in der
HAZ vom 23.6.1990 deutlich. Umweltdezernent Mönninghoff übte Kritik an den
Überlegungen des Stadtplanungsamtes bezüglich der Bebauung des Kronsberges:
"Die Konzepte sind phantasielos und vergeuden die Chancen für eine
ökologische Stadtgestaltung. Eine Expo darf nicht große Freiflächen am
Kronsberg vernichten und mit Selbstdarstellungs-Prachtbauten
vollbetonieren."
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich bei der
Bebauung des Kronsberges nicht nur für den Hang selbst, sondern auch für
die Stadt Laatzen ökologische und infrastrukturelle Probleme ergeben
werden. Die Versiegelung der abschüssigen Flächen lässt das
Niederschlagswasser in Richtung Laatzen Mitte abfließen. Ein umfangreiches
Dränagesystem wird von daher unausweichlich sein.
Wie aus diesem Beispiel ersichtlich ist, hat sich die
Stadtverwaltung von Laatzen verständlicherweise bei der
Standortentscheidung mit Erfolg um ein Mitspracherecht bei den weiteren
Planungsarbeiten bemüht. Neben Laatzen setzen sich mehrere Städte und
Gemeinden im Großraum Hannover für eine Beteiligung in den Planungsgruppen
ein. In der HAZ vom 25.6.1990 spricht sich die SPD dafür aus ,dass auch die
Kommunen des Umlandes an der Expo 2000 beteiligt werden müssen .Sie
vertritt die Auffassung ,dass alle Planungen im Zusammenhang mit der
Weltausstellung sozial und ökologisch verträglich sein müssen.
Da einige direkte Zufahrten zur Messe durch Laatzen
führen, muss im Zusammenhang mit der Expo mit einem Ausbau der Verkehrswege
gerechnet werden. So z.B. wird die unfertige Brücke in der Verlängerung der
Würzburger Straße innerhalb der 10-Jahresfrist zur Ausstellung eine
Fertigstellung erfahren. Die grundsätzlich positive Haltung der
Stadtverwaltung Laatzens zur Weltausstellung rührt nicht zuletzt von der
Aussicht auf Zuschüsse größeren Umfanges seitens des Bundes und der Länder
her. Daneben erhofft sich die Stadt wirtschaftliche Impulse ,verstärkt
durch eine sehr zentrale Lage innerhalb eines vereinigten deutschen
Staates und Wirtschaftsraumes. Schon jetzt wird dieses durch den Ausbau des
Schnellbahnverkehrsnetzes Hannover - Würzburg und Hannover - Berlin
dokumentiert.
Quellen und Gesprächspartner:
Herr Fischer im Grünflächenamt der Stadt Hannover
Herr Bockhorst im Pressedienst der Stadt Laatzen
Herr Moudry in der Stadtverwaltung Laatzen
"GRÜN IM STÄDTEBAU" Arbeitsgemeinschaft "GRÜN IN DER
STADT" (1982)
"GRÜNES HANNOVER" Landeshauptstadt Hannover,
Grünflächenamt (1987)
VIII. Das neue Laatzener Stadtzentrum
"Merkur Park Laatzen/Hannover":
Planung zur Entwicklung des Stadtzentrums
Gelände
Beim Gebiet des Projektes zur Zentrumserweiterung
handelt es sich um die unbebaute Fläche, die vom Leine-Einkaufs-Zentrum,
dem Rathaus und der Würzburger Straße eingegrenzt ist, sowie dem rechts
dieser Straße liegenden, durch die Parallelen Gutenberg- und Mergenthaler
Straße umschlossenen Gewerbeland.
Ein Großteil des geplanten Gebäudekomplexes wird auf
bisher kaum genutzter (Rasen-)Fläche , auf zwei derzeit noch benutzten
Parkplätzen, auf dem Gelände einer Druckerei und auf dem Areal der
Bauruine "Aparthotel Messe" an der Gutenbergstraße entstehen.
Finanzierung
Die im oberen Text beschriebenen Gebiete sind von der
Kommune Laatzen erstanden worden und mittels einer Ausschreibung an ein
Maklerbüro, einen Architekten und einen Bauunternehmer mit einjährigem
Rücktrittsrecht vergeben. Innerhalb dieser Frist werden Interessenten zur
Finanzierung der geplanten Bauvorhaben gesucht.
Im Vorfeld schloss die Stadt Laatzen zwei Kontrakte
mit Makler, Architekt und Bauunternehmer (Maßnahmeträgergesellschaft) ab.
Ein Vertrag besiegelte den Verkauf von ca. 16.000 m² Land an einen
Göttinger Generalunternehmer, bei dem anderen handelt es sich um einen
Maßnahmevertrag, der mit den Architekten Fass, Wittstock und Partner und
der Maklerfirma Simchen (sämtlich aus Hannover) abgeschlossen wurde. In
Zusammenarbeit mit einem Londoner Maklerbüro sind diese privaten
Investoren für Vermietung, Verkauf und Verwaltung des Geländes und der
dort entstehenden Bauten zuständig.
Die Unternehmen die durch dieses Büro geworben
werden, bestimmen durch ihren Finanzierungsumfang letztlich die genauere
Gestaltung, wobei sich das erforderliche Gesamtvolumen des Projektes auf
eine Summe von mindestens 250 Millionen Mark beläuft.
Vor der genaueren Planung durch die hannoverschen
Bauplaner, wurden intensive Marktforschungen betrieben und Analysen
erstellt, die über die Einstellung der Bevölkerung zu diesem "Merkur-Park"
Aufschluss geben. Die gewonnenen Resultate waren überwiegend positiv und
deshalb für die Werbung um Investoren eine günstige Voraussetzung.
Einer Untersuchung im Auftrag der Wirtschaftszeitung
"Impulse" zufolge, die in Kooperation mit der " Gesellschaft für
Sozialforschung und Statistische Analysen" mbH in Dortmund, sowie der
Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GFK) stehen, ist
Hannover als bester Standort in Deutschland zu sehen, unter den
Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern, hinsichtlich der Faktoren:
Arbeitskräfte, Verkehrsanbindung, kommunale Kosten, Gewerbegrundstücke,
Konsumverhalten und Wohnwert. Weiterer Vorteil, der Investoren nach
Hannover ziehen wird, beruht in der deutschdeutschen Entwicklung:
jahrzehntelang vom Strukturpolitischen Nachteil seiner Grenzrandlage
geprägt, kann sich insbesondere die Stadt Hannover zukünftig zur
"West-Ost-Drehscheibe" entwickeln. Diese und weitere Standortfaktoren
lassen ein Bild vom Fair Site Ground Laatzen entstehen.
Standortzentralität von Laatzen Mitte
Standortfaktoren und Standortanalyse
[Karten nicht in der Internet-Ausgabe]
Die Stadt Laatzen liegt im südlichen Bereich des
Großraums Hannover, an den sich die Siedlungsflächen der Gemeinden nahtlos
anschließen. Das Projekt wird im neuen Ortsteil Laatzen-Mitte realisiert
werden, der überwiegend in den 60er- und 70er-Jahren als komplette
Großwohnsiedlung errichtet worden ist.
Mit etwa 15.000 Einwohnern stellt Laatzen-Mitte 50%
der Gesamteinwohnerzahl und damit auch den Hauptsiedlungsbereich der
Kommune Laatzen, zu der auch noch die kleineren Ortsteile Rethen,
Gleidingen und Ingeln-Oesselse gehören, dar.
Darüber hinaus liegt Laatzen-Mitte etwa in der
geographischen Mitte des gesamten Stadtgebietes. Neben den
infrastrukturellen Einrichtungen und Standortfaktoren wie ein
weit verzweigtes Straßennetz und Straßenbahnanschluss, stellt das sich im
Zentrum befindliche Leine-Einkaufs-Zentrum (LEZ) das wichtigste
Versorgungszentrum der Gemeinde dar.
Erwähnenswert ist zudem die Nähe zum Messegelände
Hannover, dessen Südeingang vom Planungsgebiet in ca. Nachbarschaft zur
Hannover-Messe und zum geplanten Weltausstellungsgelände gegeben ist, kann angenommen werden,
dass viele Ausstellerfirmen Niederlassungen in Laatzen planen werden, die
in den projektierten Bürohäusern des "Merkur-Parks" untergebracht werden
sollen.
Die schon angesprochene Autobahnnähe lässt damit
rechnen, dass der Reiseverkehr von Norden nach Süden, bzw. umgekehrt mit
Hilfe eines Hotels, welches sich ebenfalls in der Planung widerspiegelt,
abgefangen werden kann.
Der zur Messezeit anfallende Verkehr, der immer
wieder zum Verkehrschaos führte, könnte mit einer Dezentralisierung der
Unterkünfte vermieden werden, da das Straßennetz Laatzens gut ausgebaut
ist und zweispurig in jede Richtung führt. So ist bereits im Vorfeld eine
verkehrsgünstige Situation geschaffen worden, die dem Verkehr gewachsen
ist. Als weiterer Standortvorteil ist auch das bereits vorhandene und zum
Teil in Erweiterung stehende Straßennetz zu sehen.
Auf der unteren Karte ist noch einmal deutlich zu
erkennen, wie sich verkehrstechnisch erklären lässt, dass Laatzen günstige
Standortfaktoren für ein neues Stadtzentrum trägt.
Entwicklungsschema der Standortentwicklung
Durch die folgenden Faktoren ist die Möglichkeit neue
Gewerbe- und Industriebetriebe, sowie Dienstleistungsunternehmen im
Stadtteil Laatzen-Mitte anzusiedeln weiter verbessert worden.
Es ergibt sich folgende schematische Darstellung:
-
Verkehrsgeographische
Lage, Nähe zur Messe
-
Ansiedlung
neuer Gewerbe- und Industriebetriebe sowie Dienstleistungsunternehmen
-
Positive
Wandlung der Gesamtstruktur des Ortes
-
Angebot
von Arbeitsplätzen & Einwohnerzugänge und Siedlungstätigkeit
-
Weiterer
Ausbau der Infrastruktur
-
gute
(vorhandene) Infrastruktur
"EXPO 2000": Die aktuelle Perspektive der
Weltausstellung¤
Karten zum Standort Laatzen
[Karten nicht in der Internet-Ausgabe]
Planungen zur Umgestaltung des Stadtzentrums von
Laatzen
Ausgangspunkt des Projektes " New Laatzen Fair Site
Ground " - so lautet der englische Marketingname der Zentrumserweiterung -
ist das vorhandene Leineeinkaufszentrum, dem im Stadtteil Laatzen-Mitte
die Rolle in der Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen- und
periodischen Bedarfs zukommt und eine Versorgungsfunktion für das breitere
Umland besitzt.
Die Hauptabsicht besteht darin die Shopping Mall LEZ
nach Norden zu erweitern. Diese Absicht gab den Anstoß, das westlich
angrenzende Gebiet neu zu überplanen.
Das neue Konzept sieht eine passagenartige Anbindung
eines Freizeit- und Kommunikationszentrums an der Mall vor. In dem
eigentlichen Anschluß an das LEZ werden ein Möbelmarkt, sowie eine C&A-
Filiale untergebracht werden, direkt an den Freizeitkomplex angeschlossen
werden sollen. Aus Kino-Zentrum, Bürgerhaus (Stadthalle) und Sport/Fitness
-, bzw. Gastronomieeinrichtungen bestehend, wird der Komplex in
Hufeisenform erbaut werden und einen Parkplatz umschließen, der nur von
der Würzburger- Straße erreichbar sein wird.
Durch eine Fußgängerbrücke wird dieses Zentrum an das
Grundstück Würzburger-Straße/Gutenbergstraße/Mergenthalerstraße
angebunden.Auf diesem Grundstück ist ein Hotel der gehobenen Kategorie mit
35o Zimmern (700 Betten) vorgesehen.
Beschreibung einzelner Projekte
Hotelneubau
Das projektierte Hotel der gehobenen Kategorie liegt
unmittelbar an der geplanten Zentrumserweiterung auf dem Gelände der
Bauruine Apparthotel. Das Hotel mit 350 Zimmern und 700 Betten wird nicht
auf den Fundamenten der Bauruine entstehen, sondern an der Würzburger
Straße.
Von der Bauruine bleibt nur das sich im Rohbaustadium
befindliche Parkhaus mit 360 Einstellplätzen erhalten. Die übrigen
Fundamente werden zugeschüttet, weil sie für die geplanten Bürohäuser
nicht verwertbar sind.
Durch eine überdachte Fußgängerbrücke wird das Hotel
an das Freizeitzentrum und die Mall angeschlossen werden. In unmittelbarer
Nähe entstehen Bürogebäude, in denen sich international tätige Unternehmen
ansiedeln werden. Mit dem Bau des Hotels könnte Anfang 1991 begonnen
werden.
Gebäudegliederung:
BG Basisgeschoß:
Einfahrt für Hotelgäste, Hotelpersonal, Anlieferung, Lager- und
Serviceräume, Räume für Gebäudetechnik, Küche, Personalräume, Sanitärzone,
Nightclub, Schwimmbad und Sauna
EG Erdgeschoß:
Hotelhalle mit Empfang, Hotelverwaltung, Café,
Restaurant, Gesellschaftsräume, Konferenzräume
OG 5 Obergeschosse:
1.-5. Obergeschoß mit jeweils 70 Hotelzimmern¦
Projektkenndaten: ¦
HNF Hauptnutzfläche 7438 m2
NNF Nebennutzfläche 1451 m2
FF Funktionsfläche 514 m2
VF Verkehrsfläche 5565 m2
KF Konstr.fläche2443 m2
Luftraum 955 m2
Bruttogrundrissfläche 18366 m2
BGF auf die einzelnen Geschosse verteilt:
Kellergeschoß 2898 m2
Erdgeschoß 3168 m2
5 Obergeschosse á2460 m2
Weitere Kenndaten:
Anzahl der KFZ-Garagenplätze im KG : 48
im Freien : 72
Geschoßhöhen: KG : 3.40 m
EG : 4.00 m
1.-5.OG : 2.90 m
Marktuntersuchungen zufolge besteht - schon wegen der
zahlreichen Messen in Hannover - Bedarf an einem in unmittelbarer
Messenähe gelegenen Hotel. Welche Hotelgruppe Betreiber des
700-Betten-Komplexes werden wird, ist im Vorfeld der Planungen noch völlig
offen.
In Hinblick auf die nebenan entstehenden Bürogebäude
kann gesagt werden, dass dem Hotel auch hier eine sinnvolle Rolle zukommt:
Der Publikumsverkehr zu etwaigen Konferenzen stellt ein weiteres
Hotelgastpotential dar.
Bürohäuser/Parkplatzproblematik
Drei höchstens sechs- bis achtgeschossigen Bauten
sollen ca. 50.000 m² Nutzfläche aufweisen.
Zwischen den Bürohäusern und dem sich anschließenden
Hotel soll ein Durchgang für die Anlieger der Gutenbergstraße zur
Hildesheimer Straße bestehen bleiben. Bedarf an weiterer Büronutzfläche
besteht in erster Linie aufgrund der Lage im Einzugsbereich der Messe. Die
Tatsache, dass Hannover im Jahre 2000 mit der Weltausstellung "EXPO 2000"
in besonderem Maße die Weltöffentlichkeit auf sich aufmerksam machen wird,
stellt einen weiteren Faktor zu steigender Nachfrage an Büroflächen dar.
Die Büros werden in eine parkähnliche
Gartenlandschaft eingebunden werden. Neben zwei Verwaltungsköpfen sind
zudem Appartements in einem Boardinghaus geplant, das Mitarbeiter der
Firmen beherbergen wird, die in Hannover und Umgebung bisher über keine
Repräsentanz verfügten.
Als problematisch erwiesen sich die Planungen für die
Parkplätze, die an den Bürobauten angegliedert sein werden. Der bereits
vorhandene Parkraum wird nach Abschluss der Bautätigkeiten kaum mehr
ausreichend sein, so dass neue Parkflächen geplant wurden. Bei Parkplätzen
der momentanen Nutzung muss pro 40 m2 Gebäudefläche mindestens ein
Parkplatz nachgewiesen werden. Auf diese Problematik reagierte man mit der
Aufstockung der Parkkapazität im Bereich der Parkdecks, so wird ein
Parkplatz mit einer weiteren Ebene versehen und die Bauruine des
Parkhauses des vormals projektierten Aparthotels Messe weitergebaut.
Insgesamt entstehen auf diese Weise zusätzlich 1500-1800 neue Parkplätze.
Das direkt an das Leineeinkaufszentrum angrenzende
Gebiet, auf dem eine C&A Filiale und ein Möbelgeschäft entstehen soll.
Dieses Gebiet ist noch unbebaut und ist seit jeher zum Zwecke der
Zentrumserweiterung vorgesehen.
Der an das oben beschriebene Grundstück anschließende
Parkplatz soll teilweise mit dem Kino-, Sport- und Gastronomiezentrum
überbaut werden, sowie mit der an der Würzburger Straße geplanten
Stadthalle.
Hier ist das von der Stadt erworbene Areal mit dem
noch existierenden Gebäude der Druckerei Osterwaldt zu sehen, das mit dem
Hotel und den Bürohäusern bebaut werden soll.
"Dem seinen Wesen nach offenen schöpferischen
Planungsvorgang widerspricht es nicht, ihn prinzipiell logisch in Phasen
und Stufen zu gliedern und damit in seinem Ergebnis, wenn nicht
nachvollziehbar, so doch plausibel bzw. nachprüfbar und diskutabel zu
machen. Diese Systematisierung erlaubt es auch, den Informationsbedarf der
einzelnen Planungsphasen und -stufen generell zu spezifizieren und
hierbei zu prüfen, inwieweit die automatisierte Datenverarbeitung (ADV)
zur Unterstützung des Informationsverarbeitungsprozesses wirksam werden
kann."
Es war schon immer interessant, Städteplanung bei der
Entwicklung und der Durchführung zu beobachten. Die Stadtplaner benutzen
die Methode der in Phasen und Stufen gegliederten Planung, durch die
während und nach der Planung die Stadtentwicklung kontrolliert und
diskutabel gemacht werden kann. Diese Planungsweise ist daher schon
sinnvoll, dass nicht nur Experten diese Planung verstehen, sondern auch die
Bürger, die hauptsächlich betroffen sind.
Angesichts einer steigenden Freizeit für die
Arbeitnehmer stellt sich die Frage nach Erfüllung der sich daraus
ergebenden Konsequenzen. Ist Laatzen, zumindest in Teilen, zu einer
Schlafstadt tagsüber verwaist und bietet nur wenig mehr als Platz für den
kurzzeitigen Aufenthalt zwischen den Arbeitszeiten ? Wie setzt sich die
Bevölkerungsstruktur zusammen ?
Andererseits bieten sich auch auf innerstädtischer
Basis, in unmittelbarer Nähe zu Alt-Laatzen, eine Vielzahl von
Naherholungsstätten. Grün- und ökologisch wertvolle Flächen bieten sich
für Mensch und Tier im gesamten Stadtraum an.
Es geht jedoch nicht nur um Mensch und Natur, auch
wenn dies ein mächtiges Element der Lebensqualität ist.
Eine vielschichtige, sinnvolle Städteplanung heute
ist eine wichtige Investition in die Zukunft; unsere Kinder werden das
Gewachsene und von uns Gestaltete übernehmen und ihr Leben in einer
wahrlich nicht leichten Zeit gestalten müssen.
Bis ins Detail ist die Erweiterung des
Leine-Einkaufs-Zentrums bis in das nördlich liegende Gebiet hinter der
Würzburger Straße ausgearbeitet worden. Sowohl Makler, Architekten und
Bauunternehmer sind durch Verträge mit der Stadt Laatzen an diese Areale
gelangt und suchen nun Investoren, die durch ihre finanziellen
Möglichkeiten, oder durch ihr Prestigeempfinden die Gestalt der
neuentstehenden Häuser prägen. Obwohl hier schon Ansätze zu finden sind,
die den Wohnwert etwas anheben könnten (so sind z.B. Parkanlagen zwischen
Büro und Hotelgebäuden geplant), ist auch dieses Projekt durch
"Außenstehende" geplant.
Mit diesem Projekt (Merkur-Park) ändert sich an der
Bewohnbarkeit des Stadtteils nichts, denn vorwiegend Büros und Kaufhäuser
sollen entstehen. Einzig die Planung zum Bau von Kinos oder Geschäften
täglichen oder periodischen Bedarfs wirken sich eventuell positiv auf die
Bevölkerung und deren Bedürfnisse aus.
"Der Unterschied in der Prioritätensetzung ist
inzwischen hinreichend klar: Eine Stadtplanung, die sich an der riesigen
Produktionsmaschine orientiert, muss notwendigerweise auf Perfektion
zielen. Ein städtebauliches Verständnis, das sich an den Bedürfnissen der
Menschen orientiert, die in Städten wohnen, muss die Stadt als offenen Raum
begreifen, der nicht perfektionistisch betrachtet werden kann. Um es
pointiert auszudrücken: Je perfekter die Planung, desto unvollkommener die
menschliche Wirklichkeit in den Städten."
Das Textzitat sagt aus, dass eine Stadtplanung an den
Bedürfnissen der Menschen, die in der Stadt wohnen, orientiert sein muss,
was Perfektion als Ziel jeglicher Planung ausschließt. Daraus lässt sich
schließen, dass der Autor "Perfektion" als die von Planern, welche nicht am
Stadtleben beteiligt sind, erzielte Vollkommenheit im Städtebau zugunsten
repräsentativer Strukturen definiert.
In den Jahren, als das neue Zentrum Laatzen-Mitte
geplant und ausschließend diese Vorhaben ausgeführt wurden, hatten
Architekten und Stadtverwaltung durch ihre Arbeit wesentliche Probleme zu
lösen: In kurzer Zeit musste Wohnraum für viele Menschen entstehen.
Dieses sollte auf einer "grünen Wiese" geschehen, im
Schatten der Großstadt Hannover. Neben der Anforderung, möglichst eine
große Anzahl von Menschen auf kleinem Raum unterzubringen, stellte sich
für die Planer die Aufgabe, durch kulturelle, kommerzielle und
Bildungseinrichtungen sowie eine zukunftsorientierte Infrastruktur
Laatzen-Mitte zu einer eigenen Stadt zu gestalten, in der die Bewohner
sich wohl fühlten und in der Ästhetik und die Natur weiterhin einen Raum
einnahmen.
Durch Fehleinschätzungen der Bevölkerungs- und
Verkehrsentwicklung in den späten 70er- und während der 80er- Jahre sowie
eine Kombinierung mehrerer Planungskonzepte jedoch wurde die Chance eines
bürgernahen und moderaten Städtebaus nicht wahrgenommen.
Wie wir bei mehreren Besichtigungen des betreffenden
Teils der Stadt Laatzen festgestellt habe, herrscht in den bis zu 15
Stockwerken hohen Wohnscheiben eine Anonymität vor, die nicht Gemeinschaft
oder städtisches Zusammenleben erkennen lässt.
Weiterhin teilt eine Hauptverkehrsader Laatzen in
zwei Teile und ist, außer durch unübersichtliche und damit gefährliche
Unterführungen, nicht einfach zu überqueren.
dass auf dem Weg zu dieser perfekten neuen Stadt die
Bedürfnisse der Menschen, insbesondere älterer Bewohner und Kinder und
damit die menschliche Wirklichkeit auf der Strecke blieben, wurde den
verantwortlichen Planern erst klar, als das Zentrum von Laatzen-Mitte rund
um das LEZ bereits fertig gestellt war: Da man nicht allzu viel Baugrund
nutzen wollte, gleichzeitig aber möglichst viele Personen unterbringen
wollte, entschloss man sich für die Hochhausbauweise. So entstanden bis zu
11-stöckige graue Hausgiganten, die das Stadtbild negativ prägen.
Aus diesem Grund besann man sich vor einigen Jahren
in Laatzen-Mitte auch und die Planungen für die neuen Gebiete wie z.B. die
Lange Weihe sahen ganz anders aus:
Es sollten Reihenhäuser gebaut werden, die in
kleinen, verwinkelten Straßen liegen, sodass der Durchgangsverkehr hier
nicht entlangfließt und spielende Kinder, für die viele Spielplätze
angelegt wurden, nicht gefährdet werden.
Auch wurde jetzt nicht auf Grün- und Freiflächen
verzichtet, die zwar die Einwohnerkapazität nicht so hoch werden lassen,
dafür aber das Stadtbild auflockern und freundlicher gestalten.
Nun hat sich gezeigt (siehe Zitat), dass eine
unterlasse Perfektionierung der Planung, also z.B. das bloße Bereitstellen
von Baugrund, das Wohnklima erhöht, da jeder Mensch seine eigenen Wünsche
und Träume -kurz die Menschlichkeit- mit in sein Projekt einbringt. Dabei
entstehen auf jeder Fläche höchst unterschiedliche Bauten, die das
Stadtbild auflockern. Der Individualismus ist also gefragt, der ja
schwerlich bei einer zentralen Planung mit einbezogen werden kann.
Nur Menschen der unteren sozialen Schichten haben
nicht die Mittel, sich ein Haus bzw. eine Wohnung individuell zu errichten
bzw. auszusuchen. Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass in den
Hochhäusern mit ihren günstigen Wohnungen
hauptsächlich Rentner, Arbeitslose und Gastarbeiter wohnen, wobei es
öfters zu sozialen Spannungen kommt.
So wird am Ende dieses perfekt geplante Zentrum nicht
voll angenommen, da die menschliche Wirklichkeit zu sehr außer Acht
gelassen wurde. Die Stadt Laatzen ist sich dieser Tatsache bewusst und
"plant" deshalb eine Umstrukturierung und einen Umbau des gesamten
Gebäudekomplexes. Gegenteilig, aber kann man den direkt an das soeben
genannte Gebiet angrenzenden Bereich erwähnen. Hier wurde besonders die
menschliche Wirklichkeit beachtet, indem man ausgesprochen hübsche Gebäude
errichtet hat, die man untereinander wiederum differenziert hat, um
Monotonie zu verhindern. So wurde auch darauf verzichtet, den zur
Verfügung stehenden Platz bis auf den letzten Quadratmeter mit Wohnraum
auszuschöpfen, um der menschlichen Freiheit etwas Raum zu gewähren. Dieser
"menschenwürdig" bebaute Bereich wird von den Menschen gern angenommen.
Das macht sich dadurch bemerkbar, dass sich die Menschen mit dieser
Wohngegend identifizieren, indem sie private Grünanlagen einrichten und
pflegen oder Spielplätze für ihre Kinder privat anlegen.
"Ein Spielplatzentwicklungsplan - kaum eine
westdeutsche Stadt verfügt darüber - ist im Grunde immer schon ein
Stadtentwicklungsplan. Denn wenn es um die tatsächliche Integration von
Kindern in den Städten geht, kann dies nicht unabhängig von den
städtischen Strukturen, gleichsam im exterritorialen Raum, geschehen.
Vielleicht sind Kinder bessere Lehrmeister für modernen Städtebau als die
Mitgestalter der riesigen Produktionsmaschine."
Das erste Problem, das sich den Städteplanern stellt,
ist die Frage, ob es eine Stadt für Kinder, Menschen allgemein oder für
Autos sein soll. Soll es eine Stadt für Kinder und andere Altersklassen
(auch Omas und Opas) sein, sind es wohl die Kinder, die am Besten wissen,
wie die Stadt aussehen soll.
Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass es viele
Spielplätze gibt, dass die Stadt sehr grün wird und nicht zuletzt, dass es
überwiegend verkehrsberuhigte Zonen sind, in denen die Menschen leben.
Im Fall der "Autostadt" wird man deine Kinder zu Rate
ziehen können, da es wohl kaum ein Kind gibt, das Auto fährt. Die
"Autostadt" wäre zugleich die Kinderfeindlichste Stadt, da die Wohngebiete
wohl hauptsächlich aus gut ausgebauten Straßen und vor allem Parkplätzen
bestehen würden, was für Kinder natürlich ein großes Sicherheitsrisiko
darstellt.
Bestimmt die "riesige Produktionsmaschine" die Ziele
der Stadtplanung, so sieht das Ergebnis des Gestaltungsprozesses
wahrscheinlich folgendermaßen aus: Die Stadt wird durch gut ausgebaute
Straßen, die für den Individualverkehr, der Arbeitskräfte für die
Produktionsmaschine (um bei diesem Bild zu bleiben) anliefert,
zerschnitten. Diese Straßen bilden gefährliche Grenzen für Menschen zu Fuß
oder auf dem Fahrrad, besonders aber für Kinder oder für Kinder auf dem
Weg zum Kindergarten, oder zur Schule, für spielende Kinder und für
Kinder, die unterwegs zum Kinderspielplatz sind. Doch nicht nur die
breiten Straßen mit dem Individualverkehr zerteilen die Stadt, auch die
Linien des öffentlichen Verkehrs, wie z.B. die Straßenbahn- und
Bahntrassen bilden gefährliche Barrieren.
In Laatzen wird diese Zerteilung der Stadt durch
"Verkehrsadern" besonders am Beispiel Hildesheimer Straße und der
Hauptstraße deutlich. Diese beiden Straßen sind gut dafür geeignet,
Menschen und Güter schnell zu transportieren, aber sie bergen auch
Gefahren für die Menschen, die sie überqueren wollen. Diese Gefahren gehen
so weit, dass "Abfangzäune" in der Mitte der Straße oder an ihren Seiten
installiert werden müssen, um vor allem Kinder an der Überquerung zu
hindern. An vielen Stellen wird versucht, die Gefahr z.B. durch das
Anlegen eines Fußgängertunnels zu mildern. Doch diese als Schutz der
Menschen gedachte Maßnahme stellt sich als Quelle neuer Gefahren heraus:
Gerade abends werden die Tunnel wegen des Faktums, dass man schlecht in sie
einsehen kann, besonders von Frauen, die Angst vor Überfällen haben,
gemieden.
Auch tagsüber sind die Unterführungen nicht
empfehlenswert. Für Kinder sind sie auch am Tage große Gefahrenquellen.
Um die breiten Verkehrsadern zu überwinden sind also
Fußgängerüberwege, die besser einseh- und beobachtbar sind, sicherer und
deshalb zu empfehlen. Ein Stadtplanungskonzept, das sich an den
Bedürfnissen seiner BewohnerInnen und vor allem auch der Kinder
orientiert, muss auch solche Gedanken berücksichtigen.
Ein weiterer für Kinder wichtiger Aspekt ist der
Handel in ihrer Stadt. Sie sollen ihr Einkommen ausgeben können, auch wenn
es klein ist. Dazu können sie natürlich nicht aus der Stadt hinaus in ein
großes Einkaufszentrum fahren, um beispielsweise eine Tüte Gummibärchen zu
kaufen, sondern brauchen in ihrer Nähe einen kleinen Laden, wo sie Güter
des täglichen Bedarfs kaufen können, ohne von einem übergroßen
Warenangebot erdrückt zu werden. Diese Läden kommen natürlich nicht nur
den Kindern zugute, sondern auch der Hausfrau, die ihr Kind mit zum
Einkaufen nehmen muss, oder dem Studenten, der für plötzlichen Besuch etwas
einkaufen muss, ohne viel Lust zu haben, um z.B. in das LEZ zu fahren.
Besorgniserregend können auch die dunklen
Unterführungen des LEZ sein. Es ist bestimmt schon des öfteren
vorgekommen, dass Kinder, aber auch Frauen und ältere Menschen hier
überfallen wurden. Eine weitere Maßnahme wäre z.B. die Einrichtung
verkehrsberuhigter Zonen und Fußgängerzonen. Aber auf die Ansprüche und
Bedürfnisse der Kinder wurde bisher im Rahmen der Stadtentwicklung wenig
geachtet. Dabei wären Kinder als Lehrmeister für den Städtebau bestimmt
sehr hilfreich, wenn man nämlich die Stadtentwicklung auch auf ihre
Ansprüche abstimmt, erhält man ein humaneres Stadtbild.
Abschlussüberlegungen
Die Schüler, die das "Laatzen-Projekt" im Rahmen
ihres Erdkundekurses durchgeführten, haben sich zum Abschluss noch einmal
zusammengesetzt um ihre wichtigsten Erfahrungen mit Laatzen, mit diesem
heterogenen Stadtraum aus einer persönlicheren Perspektive anzureißen, ein
eigenes Résumé zu formulieren. Kristallisationspunkte waren drei
ausgewählte Zitate aus der kritischen städtebaulichen Literatur, die dazu
anregten, sich unter diesem Gesichtspunkt noch einmal mit dem
Untersuchungsgegenstand eines halben Jahres geographischer Feldarbeit zu
beschäftigen. Diese Abschlussüberlegungen geben sicher kein gültiges
umfassendes Bild von Laatzen - dafür ist der vorangestellte Projektbericht
da -, sie zeigen aber, wie Laatzen auf den kritisch unvoreingenommenen,
aufgeschlossenen Beobachter wirkt, sie zeigen auch, wo vor allem kritische
Urteile nahe liegen. Insofern werden sie auch für die "professionelle"
Kommunalpolitik dieser Stadt interessant und lesenswert sein.
I.
"Dem seinen Wesen nach offenen schöpferischen
Planungsvorgang widerspricht es nicht, ihn prinzipiell logisch in Phasen
und Stufen zu gliedern und damit in seinem Ergebnis, wenn nicht
nachvollziehbar, so doch plausibel bzw. nachprüfbar und diskutabel zu
machen. Diese Systematisierung erlaubt es auch, den Informationsbedarf der
einzelnen Planungsphasen und -stufen generell zu spezifizieren und hierbei
zu prüfen, inwieweit die automatisierte Datenverarbeitung (ADV) zur
Unterstützung des Informationsverarbeitungsprozesses wirksam werden
kann."(1)
Es war schon immer interessant, Städteplanung bei der
Entwicklung und der Durchführung zu beobachten.
Die Stadtplaner benutzen die Methode der in Phasen
und Stufen gegliederten Planung, durch die während und nach der Planung
die Stadtentwicklung kontrolliert und diskutabel gemacht werden kann.
Diese Planungsweise ist daher schon sinnvoll, dass nicht nur Experten diese
Planung verstehen, sondern auch die Bürger, die hauptsächlich betroffen
sind.(2)
Angesichts einer steigenden Freizeit für die
Arbeitnehmer stellt sich die Frage nach Erfüllung der sich daraus
ergebenden Konsequenzen. Ist Laatzen, zumindest in Teilen, zu einer
Schlafstadt tagsüber verwaist und bietet nur wenig mehr als Platz für den
kurzzeitigen Aufenthalt zwischen den Arbeitszeiten? Wie setzt sich die
Bevölkerungsstruktur zusammen?
Andererseits bieten sich auch auf innerstädtischer
Basis, in unmittelbarer Nähe zu Alt-Laatzen, eine Vielzahl von
Naherholungsstätten. Grün- und ökologisch wertvolle Flächen bieten sich
für Mensch und Tier im gesamten Stadtraum an.
Es geht jedoch nicht nur um Mensch und Natur, auch
wenn dies ein mächtiges Element der Lebensqualität ist.
Eine vielschichtige, sinnvolle Städteplanung heute
ist eine wichtige Investition in die Zukunft; unsere Kinder werden das
Gewachsene und von uns Gestaltete übernehmen und ihr Leben in einer
wahrlich nicht leichten Zeit gestalten müssen.(3)
Bis ins Detail ist die Erweiterung des
Leine-Einkaufs-Zentrums bis in das nördlich liegende Gebiet hinter der
Würzburger straße ausgearbeitet worden. Sowohl Makler, Architekten und
Bauunternehmer sind durch Verträge mit der Stadt Laatzen an diese Areale
gelangt und suchen nun Investoren, die durch ihre finanziellen
Möglichkeiten, oder durch ihr Prestigeempfinden die Gestalt der
neuentstehenden Häuser prägen. Obwohl hier schon Ansätze zu finden sind,
die den Wohnwert etwas anheben könnten (so sind z.B. Parkanlagen zwischen
Büro und Hotelgebäuden geplant), ist auch dieses Projekt durch
"Außenstehende" geplant.
Mit diesem Projekt (Merkur-Park) ändert sich an der
Bewohnbarkeit des Stadtteils nichts, denn vorwiegend Büros und Kaufhäuser
sollen entstehen.
Einzig die Planung zum Bau von Kinos oder Geschäften
täglichen oder periodischen Bedarfs wirken sich eventuell positiv auf die
Bevölkerung und deren Bedürfnisse aus.(4)
II.
"Der Unterschied in der Prioritätensetzung ist
inzwischen hinreichend klar: Eine Stadtplanung, die sich an der riesigen
Produktionsmaschine orientiert, muss notwendigerweise auf Perfektion
zielen. Ein städtebauliches Verständnis, das sich an den Bedürfnissen der
Menschen orientiert, die in Städten wohnen, muss die Stadt als offenen Raum
begreifen, der nicht perfektionistisch betrachtet werden kann. Um es
pointiert auszudrücken: Je perfekter die Planung, desto unvollkommener die
menschliche Wirklichkeit in den Städten."(5)
Das Textzitat sagt aus, dass eine Stadtplanung an den
Bedürfnissen der Menschen, die in der Stadt wohnen, orientiert sein muss,
was Perfektion als Ziel jeglicher Planung ausschließt. Daraus lässt sich
schließen, dass der Autor "Perfektion" als die von Planern, welche nicht am
Stadtleben beteiligt sind, erzielte Vollkommenheit im Städtebau zugunsten
repräsentativer Strukturen definiert.
In den Jahren, als das neue Zentrum Laatzen-Mitte
geplant und ausschließend diese Vorhaben ausgeführt wurden, hatten
Architekten und Stadtverwaltung durch ihre Arbeit wesentliche Probleme zu
lösen: In kurzer Zeit musste Wohnraum für viele Menschen entstehen.
Dieses sollte auf einer "grünen Wiese" geschehen, im
Schatten der Großstadt Hannover. Neben der Anforderung, möglichst eine
große Anzahl von Menschen auf kleinem Raum unterzubringen, stellte sich
für die Planer die Aufgabe, durch kulturelle, kommerzielle und
Bildungseinrichtungen sowie eine zukunftsorientierte Infrastruktur
Laatzen-Mitte zu einer eigenen Stadt zu gestalten, in der die Bewohner
sich wohl fühlten und in der Ästhetik und die Natur weiterhin einen Raum
einnahmen.
Durch Fehleinschätzungen der Bevölkerungs- und
Verkehrsentwicklung in den späten 70er- und während der 80er- Jahre sowie
eine Kombinierung mehrerer Planungskonzepte jedoch wurde die Chance eines
bürgernahen und moderaten Städtebaus nicht wahrgenommen.
Wie wir bei mehreren Besichtigungen des betreffenden
Teils der Stadt Laatzen festgestellt habe, herrscht in den bis zu 15
Stockwerken hohen Wohnscheiben eine Anonymität vor, die nicht Gemeinschaft
oder städtisches Zusammenleben erkennen lässt. Weiterhin teilt eine
Hauptverkehrsader Laatzen in zwei Teile und ist, außer durch
unübersichtliche und damit gefährliche Unterführungen, nicht einfach zu
überqueren.(6)
dass auf dem Weg zu dieser perfekten neuen Stadt die
Bedürfnisse der Menschen, insbesondere älterer Bewohner und Kinder und
damit die menschliche Wirklichkeit auf der Strecke blieben, wurde den
verantwortlichen Planern erst klar, als das Zentrum von Laatzen- Mitte
rund um das LEZ bereits fertig gestellt war:
Da man nicht allzu viel Baugrund nutzen wollte,
gleichzeitig aber möglichst viele Personen unterbringen wollte, entschloss
man sich für die Hochhausbauweise. So entstanden bis zu 11-stöckige graue
Hausgiganten, die das Stadtbild negativ prägen.
Aus diesem Grund besann man sich vor einigen Jahren
in Laatzen- Mitte auch und die Planungen für die neuen Gebiete wie z.B.
die Lange Weihe sahen ganz anders aus:
Es sollten Reihenhäuser gebaut werden, die in
kleinen, verwinkelten Straßen liegen, so dass der Durchgangsverkehr hier
nicht entlangfließt und spielende Kinder, für die viele Spielplätze
angelegt wurden, nicht gefährdet werden.
Auch wurde jetzt nicht auf Grün- und Freiflächen
verzichtet, die zwar die Einwohnerkapazität nicht so hoch werden lassen,
dafür aber das Stadtbild auflockern und freundlicher gestalten.(7)
Nun hat sich gezeigt (siehe Zitat), dass eine weniger
deutliche Perfektionierung der Planung den städtebaulichen Wert, die
vielgestaltige Urbanität erhöht, da unterschiedliche Menschen ihre eigenen
Wünsche und Träume -kurz die Menschlichkeit- mit in sein Projekt
einbringen. Dabei entstehen auf jeder Fläche höchst unterschiedliche
Bauten, die das Stadtbild auflockern.
Der Individualismus ist also gefragt, der ja
schwerlich bei einer zentralen Planung mit einbezogen werden kann.
Nun haben Menschen der unteren sozialen Schichten
nicht die Mittel, sich ein Haus bzw. eine Wohnung individuell zu errichten
bzw. auszusuchen. Nicht immer war die Stadtplanung in der Lage, auch für
diese Gruppen gleichermaßen phantasie- und qualitätsvoll zu bauen - zum
Schaden der Stadt! Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass in den
Hochhäusern mit ihren günstigen Wohnungen hauptsächlich Rentner,
Arbeitslose und Gastarbeiter wohnen, wobei es öfters zu sozialen
Spannungen kommt.(8)
So wird am Ende dieses "perfekt geplante" Zentrum
nicht voll angenommen, da die menschliche Wirklichkeit zu sehr außer Acht
gelassen wurde. Die Stadt Laatzen ist sich dieser Tatsache bewusst und
"plant" deshalb eine Umstrukturierung und einen Umbau des gesamten
Gebäudekomplexes. Gegenteilig, aber kann man den direkt an das soeben
genannte Gebiet angrenzenden Bereich erwähnen. Hier wurde besonders die
menschliche Wirklichkeit beachtet, indem man ausgesprochen hübsche Gebäude
errichtet hat, die man untereinander wiederum differenziert hat, um
Monotonie zu verhindern.
So wurde auch darauf verzichtet, den zur Verfügung
stehenden Platz bis auf den letzten Quadratmeter mit Wohnraum
auszuschöpfen, um der menschlichen Freiheit etwas Raum zu gewähren. Dieser
"menschenwürdig" bebaute Bereich wird von den Menschen gern angenommen.
Das macht sich dadurch bemerkbar, dass sich die Menschen mit dieser
Wohngegend identifizieren, indem sie private Grünanlagen einrichten und
pflegen oder Spielplätze für ihre Kinder privat anlegen.(9)
III.
"Ein Spielplatzentwicklungsplan - kaum eine
westdeutsche Stadt verfügt darüber - ist im Grunde immer schon ein
Stadtentwicklungsplan. Denn wenn es um die tatsächliche Integration von
Kindern in den Städten geht, kann dies nicht unabhängig von den
städtischen Strukturen, gleichsam im exterritorialen Raum, geschehen.
Vielleicht sind Kinder bessere Lehrmeister für modernen Städtebau als die
Mitgestalter der riesigen Produktionsmaschine."(10)
Das erste Problem, das sich den Städteplanern stellt,
ist die Frage, ob es eine Stadt für Kinder, Menschen allgemein oder für
Autos sein soll.
Soll es eine Stadt für Kinder und andere
Altersklassen (auch Omas und Opas) sein, sind es wohl die Kinder, die am
Besten wissen, wie die Stadt aussehen soll.
Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass es viele
Spielplätze gibt, dass die Stadt sehr grün wird und nicht zuletzt, dass es
überwiegend verkehrsberuhigte Zonen sind, in denen die Menschen leben. Im
Fall der "Autostadt" wird man keine Kinder zu Rate ziehen können, da es
wohl kaum ein Kind gibt, das Auto fährt. Die "Autostadt" wäre zugleich die
kinderfeindlichste Stadt, da die Wohngebiete wohl hauptsächlich aus gut
ausgebauten Straßen und vor allem Parkplätzen bestehen würden, was für
Kinder natürlich ein großes Sicherheitsrisiko darstellt.(11)
Bestimmt die "riesige Produktionsmaschine" die Ziele
der Stadtplanung, so sieht das Ergebnis des Gestaltungsprozesses
wahrscheinlich folgendermaßen aus: Die Stadt wird durch gut ausgebaute
Straßen, die für den Individualverkehr, der Arbeitskräfte für die
Produktionsmaschine (um bei diesem Bild zu bleiben) anliefert,
zerschnitten. Diese Straßen bilden gefährliche Grenzen für Menschen zu Fuß
oder auf dem Fahrrad, besonders aber für Kinder oder für Kinder auf dem
Weg zum Kindergarten, oder zur Schule, für spielende Kinder und für
Kinder, die unterwegs zum Kinderspielplatz sind.
Doch nicht nur die breiten Straßen mit dem
Individualverkehr zerteilen die Stadt, auch die Linien des öffentlichen
Verkehrs, wie z.B. die Straßenbahn- und Bahntrassen bilden gefährliche
Barrieren. In Laatzen wird diese Zerteilung der Stadt durch
"Verkehrsadern" besonders am Beispiel Hildesheimer Straße und der
Hauptstraße, aber auch der Marktstraße und einigen Querverbindungen wie
Wülferoder Straße oder Würzburger Straße deutlich. Diese Straßen sind gut
dafür geeignet, Menschen und Güter schnell zu transportieren, aber sie
bergen große Gefahren für die Menschen, die sie überqueren wollen.
Diese Gefahren gehen so weit, dass "Abfangzäune" in
der Mitte der Straße oder an ihren Seiten installiert werden müssen, um
vor allem Kinder an der Überquerung zu hindern. Mittelstreifen mit Hecken
sind ein optisch und stadtökologisch ansprechenderes Äquivalent zu solchen
Zäunen - meist lebensnotwendig und doch ein Zeichen der
Konzeptionswidersprüche der Stadtplanung. Am LEZ und an der
Stadtbahnstation "Laatzen" Stellen wird versucht, die Gefahr zusätzlich
durch das Anlegen eines Fußgängertunnels zu mildern.
Doch diese als Schutz der Menschen gedachte Maßnahme
stellt sich als Quelle neuer Gefahren heraus: Gerade abends werden die
Tunnel wegen des Faktums, dass man schlecht in sie einsehen kann, besonders
von Frauen, die Angst vor Überfällen haben, gemieden. Auch tagsüber sind
die Unterführungen nicht empfehlenswert. Für Kinder sind sie auch am Tage
große Gefahrenquellen. Die geplante Umgestaltung der Stadtbahnstation
"Laatzen/Centrum" trägt mit dem vorgesehenen gesicherten Überweg diesem
Umstand Rechnung.
Um die breiten Verkehrsadern zu überwinden, sind also
Fußgängerüberwege, die besser einseh- und beobachtbar sind, grundsätzlich
sicherer und deshalb zu empfehlen.
Ein Stadtplanungskonzept, das sich an den
Bedürfnissen seiner Bewohner und Bewohnerinnen und vor allem auch der
Kinder orientiert, muss auch solche Gedanken berücksichtigen.(12)
Ein weiterer für Kinder wichtiger Aspekt ist der
Handel in ihrer Stadt. Sie sollen ihr Einkommen ausgeben können, auch wenn
es klein ist. Dazu können sie natürlich nicht aus der Stadt hinaus in ein
großes Einkaufszentrum fahren, um beispielsweise eine Tüte Gummibärchen zu
kaufen, sondern brauchen in ihrer Nähe einen kleinen Laden, wo sie Güter
des täglichen Bedarfs kaufen können, ohne von einem übergroßen
Warenangebot erdrückt zu werden.
Diese Läden kommen natürlich nicht nur den Kindern
zugute, sondern auch der Hausfrau, die ihr Kind mit zum Einkaufen nehmen
muss, oder dem Studenten, der für plötzlichen Besuch etwas einkaufen muss,
ohne viel Lust zu haben, um z.B. in das LEZ zu fahren.(13)
Ein weiterer Schwerpunkt der zukünftigen Umgestaltung
der Stadt ist die noch viel umfassendere Einrichtung verkehrsberuhigter
Zonen und Fußgängerzonen. Darüber ist schon so viel geschrieben worden,
dass dieses wichtige Thema hier nur als Stichpunkt und Erinnerung
aufgeführt werden soll.
Aber auf die Ansprüche und Bedürfnisse der Kinder
wurde bisher im Rahmen der Stadtentwicklung wenig geachtet.
Dabei wären Kinder als Lehrmeister für den Städtebau
bestimmt sehr hilfreich, wenn man nämlich die Stadtentwicklung auch auf
ihre Ansprüche abstimmt, erhält man ein humaneres Stadtbild.(14)
Quellen und Verfasser der
einzelnen Abschnitte:
(1) Klaus
TRUTZEL, Informationsverarbeitung im Planungsprozeß. In: Urbanistik. Neue
Aspekte der Stadtentwicklung. Herausgegeben von Hermann Glaser. München
1974 (C.H.Beck. Beck'sche Schwarze Reihe Band 115), S. 101f.
(2) Murat
Kiliç
(3) Olaf
Müller
(4) Nils
Bode
(5)
Dieter BEISEL: Kinder in Städten. In: Urbanistik. Neue Aspekte der
Stadtentwicklung. Herausgegeben von Hermann Glaser. München 1974 [Verlag
C.H.Beck; Beck'sche Schwarze Reihe Band 115], S.183-190. - S.190.
(6) Ralf
Lorenz
(7) Petra
Dinghaus
(8)
Henning Kruse
(9) André
Reimers
(10) wie
Quelle (5)
(11)
Marcus Pohl
(12)
Mario Leupold
(13) Sven
Herzfeld
(14) Susanne Klingebiel
Projektteilnehmer
Name Arbeitsgruppe
Bode,
Nils VIII. Zentrum
Dinghaus,
Petra III./IV./V. Laatzen-Mitte
Hausmann,
Sönke VII. Grünplanung
Herzfeld,
Sven II. Wirtschaft
Jünke,
Olaf VII. Grünplanung
Kiliç,
Murat I. Entwicklung
Klingebiel, Susanne III./IV./V. Laatzen-Mitte
Klinger,
Karsten III./IV./V. Laatzen-Mitte
Kruse,
Henning I. Entwicklung
Lange,
Michaela III./IV./V. Laatzen-Mitte
Leupold,
Mario VI. Kindergärten
Lorenz,
Ralf Roland VIII. Zentrum
Müller,
Olaf VII. Grünplanung
Müller,
Roland VIII. Zentrum
Pohl,
Marcus VI. Kindergärten
Reimers,
André VI. Kindergärten
Voelz,
Dirk II. Wirtschaft
Wietzke, Markus I. Entwicklung
Quellen
Die Projektarbeit stützt sich in erster Linie auf
eigene Erhebungen und Auskünfte der Stadtverwaltung der Stadt Laatzen. Die
Projektgruppe dankt für die bereitwillige Unterstützung vor allem Herr
Büschking und Herrn Moudry, die sich freundlicherweise den Fragen der
Projektteilnehmer gestellt haben und uns weitere Informationsquellen
vermittelt und erschlossen haben. Ohne dass hier eine umfassende
Namensnennung möglich wäre, danken wir auch im Namen der Bismarckschule
Hannover den vielen weiteren Gesprächspartner in Laatzen und in Hannover.
Im Folgenden eine Auswahl der mehrfach benutzten
schriftlichen Quellen:
Stadt Laatzen: Flächennutzungsplan 1989
Deutsche Grundkarte 1:5000, Zusammenstellung der
Blätter des Stadtgebietes
Stadt Laatzen, Landkreis Hannover
(Informationsheft der Stadtverwaltung mit statistischen Übersichten, 1990)
Stadt Laatzen: Laatzen - ein illustrativer Streifzug.
o.J.
Laatzen A bis Z. Ein Führer durch Laatzen.
Herausgeber: Druckerei Friedrich Steppat, Laatzen. 1988
Erich Panitz: Laatzen - Nebenzentrum im Großraum
Hannover. April 1970
Manfred Schrader: Subzentren in Hannover. In: Eriksen
und Arnold, Hg., Hannover und sein Umland. Hundert Jahre Geographische
Gesellschaft zu Hannover. Hannover 1978, S. 202-230
Landkreis Hannover: Der Landkreis Hannover.
Heimatbuch. Hannover, 1963
Der Landkreis Hannover. Landeskundlich-statistische
Kreisbeschreibung als Grundlage für Verwaltung und Landesentwicklung. Die
Deutschen Landkreise.
Handbuch für Verwaltung, Wirtschaft und Kultur.
Bremen-Horn 1948
Regionales Raumordnungsprogramm Großraum Hannover
1975
Regionales Raumordnungsprogramm Großraum Hannover
1982
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
I. Laatzens Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg
Kruse, Wietzke, Kiliç
II.Wirtschaft und Beschäftigung in Laatzen
Herzfeld, Voelz
III. Das Neubauviertel Laatzen-Mitte:
Laatzens Entwicklung vom Dorf zur Stadt
Dinghaus, Lange, Klinger, Klingebiel
IV.Wohnungsbau in Laatzen
Dinghaus, Lange, Klinger, Klingebiel
V. Verkehrserschließung in den Neubaugebieten
Dinghaus, Lange, Klinger, Klingebiel
VI. Kindergärten in Laatzen
Pohl, Reimers, Leupold
VII. Grünplanung und Stadtökologie
Hausmann, Olaf Müller, Jünke
VIII. Das neue Laatzener Stadtzentrum
Bode, Lorenz, Roland Müller
Abschlussüberlegungen
Kursteilnehmer und
Arbeitsgruppenzusammensetzung
Quellen und Literatur
Impressum
Impressum:
Voigt, Gerhard: Stadtgeographische Untersuchungen in
Laatzen. Eine Projektarbeit des Erdkunde-Grundkurses 230 der
Bismarckschule Hannover April bis Juni 1990.unter der Leitung von
Gerhard Voigt OStR [i.R. seit 2009]
Hannover: Bismarckschule Hannover
Herausgegeben für den Verband der Politiklehrer e.V.,
Hannover
als Internet-Publikation am 3.11.2011
Vorsitzender: Gerhard Voigt OStR i.R. (seit 2009). Potsdamer Str. 20,
30952 Ronnenberg / Region Hannover
Alle Rechte vorbehalten.
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